Kurz gebloggt

Der verspätete Start der „European Payments Initiative“

26. November 2020

Von Heinz-Roger Dohms

Da sollte es endlich losgehen – und dann springt in letzter Sekunde und unter mysteriösen Umständen der vorgesehene Vorstandschef ab – keine Frage, schlechter hätte der Start der „European Payments Initiative“ (EPI) kaum geraten können. Immerhin: Gestern hat das hinter der EPI stehende Bankenkonsortium (zu dem aus unseren Landen die Deutsche Bank, die Coba, die DZ Bank sowie die Sparkassen gehören) zumindest mal Handlungsfähigkeit demonstriert. Anstelle des Ex-Ingenico-Chefs und Wunsch-CEOs Nicolas Huss wird interimsmäßig die Oliver-Wyman-Partnerin Martina Weimert die „European Payments Initiative“ führen.

Eine naheliegende Wahl: Wyman hat das EPI-Projekt mit aufgesetzt, Weimert die entsprechende Crew geleitet. Plus: Weimert, eine gebürtige Deutsche, lebt und arbeitet seit Jahrzehnten in Paris, war daher auch den französischen Banken zu vermitteln (zur Erinnerung: Weil DSGV-Schmalzl dem Aufsichtsrat vorsteht, sollte der CEO-Posten ja eigentlich von einem Franzosen besetzt werden …)

Damit nicht genug der EPI-News, wurde gestern auch noch mitgeteilt, die beiden neuen europäischen Payment-Giganten Worldline/Ingenico und Nexi/Nets seien dem Bankenkonsortium beigetreten. Auch das ist, einerseits, ein naheliegender Move. Denn: Wenn die „European Payments Initiative“ tatsächlich zu einer auch infrastrukturellen Alternative zu Mastercard und Visa heranwachsen soll, dann wird’s ohne die großen europäischen Acquirer nicht gehen. Andererseits: Manch ein kleiner europäischer Acquirer dürfte nicht ganz so begeistert sein, dass Worldline/Ingenico und Nexi/Nets nicht nur dabei sind – sondern von Anfang an mittendrin.

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