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19/08/21: Kahlschlag bei Degussa Bank, Mehr Cyber-Attacken, Dispo-Urteil

19. August 2021

Von Christian Kirchner

Die Degussa Bank dünnt ihr (verbliebenes) Filialnetz brutal aus: Als wir Anfang Mai der Frage nachgingen, warum die M.M.-Warburg-Eigner (also die Familien Olearius und die Familie Warburg) ihre Zweitbank, sprich: die Degussa Bank, nicht loswerden, da schrieben wir ganz nebenbei: „Wenig hoffnungsfroh stimmt die Tatsache, dass von den 129 verbliebenen Bank Shops ausweislich des Filialverzeichnisses aktuell über ein Drittel geschlossen sind (wegen Corona) – und das wird ausweislich der Homepage auch bis mindestens 30. Juni 2021 so bleiben.“ Ein flüchtiger Blick in besagtes Filialverzeichnis zeigt nun: Die allermeisten (oder sogar alle?) der im Mai geschlossenen Zweigstellen haben auch weiterhin nicht geöffnet. Und ein Blick in die heutige „Börsen-Zeitung“ lässt vermuten: Sie werden wohl auch nicht mehr öffnen. Der Vorstandsvorsitzende Jürgen Eckert lässt sich nämlich wie folgt zitieren: „Wir schließen 50 bis 60 Bank Shops am 1. Oktober und ersetzen sie durch den virtuellen Bank Shop“ …

… Dieser „virtuelle Bank Shop“ ist nun wiederum das, was die Degussa Bank offenbar für ihre Zukunft hält. Ausweislich der „BÖZ“-Artikels investiert das Institut nämlich (wir zitieren wörtlich)  „in den Aufbau eines ‚digitalen Ökosystems‘, von dem sich das Management haufenweise neue Kontakte, Kunden und Erträge erhofft“. Genauer: Die Zahl der Kunden soll im Zuge der neuen Offensive von derzeit 1,3 Millionen bis 2025 auf 4,8 Millionen steigen. Auch wenn es sich hierbei unserem Verständnis nach nicht nur um reine Bankkunden handelt (sondern z.B. auch um erhoffte Nutzerzuwächse bei der hauseigenen Rabattplattform Mivo), so erscheinen uns die Ziele, gelinde gesagt, dann doch etwas überambitioniert. Sehen wohl auch potenzielle Käufer so. Denn zu der eingangs aufgeworfenen Frage, warum Olearius/Warburg das Ding nicht loswerden (zumal der kolportierte Kaufpreis von 200-400 Mio. Euro ja nicht sooooooo hoch ist …), äußert sich Eckert ebenfalls. Und zwar in entwaffnender Offenheit: „Im Moment scheitert das an den Preisangeboten.“ (BÖZ/Paywall)

News

Die Zahl der Cyber-Vorfälle bei den direkt von der EZB beaufsichtigten Banken in der Euro-Zone ist im vergangenen Jahr um 54% gestiegen. In knapp jedem vierten Fall habe es sich um eine sogenannte „Distributed Denial of Service“-Attacke gehandelt, so die Bankenaufseher. Absolute Zahlen wurden keine genannt (BÖZ/Paywall) +++ Der BGH hat einer Klage der Verbraucherzentralen gegen die Deutsche Bank und die Sparda-Bank Hessen stattgegeben. Es ging dabei um die Dispozinsen, die dem Urteil zufolge im Preis-Verzeichnis klarer hervorgehoben werden müssen, als die beiden Institute dies getan hatten (HB/Paywall) +++ Bei der Deutschen Bank lichtet sich das Feld potenzieller Nachfolger für AR-Chef Paul Achleitner. Der frühere PwC-Chef Norbert Winkeljohann will’s laut „Manager Magazin“ nicht werden … +++ … Und auch Deutsche-Börse-Chef Theodor Weimer zeigt dem Bericht zufolge weniger Interesse, als ihm gemeinhin nachgesagt wird (MM) +++ In den Tarifverhandlungen bei den öffentlichen Banken gibt es zumindest mal in einem Punkt eine Einigung – nämlich bei den Nachwuchskräften. Von denen sollen künftig mindestens 60% nach der Ausbildung in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis übernommen werden (Stern) +++ Die 1822direkt, also die deutschlandweit (inzwischen gefühlt eher un-)tätige Online-Tochter der Frankfurter Sparkasse, bietet ihren Kunden ab sofort Apple Pay an. Keinen Tag zu früh, ist man geneigt zu sagen +++ In Deutschland verzichtet Paypal bei „Buy now, pay later“-Käufen schon heute auf Verzugszinsen. Nun will der US-Gigant die „Late Fees“ auch anderswo auf der Welt abschaffen. Ob aus Liebe zum Kunden oder aus Angst vor den Regulierern, sei mal dahingestellt (Reuters/Investing.com) +++ Der medial immer noch gern als „Starbanker“ titulierte frühere Julius-Bär-Chef Boris Collardi verlässt die Privatbank Pictet. Warum, das bleibt diffus (Manager Magazin) +++ Die in Wien ansässige, aber auch hierzulande aktive „Autobank“ hat erwartungsgemäß Insolvenz angemeldet (Der Standard)

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