26/05/20: LBBW, HSBC Trinkaus, Smava, Perseus, Volksbank Ortenau

26. Mai 2020

Die LBBW macht Kasse in der Krise und verkauft ihren HSBC-Trinkaus-Anteil. Hand aufs Herz – hätten Sie gewusst, dass die Stuttgarter Landesbank diesen Stake überhaupt noch besitzt? Gefühlt hatte man doch irgendwie in Erinnerung, die Aktien wären spätestens in der (für die LBBW ja durchaus existenziellen) 2008/2009er-Krise auf die HSBC übergegangen, oder? Nun denn: Die Erinnerung trügt. Tatsächlich hält die LBBW noch hübsche 18,7% an der Düsseldorfer Privatbank. Die aber nun an die britische Großbank und Trinkaus-Mutter veräußert werden. Bevor nun irgendwer auf dumme Gedanken kommt: Die Transaktion hat natürlich nichts, aber auch gar nichts mit den äußeren Umständen da draußen zu tun. Wobei sich natürlich trotzdem die Frage stellt: Warum verkauft die LBBW den Anteil ausgerechnet jetzt? Und was wird nun aus HSBC Trinkaus? Und, ach ja, noch was: Wie hoch war eigentlich der Kaufpreis? Um es vorwegzunehmen: Zur Gänze können wir die Fragen, die sich stellen, nicht beantworten. Aber wir haben immerhin ein paar Anhaltspunkte für Sie: Finanz-Szene.de

Eigentlich freuen wir uns ja immer, wenn unsere Banken und Sparkassen mal ein bisschen Geschäft an Land ziehen. Bei einigen Zahlen, die wir seit Freitagfrüh (also unserem letzten Newsletter) zwischen die Finger bekommen haben, mussten wir dann aber doch schlucken. So hat die Sparda-Bank München das Volumen frisch ausgereichter Baufinanzierungen im vergangenen Jahr um 18,7% gesteigert. Achtzehnkommasieben Prozent!!! Und das am Vorabend der Krise. Da schlafen die Risikomanager jetzt sicherlich besonders gut. Auch krass: unsere Sparkassen! Die haben im April im Vergleich zum gleichen Vorjahresmonat 12% mehr Immobilienkredite vergeben (siehe dazu bitte auch unser heutiges „Wussten Sie schon …“ weiter unten). Corona? Wirtschaftseinbruch? War da was? Nicht, dass Herr Schleweis wüsste. Müssen wir übrigens erwähnen, dass dieselben Sparkassen das Volumen der neu ausgereichten Kredite an Unternehmen und Selbständige in den ersten vier Monaten dieses Jahres um rund 20% auf 34,4 Mrd. Euro gesteigert haben? Immerhin: Bei diesen Krediten dürfte ja ein Teil des Risikos bei der KfW bzw. beim Staat gelandet sein. Hoffen wir jedenfalls. Mitteilung (Sparda), Süddeutsche Zeitung (Sparkassen)

Und noch eine News vom vorgerückten Montagabend: Das Berliner Kredit-Vergleichsportal Smava hat fulminante Wachstumszahlen für 2019 und noch fulminantere Wachstumszahlen für Q1 2020 in die Welt posaunt – und nebenbei auch noch verlauten lassen, dass Investoren 57 Mio. Euro (22 Mio. Equity, 35 Mio. Debt) ins Unternehmen gepumpt hätten. Was hat das zu bedeuten? Schaltet das Ur-Fintech jetzt endgültig in den fünften Gang? Oder handelt es sich lediglich um einen Zwischenspurt mit dem Ziel, es doch noch irgendwie an die Börse (oder zum Exit) zu schaffen? Unsere Ad-hoc-Analyse, inklusive einiger weiterer, in diesem Fall sogar exklusiver Zahlen: Finanz-Szene.de

News

Mehrere Cum-Ex-Verfahren vor dem Bonner Landgericht drohen wegen Verjährung zu scheitern, schreibt das „Handelsblatt“ (Paywall) +++ Bei der Deutschen Bank soll das gehobene Management dem Beispiel des Vorstands folgen und wegen der Corona-Krise „freiwillig“ auf ein Monatsgehalt verzichten (FT/PaywallInstitutional Money) +++ Dass die „Auslandsbanken ziehen sich wegen Corona zurück“-Erzählung auf wackliger Datenbasis steht, hatten wir Ihnen ja schon erzählt. Das „HB“ kommt jetzt auf breiterer Datengrundlage zum gleichen Ergebnis. (Handelsblatt, Paywall) +++ Die Deutsche Bank kooperiert künftig mit dem von Finleap gegründeten, inzwischen zu 100% der HDI-Versicherung gehörenden Cybersecurity-Fintech Perseus (per Mail) +++ Apropos Finleap: Die gemeinsam mit der DVAG gegründete „Deutsche Fintech Solutions“ hat eeeeendlich einen neuen CEO, und zwar Pascal Müller, bislang „Head of Global Banking Strategy“ bei N26 (Mitteilung) +++  Die bekanntermaßen paymentverliebte Volksbank Ortenau beteiligt sich am Kassensystem-Anbieter „Gewinnblick“ (Mitteilung)

Wussten Sie schon….

… dass das Rennen um die erste Baufinanzierung mit 0,00% Zinsen so gut wie entschieden ist? Nein, wussten Sie nicht? Aber dafür haben Sie ja uns – damit wir es Ihnen sagen. Bleibt noch die Frage, wer der Gewinner ist: Nein, nicht „Dr. Klein“. Und auch nicht Interhyp oder Check24. Und falls Sie in Ihrer Verzweiflung jetzt auf die ING Diba, die Postbank, die DKB oder irgendeinen wildgewordenen Versicherer tippen – nope, auch alles falsch. Richtig ist: die Förde Sparkasse. Denn die wirbt jetzt allen Ernstes mit einer „Null-Komma-Nix“-Finanzierung und 0,00% Sollzins. Hier die Details: Finanz-Szene.de

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