21/09/18: Deutsche Bank „verliert“ 2 Mio. Kunden, LBBW schnuppert an NordLB

21. September 2018

Nachdem wir uns im heutigen Aufmacher mit dem Beispiel einer stagnierenden Bank beschäftigt haben, wollen wir Ihnen nun auch noch eine schrumpfende Bank vorstellen – nämlich die Deutsche Bank …: Ist Ihnen mal aufgefallen, dass im Zuge der Verschmelzung von Deutscher Bank und Postbank jetzt immer von „20 Mio. Privatkunden“ die Rede ist (alternativ findet sich die Formulierung „mehr als 20 Mio. Privatkunden“). Das ist mathematisch insofern bemerkenswert, als auf der 2016er HV in Bezug auf die Deutsche Bank noch von „über acht Millionen Privatkunden“ (hier als Beleg das entsprechende Redemanuskript als PDF) die Rede war, während es in Bezug auf die Postbank noch vor wenigen Jahren hieß, das Bonner Institut komme „nach eigenen Angaben“ auf 14 Millionen Kunden. (hier ein entsprechender Wiwo-Artikel aus 2012 und ein MM-Artikel aus 2016). Schlicht gefragt: Seit wann sind 8 plus 14 gleich 20? Noch so eine Frage, für die gestern ganz schön viel Recherchezeit draufgegangen ist. Aber es hat sich gelohnt: Finanz-Szene.de

Hä? Zählt „Finanz-Szene.de“ jetzt nur noch Bankkunden, statt sich auf die eigentliche Nachrichtenlage zu konzentrieren? Nein, wir machen beides: Also, wie die endtoughen Kollegen von „Bloomberg“ berichten, hat bei der NordLB jetzt auch offiziell die Investorensuche  begonnen – und zwar mit einer kleinen Überraschung. Zu den Interessenten soll nämlich neben den üblichen Verdächtigen (Cerberus, Apollo) auch die LBBW gehören (und, wie man heute Früh in der „Süddeutschen“ nachlesen kann, zusätzlich noch die Helaba). Bahnt sich da eine Sensation an? Eher nicht, wie die SZ-Kollegin Schreiber schreibt. Sie vermutet, dass es sich beim „Interesse“ von LBBW und NordLB eher um einen Akt der schwesterlichen Verbundenheit als um echte Kaufambitionen handelt. Sähe ja doof aus, wenn ausschließlich Heuschrecken (und vielleicht noch 1-2 China-Banken) an der NordLB schnuppern würden. Bloomberg/WeltSüddeutsche

Short-Gerüchte lassen Wirecard-Aktie um bis zu 10% einkrachen: … dabei stellt die angebliche Research-Firma, die angeblich einen angeblich kritischen Bericht zum Dax-Aufsteiger veröffentlichen wollte, klar, dass sie mit der Sache nichts zu tun habe. FT Alphaville (anmeldepflichtig)

Da hatten wir uns gerade daran gewöhnt, dass „CDO“ nicht mehr für Giftpapiere, sondern für „Chief Digital Officer“ steht, da biegt die Deutsche Bank ums Eck und stellt einen „Chief Data Officer“ ein (und zwar fürs globale Transaction Banking). Der Mann heißt David Gleason, kommt von JP Morgan – und ist, wie so vieles, was da draußen momentan passiert, ein Bote der neuen Zeit. „Chief Data Officer“. Auch daran wird man sich vermutlich bald gewöhnen. Financial Times (Paywall)

Bevor wir es vergessen (bewusst unterschlagen würden wir es ohnehin nie): Die Deutsche Bank und die Commerzbank haben an der Börse dieser Tage einen regelrechten Lauf. Blau: plus 9% seit Mitte letzter Woche. Gelb: plus 13% seit Mitte letzter Woche.

Und noch was Hübsches aus der Fintech-Ecke: Wussten Sie, dass es neben Finlab inzwischen einen zweiten börsennotierten Fintech-VC hierzulande gibt? Das Unternehmen sitzt in Jena, trägt den wunderbaren Namen „Deutsche Effecten- und Wechsel-Beteiligungsgesellschaft AG“ (kurz: DEWB), blickt auf eine fast 150-jährige Geschichte zurück, hält einen zweistelligen Prozentanteil am Berliner Factoring-Startup Decimo, ist überdies mit rund 25% am sich gerade digitalisierenden Hamburger Asset Manager Lloyd Fonds beteiligt, will angeblich (reines Gerücht!) auch beim Fintech Niiio einsteigen und so weiter und so fort. Wir hatten diese Woche ein spannendes Telefonat mit dem CEO, sind aber schlicht nicht dazu gekommen, die Geschichte der DEWB mal aufzuschreiben. Vielleicht ja nächste Woche.

Ach, und noch was: Zum Abschluss der Nachrichtenwoche ein großes „Sorry“ an die 42% unserer Abonnenten, die sich schwerpunktmäßig für Fintech-Themen interessieren – ja, zugegeben, wir hatten Sie diese Woche nicht so auf dem Zettel, wie wir das sonst immer haben. War keine böse Absicht.

Als Zeichen unseres guten Willens: Der börsennotierte, semi-schillernde Frankfurter Risikokapitalgeber Finlab, der mit seiner Deposit-Solutions-Beteiligung  ein überaus glückliches Händchen bewies und ansonsten ein eher mittelspannendes Fintech-Portfolio unterhält (Authada, Kapilendo, Fastbill), ist mit einem siebenstelligen Betrag beim ebenfalls Frankfurter Finanz-Startup Awamo eingestiegen. boerse.de

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