Kurz gebloggt

Adyen und Paypal sind die ganz großen Corona-Profiteure

3. Juni 2020

Von Christian Kirchner

Erinnern Sie sich noch an den 13. März? „Payment-Branche verliert mehr als 300 Mrd. Euro Börsenwert“ überschrieben wir damals ein Stück, das sich mit den Kursverlusten der börsennotierten Payment- und Kreditkartenkonzerne beschäftigte. Wer wollte, konnte aus dem Crash die Frage rauslesen: Platz sie nun, die Payment-Blase?

Doch seitdem: Hat zumindest bei einigen Payment-Aktien eine Erholung eingesetzt, wie man sie selten erlebt hat.Das zeigt die folgende Tabelle, in der wie errechnet haben

  • …. wo die Aktien im Vergleich zu ihren jeweiligen Prä-Corona Hochs stehen, die in den meisten Fällen aus dem Februar stammen
  • …. wie hoch die Maximalverluste vom Kurshoch zum Kurstief in der Corona-Krise waren
  • … welchen Börsenwert die Konzerne aktuell haben

Als Sortierkriterium haben wie dabei die Prozentzahl unter dem vorherigen Kurshoch gewählt. Voilá:

unter/über Prä-Corona-Hoch in % Maximalverlust vom Hoch im Kurstief in % aktueller Börsenwert in Mrd. €
Adyen 34% * -33% 36
Paypal 22% * -31% 163
Square 3% -58% 30
Ingenico -7% -53% 8
Worldine -9% -50% 13
Visa -11% -36% 300
Mastercard -15% -40% 271
Fiserv -16% -38% 66
Amex -27% -49% 76
Wirecard -34% -42% 12

Quelle: Comdirect, Stand 3.6. 21 Uhr, * Rekordhoch

Auch wenn man bei der Interpretation vorsichtig sein muss, zeigen sich klare Muster:

  • Die Kursentwicklung variiert dramatisch zwischen den Top-Werten und den Flop-Werten. Der Hälfte der oben genannten börsennotierten Payment-Konzernen fehlt in Prozent noch mehr zu den alten Hochs als beispielsweise dem Dax (obwohl dieser von Werten geprägt ist, die aufgrund ihrer Zyklik besonders stark unter der Rezession leiden)
  • Die Kursentwicklung Paypal (Rekordhoch!), aber auch vom niederländischen Wirecard-Antipoden Adyen (Rekordhoch) muss als sensationell bezeichnet werden …
  • … während die Tabelle noch einmal unterstreicht, wie schlecht es an der Börse inzwischen um Wirecard bestellt ist.
  • Auffälig: Die Kreditkartenkonzerne Mastercard, Visa und American Express sind eher Underperformer. Ein denkbarer Grund: Bedingt durch die zahlreichen einbehaltenen Gelder von Fluggesellschaften, Tourismuskonzernen und Kreuzfahrtbetreibern steht aktuell das System des „Chargebacks“ in Frage. Ein zentraler Grund vieler Kunden, die Karte einzusetzen, ist die Sicherheit, das Geld über den Kreditkartenanbieter zurückzuerhalten, wenn man Opfer eines Betrugs wird oder keine Leistung erbracht wird. Aktuell stellen sich aber zahlreiche Anbieter quer, ihren Kunden die einbehaltenen Gelder über einen „Chargeback“ zu erstatten
  • Extrem volatil entwickelte sich übrigens Square: Die Aktie des Miniterminal-Betreibers und SumUp-Vorbilds schmierte in der Spitze 58% und damit mehr als alle anderen börsennotierten Payment-Konzerne ab – erholte sich dann aber auch wieder dynamisch und hat die Februar-Hochs überlaufen auf neue Jahreshochs.

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