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SSK Düsseldorf plant “Co-Badge”-Gebühr. Plus: Geno-Fusion

4. Februar 2022

Von Christian Kirchner

Wie die Sparkasse Düsseldorf mit dem Maestro-Aus umgeht

Eigentlich müssten bei den Sparkassen und bei den Volksbanken größte Aufregungen herrschen (und wahrscheinlich tut es das auch, man bekommt halt nur nicht viel mit davon). Denn: Wie Finanz-Szene.de Mitte Oktober exklusiv berichtete, beginnt Mastercard ab Mitte 2023 damit, das Maestro-System zurück zu fahren und wird es keine neuen Maestro-Karten mehr geben. Sprich: Damit verschwindet jene “Co-Bagde-Lösung”, die einen großen Teil der rund 100 Mio. Girocards hierzulande überhaupt erst dazu befähigt, mit ihr im Ausland zahlen zu können. Es droht also alsbald eine Situation, in welcher der durchschnittliche Sparkassen- oder Volksbank-Kunde im Urlaub Geld abheben oder mit der Karte bezahlen will. Und das geht dann nicht. In potenziell Millionen von Fällen.

Wie eine mögliche Lösung für beiden Verbünde aussehen könnte, das zeigt sich nun anhand des neuen Preis- und Leistungsverzeichnis der Stadtsparkasse Düsseldorf (als erstes berichtete übrigens der geschätzten Blogger Marc-Oliver Schaake vom NoCash-Blog über den Fall). Die Rheinländer wollen nämlich ihren Kunden anbieten, die “Sparkassencard” (also die normale Girocard) ab August 2023 als “Girocard only” zu führen. Womit sie dann tatsächlich nur noch in Deutschland funktionieren würde. Und fürs Ausland? Will die SSK Düdo alternative eine sogenannte Girocard mit Mastercard Debit im Co-Badge (siehe uns Artikel hier oder hier) anbieten. Diese werden allerdings mit Ausnahme des Premium-Kontomodells gesondert bepreist (!), und zwar mit 0,90 Euro bis 1,90 Euro pro Monat.

Mmmhhh, wäre das wirklich der Problemlöser? Die Stadtsparkasse Düsseldorf  wiegelt ab, es werde “voraussichtlich (…) bis dahin mehrere Möglichkeiten geben, die Maestro-Karte durch alternative Produkte zu ersetzen”, heißt es. Eine Entscheidung dazu sei “bisher nicht gefallen”. Das Preis-Leistungs-Verzeichnis suggeriert zwar was anderes. Aber bis Mitte 2023 ist ja noch Zeit, sich alles noch mal anders zu überlegen.


Weitere Sparkassen- und Geno-Snippets aus dieser Woche

  • Infolge des BGH-Gebührenurteils ist die Zahl der Kundenbeschwerden bei den Ombudsleuten angeschwollen – auch in den beiden Verbünden. Die Kreditgenossen verzeichneten rund 3.300 Anträge, bei den Sparkassen waren es etwa 6.000 Fälle (und fürs Protokoll: Die privaten Banken kamen auf rund 6.500 Beschwerden). Börsen-Zeitung (Paywall)
  • Und die nächste geplante Fusion, diesmal in Bayern: Die Volksbank Raiffeisenbank Regensburg-Schwandorf (die Nr. 184 im BVR-Ranking) und die Raiffeisenbank Oberpfalz Süd (Nr. 241) wollen ihre Kräfte bündeln. Gemessen an den Bilanzsummen von Ende 2020 käme ein 2,5-Mrd.-Euro-Player dabei heraus. Mitteilung

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