News des Tages

20/01/21: Moss ist jetzt ein Semi-Unicorn, HVB-Tochter vor Verkauf, Maue Hypoport-Zahlen

Berliner Kreditkarten-Fintech Moss steigt zum Semi-Unicorn auf. Als wir vor anderthalb Jahren ein kleines, ungewohnt wohlmeinendes Porträt über “Deutschlands höchstbewertetes Jung-Fintech” verfassten, da dachten wir insgeheim: Ach, die armen Jungs, gründen zum Ausklang der 2010er-Jahre noch schnell ein Payment-Startup und glauben allen Ernstes damit durchzukommen (daher auch der wohlmeinende Unterton. Wir glaubten, dann haben die Jungs für die Zeit nach der Insolvenz schon was für ihre Bewerbungsmappen …)

… Jedenfalls: Drei Wimpernschläge später ist aus Moss – so heißt das Fintech, auch wenn es damals noch anders hieß – ein mit brutaler Geschwindigkeit wachsender Parvenü geworden, der laut Linkedin-Daten seine Mitarbeiterzahl binnen 24 Monaten auf rund 240 verzehnfacht hat und der gestern sein gefühlt schon viertes oder fünftes Funding verkündet hat. Die für ein Immer-noch-Frühphasen-Fintech imposanten Parameter: 75 Mio. Euro Finanzierung, 500 Mio. Euro Bewertung …

… Nun gibt es zwischen dem, was Moss tut (Kreditkarten- und Ausgabenmanagement-Lösungen für KMUs), und dem, was Banken und Sparkassen in aller Regel tun, lediglich partielle Überschneidungen. Und doch sollte der traditionellen Kreditwirtschaft eines ganz grundsätzlich zu denken geben. Denn: Im Schatten der Milliarden-Fundings für Retail-Fintechs wie Revolut, N26 oder Trade Republic steigen inzwischen auch die Bewertungen für etliche Geschäfts- und Firmenkunden-Fintechs (Qonto, Pleo, Moss …) rasant in die Höhe. Auch da kommt jetzt was auf Sie zu, liebe Bankerinnen und Banker.

Und noch was ganz, ganz anderes: Die Unicredit steht laut Informationen von “Bloomberg” (Paywall) vor dem Verkauf ihres hiesigen Immobilienspezialisten Wealthcap (240 Mitarbeiter, rund 10 Mrd. Euro verwaltetes Vermögen). Die Mailänder befänden sich in “fortgeschrittenen Gesprächen” mit einem “deutschen Finanzinstitut” (unklar ist leider: welches); Wealthcap werde dabei mit rund 150 Mio. Euro bewertet.


News

Nächster Paukenschlag bei M.M. Warburg: Laut Informationen von Finanz-Szene.de hat einer der beiden verbliebenen Vorstände, nämlich Patrick Tessmann, gestern intern seinen Rücktritt per Ende März verkündet (Finanz-Szene.de) +++ Der milliardenschwere Berliner Baufi-Vermittler Hypoport hat gestern überzeugende Transaktions-Zahlen fürs Gesamtjahr, aber nicht ganz so überzeugende fürs vierte Quartal vorgelegt … +++ … Demnach wurden 2022 über die hauseigene Europace-Plattform Baufinanzierungen im Umfang von 102 Mrd. Euro vermittelt, ein Plus von 14% (Disclaimer: Hypoport kommuniziert immer nur das Volumen vor Stornierungen; tatsächlich wurde also etwas weniger vermittelt) … +++ … Dagegen reichte es im vierten Quartal verglichen mit dem Vorjahreszeitraum lediglich zu einem Plus von knapp 8% auf 24,1 Mrd. Euro (dgap) +++ Freshfield hat laut einem “Handelsblatt-Bericht” (Paywall) deutlich mehr Geldinstitute in Sachen Cum-Ex beraten als bislang bekannt. Die Kanzlei sei einer Kundenliste zufolge für rund 25 Banken, Investoren und Händler tätig gewesen +++ Die Aareal Bank hat die Forderung nach einem Verkauf der Software-Tochter Aareon erneut zurückgewiesen – und verwies in diesem Kontext auch auf ein (war das bekannt???) Vorkaufsrecht des Aareon-Minderheitsaktionärs Advent +++ Und eine Meldung, die die Bankenbranche zumindest indirekt betrifft: Zehnjährige Bundesanleihen haben gestern erstmals seit Mai 2019 wieder positiv rentiert (genauer: bei bis zu 0,03%)

To top