News des Tages

25/05/22: Kontist entlässt 1/4 der Belegschaft, Voba dreht Strafzinsen zurück, Aareal-Deal ist durch

24. Mai 2022

Von Georgia Hädicke

Exklusiv: Nicht nur bei Klarna wird freigestellt – auch Kontist entlässt ein Viertel der Belegschaft. Die auf Freelancer spezialisierte Berliner Neobank entlässt nach Informationen von Finanz-Szene.de und Finance Forward rund 50 ihrer bislang etwa 200 Beschäftigten. Da gestern (genauso wie bei Klarna) auch im Falle Kontists eine Liste mit ausscheidenden Beschäftigten kursierte, lassen sich auch hier erste Schlüsse ziehen: 1.) Gespart wird stark bei “Juniors” und “Working Students”; 2.) Es stehen allerdings auch die Rollen des “VP Operations” und des “Lead Tax Operations” zur Disposition; und 3.) Interessanterweise scheint der Steuerberatungs-Bereich (der sollte ja der USP werden, mit dem sich Kontist von Konkurrenten wie Holvi oder Fyrst abhebt) stärker betroffen zu sein als der Banking-Bereich. Eine Sprecherin erklärte am Abend auf Anfrage: “Durch den stärkeren Fokus auf TaxTech nimmt Kontist auch einige organisatorische Umstrukturierungen vor, dabei trennt sich das Unternehmen von einem Teil der Mitarbeiter.”  

News

Schon bevor diese Nacht die Annahmefrist für das Angebot zur Übernahme der Aareal Bank ablief, war die Sache so gut wie durch … +++ … So waren dem Konsortium um Advent und Centerbridge bis Montagabend 59,55% der Aktien angedient worden – die Mindestquote lag bei 60% +++ Die in Frankfurt beheimatete J.P. Morgan SE, die jüngst aus der Zusammenlegung der deutschen, der luxemburgischen und der irischen Einheit hervorgegangen war, hat 2021 Erträge in Höhe von rund 1,9 Mrd. Euro erwirtschaftet. Gut ein Drittel (nämlich 744 Mio. Euro) blieb als Überschuss hängen (BÖZ/Paywall) +++ Gleich sechs ehemalige Mitarbeiter der DZ Privatbank verschlägt es zu Oddo BHF – darunter Alexander von Gilsa, der Niederlassungsleiter in Frankfurt wird (PBM) +++ Als Folge der zu Wochenbeginn angekündigten EZB-Zinswende dürften ja etliche Banken und Sparkassen ihre Verwahrentgelte im Laufe des dritten oder spätestens vierten Quartals abschaffen … +++ … Eine Genobank indes ist dieser Tage – und zwar unabhängig von den Lagarde-Äußerungen – bereits vorgeprescht. Nämlich: die Volksbank Rhein-Nahe-Hunsrück, die von Juli an den entsprechenden Freibetrag zumindest schon mal von 50.000 Euro auf 500.000 Euro anhebt … +++ … Nach der OLB und der ING Diba ist das der dritte Fall dieser Art, der uns bekannt wird (wobei es insbesondere in den Verbünden vermutlich weitere gibt, die wir nicht mitbekommen haben) +++ Die DZ Bank experimentiert in ihrem Firmenkundengeschäft neuerdings mit “Pay per Use”-Modellen – also beispielsweise mit Finanzierungen, bei denen sich die Tilgung am tatsächlichen Gebrauch der finanzierten Geräte orientiert (BÖZ) +++ Die Bafin hat eine neue, nun auch dauerhafte Kommunikationschefin. Sie heißt Jacqueline Juknat, ist 42 Jahre alt und leitete zuletzt die Kommunikation der HDI Deutschland +++ Die Frankfurter Sparkasse zieht Konsequenzen aus den jüngsten Vorwürfen, die eigene NS-Geschichte zu bemänteln: So soll sich nun das Fritz Bauer Institut um die Aufarbeitung kümmern

Aus der Szene

Was die “FAZ” und Opa E. von der Postbank halten: Wenn entfernte (bzw. indirekte) Verwandte bei der Familienfeier über die Finanzbranche zu räsonieren beginnen, machen wir als Banken-Journalisten das, was Sie als Bank-Manager in vergleichbarer Situation vermutlich auch tun – nämlich: in Deckung gehen, Kopf einziehen, Blickkontakt vermeiden. So war es auch neulich wieder, als der Schwiegervater des großen Bruders in geselliger Runde begann, sich über die Postbank im Allgemeinen und die (übrigens gestern vollzogene) Abschaffung der ChipTan-Geräte im Besonderen zu echauffieren. Eigentlich wäre das nun keineswegs der Rede wert – wären wir nicht in der gestrigen “FAZ” (Paywall) auf einen Kommentar gestoßen, der die Argumentation des Schwiegervaters zu unserem Erstaunen quasi eins zu eins wiedergibt. Auszug: “Ein Tiefpunkt ist jetzt erreicht, da die Bank schon wieder das Sicherheitsverfahren ändert: Die ChipTan-Geräte werden abgeschafft, die anfällige BestSign-App aber treibt Kunden bei der Installation zur Weißglut. Natürlich kann sich die Postbank dem Kostendruck und Onlinetrend nicht entziehen. Aber diesen Trend fördert sie selbst nach Kräften – und sie lässt den Kunden allein.” Vielleicht sollten wir versuchen, den Schwiegervater als Kolumnisten für Finanz-Szene.de zu gewinnen.

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