18/06/20: DKB, Hamburger Volksbank, Volkswagen Bank, Mastercard

19. Juni 2020

Ab spätestens 7.30 Uhr heute morgen: Unser Live-Blog zu Wirecard. Der wievielte (vermeintliche) D-Day ist das eigentlich bei unserem Lieblings- Zahlungsdienstleister aus Aschheim? Sei’s drum. Wir schreiben heute jedenfalls den 18. Juni 2020, es ist also endlich jener Tag erreicht, an dem Wirecard nach diversen Verschiebungen nun endlich seinen 2019er-Geschäftsbericht vorstellen will. Und zwar samt Testat. Ob der Dax-Konzern dieses wirklich bekommen hat, und zwar uneingeschränkt? Im Laufe des Morgens wissen wir hoffentlich mehr, die Vorlage des Geschäftsberichts ist ebenso für 7.30 Uhr angekündigt wie die Veröffentlichung der Q1/2020-Zahlen. Unser Live-Blog: Finanz-Szene.de

Haben sich die DKB und die Sparkassen-IT im Januar tagelang von einem „Script-Kiddie“ zum Narren halten lassen? Als wir die „DDos“-Attacke auf die zweitgrößte deutsche Onlinebank Anfang dieses Jahres in der uns eigenen Naivität als „Hacker-Angriff“ klassifizierten – da mussten wir uns von einem ausgewiesenen Hacker belehren lassen, dass die Verwendung des Begriffs eher unangemessen sei. Weil: Um eine „Distributed Denial-of-Service“-Attacke auszuführen, brauche es „kein vertieftes Hacker-Wissen“; das bekomme unter Umständen auch ein halbwegs pfiffiger Nachwuchs-Nerd (Szene-Jargon: „Script-Kiddie“) hin … Jedenfalls: Ziemlich exakt fünf Monate nach der Attacke flatterte in unser Mail-Postfach gestern eine staatsanwaltliche Pressemitteilung, in der von Angriffen (genauer: „Computersabotage“) auf unterschiedliche Unternehmen die Rede ist: Darunter: „die Deutsche Kreditbank“. Einer der beiden Beschuldigten: ein mittlerweile 16-jähriger Teenager aus 29614 Soltau, der durch „Langeweile und Einsamkeit“ motiviert gewesen sein soll. Die Details: Finanz-Szene.de

Der Disclaimer vorweg: 1.) Konsolidierung ist kein Selbstzweck. Und 2.) Manche kleine Sparkasse oder Volksbank kommt bislang besser durch die Niedrigzins-Ära als manche große. Trotzdem: Macht es wirklich Sinn, hierzulande (Stand: Ende 2019) immer noch 841 Genobanken zu unterhalten? Was ja per Definition u.a. bedeutet, 841 Filialbank-Infrastrukturen zu unterhalten und mindestens 1682 Vorstände zu bezahlen … Der Verdacht jedenfalls liegt nahe, dass sich die besondere regionale Nähe auch mit ein paar hundert Instituten weniger aufrechterhalten ließe. Jedenfalls, und das ist die News: Die längst abgemachte Großfusion von Lübecker und Hamburger Volksbank (genau, das ist exakt jene Hamburger Volksbank, von der weiter oben schon die Rede war) ist in letzter Sekunde auf Betreiben Lübecks hin geplatzt. Für den Genosektor ist das der zweite Fall binnen weniger Wochen.  Denn Sparda Berlin und Sparda Hannover hatten ihren Zusammenschluss ja kürzlich ebenfalls abgesagt. Mitteilung

News

Als nächste Direktbank streicht nun auch die Volkswagen Bank das kostenlose Girokonto (mobiflip) +++ Wegen mangelhafter Geldwäsche-Kontrollen in der Londoner Niederlassung ist die Commerzbank von der britischen Finanzaufsicht FCA zu einer Geldstrafe von 37,8 Mio. Pfund verurteilt worden (Reuters) +++ Laut KfW-Kreditmarktausblick dürfte das Neugeschäft im Firmenkunden-Segment im zweiten Quartal coronabedingt um rund 10% über dem entsprechenden Vorjahreswert liegen (HB/Paywall) +++ Der BdB fordert in einem Positionspapier die rasche Einführung eines digitalen Euro (PDF) +++ Die „Stiftung Warentest“ hat untersucht, welche Anbieter im Kreditkarten-Geschäft hohe Gebühren und üppige Zinsen durchzusetzen vermögen. Einer der Testsieger, jedenfalls aus Bankenperspektive: die deutsche Barclaycard (Business Insidertest.de) +++ Das schweizerisch-deutsche Kommunalkredit-Fintech Loanboox hat einen neuen CEO, nämlich den Franzosen Philippe Cayrol (finews.ch) +++ Amazon wird im Laufe des Jahres den Tokenisierungs-Service von Mastercard einführen – auch in Deutschland (Caschys Blog)

Wussten Sie schon …

… dass der Einfluss von Finanz-Szene.de auf die lieben Verwandten gen Null geht? Da ist zum einen Redakteur D’s unverbesserlicher Onkel L., der sich in seiner Eigenschaft als Kleinaktionär von unserer Wirecard-Berichterstattung nie wirklich irritieren ließ und dadurch über die Jahre eine ordentliche Summe Geld verdient hat (bevor er neulich dann doch ausgestiegen ist, um „Gewinne mitzunehmen“, wie das in seinem Kosmos heißt). Weniger Glück mit ihrer Finanz-Szene.de-Resistenz hatten die Schwiegereltern des Redakteurs K.. Denn just als wir neulich das Corona-bedingte Filialsterben ausriefen, entschieden die sich, ihr kostenloses Online-Konto bei der Sparda Hannover gegen ein kostenpflichtiges Filial-Konto bei der Sparkasse Bremen einzutauschen – unter Verweis auf den erhofften Service durch die nahe der Wohnung gelegene Zweigstelle Huchting … Huchting??? Genau, das ist (siehe oben) einer jener sieben Filialen, die nun zu reinen SB-Standorten umgewandelt werden.

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