31/01/20: Deutsche Bank, DWS, Helaba, DVAG, Finleap, Jörg Asmussen

31. Januar 2020

Kann es sein, dass wir in Bezug auf die Deutsche Bank ein bisschen brassig rüberkommen heute Morgen? Sorry, ist alles nicht bös‘ gemeint. Bloß: Wenn man nach kurzer Nacht um 6.00 Uhr aufsteht (was wir gestern getan haben), um bis 7.30 Uhr die um 7 Uhr veröffentlichten Deutsche-Bank-Zahlen auf die Website zu packen; wenn man sich dann hundemüde zur Bilanz-PK schleppet; wenn man dort dann komplexesten Ausführungen zu lauschen hat, in denen es u.a. um „Erträge ohne Zinseffekte“ geht; und wenn man dann noch eine 48-seitige Präsentation lesen muss, in der (handgezählt!) nicht weniger als 82-mal das Wort „bereinigt“ und 47 mal „Sondereffekte“ vorkommen … Ja – dann kann es einem die Laune schon mal verderben. Wobei: Eigentlich ist das doch auch alles ganz lustig! Lesen Sie hier: Ein Lehrstück, wie die Deutsche Bank ihre Zahlen gestern so lange immer weiter und weiter bereinigt hat, bis irgendwann aus Minus dann tatsächlich Plus wurde. Finanz-Szene.de

Und es wird sogar noch skurriler: Haben Sie mitgekriegt, dass gestern auch die DWS (also die Asset-Management-Tochter der Deutschen Bank) ihre Zahlen vorgelegt hat? Und haben Sie mitgekriegt, dass diese Zahlen, obwohl es im Detail so manches zu bekritteln gibt, letzten Endes regelrecht formidabel ausfielen: 774 Mio. Euro Gewinn vor Steuern, ein Hammer-Q4-Gewinnplus von 59%, die Aktie um 6% hoch, damit jetzt auf Allzeithoch … Ja, haben Sie mitgekriegt? Okay. Aber haben Sie auch mitgekriegt, woher dieses Ergebnis kommt? Denn: Auf den Punkt gebracht ist es so, dass der ewige Herr Kaldemorgen mit seinem 11,4 Mrd. Euro schweren „DWS Concept Kaldemorgen“ dank starker Performance in Kombination mit krasser Performance-Fee-Regelung diese Gewinnüberraschung (und ein Drittel der relevanten Nettozuflüsse) herangeschafft hat. Glauben Sie nicht? Voilà: Finanz-Szene.de

Themenwechsel. Und dann leider doch mal zum Ernst des Lebens: Dass sich die Helaba ein Umbauprogramm namens „Scope“ und im Zuge dessen ein en“spürbaren Personalabbau“ verordnet hat – das ist bekannt. Indes: Bislang ging man irgendwie davon aus, dass das mit den Stellenstreichung schiedlich-friedlich über die Bühne geht; wir haben es schließlich mit einer öffentlichen Bank zu tun. Nun jedoch berichtet das „Handelsblatt“ von einer intern gehaltenen Rede des Vorstandschefs Grüntkers, in der dieser unter anderem das Wort „Sozialplan“ verwendet habe – was dann irgendwie nicht mehr ganz so schiedlich-friedlich klingt. Jedenfalls: Große Unruhe jetzt in der Helaba. Und wenn wir die vom „HB“ zitierte Stellungnahme der Helaba-PR-Abteilung richtig deuten, dann hat Grüntker nicht nur „Sozialplan“ gesagt. Sondern auch „Sozialplan“ gemeint. HB (Paywall)

Exklusiv: Finleap und DVAG suchen CEO, finden aber keinen. Mit den üblichen großen Hoffnungen war 2018 die „Deutsche Fintech Solutions“ gestartet, ein Joint-Venture der Deutschen Vermögensberatung und des Berliner Company Builders Finleap. Was seitdem geschah? Der eine Geschäftsführer (Vincent Ma, ehemals Verivox) war nach wenigen Wochen schon wieder weg; der andere Geschäftsführer (Reiner Neusser, DVAG-Urgestein) tat es ihm ein paar Monate später gleich. Ende 2019 wurde dann in diverse Jobportalen ein neuer CEO gesucht – bevor die Jobanzeige urplötzlich verschwand, und zwar, ohne dass ein neuer CEO präsentiert wurde. Was ist da los? Finanz-Szene.de

Kurzmeldungen

Jörg Asmussen, noch Investmentbanker bei Lazard, wird Geschäftsführer des Versicherungsverbands GDV. (Reuters) +++ Das EU-Parlament hat Gerry Cross, den umstrittenen Kandidaten für den Eba-Chefposten, bei einer Abstimmung gestern glatt durchfallen lassen (HB/Paywall)  +++ Bei KPMG sind – angeführt von Deutschland-Vorstand Sven-Olaf Leitz – inzwischen 40 (!) Leute mit der Sonderprüfung bei Wirecard befasst (HB/Paywall) +++ Neuer Absatzkanal für Auxmoney und Iwoca: Die beiden Kredit-Fintechs stehen hinter „Gastrofinanz“, einer Kreditlösung der Metro für unabhängige Gastronomen (tageskarte.io) +++ Nach dem 100-Mio-Euro Exit des Kassenlösungs-Fintechs Gastrofix geht auch dessen Konkurrent Orderbird auf Investorensuche (FinanceFwd)

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