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Trotz Klarna-Krise: BNPL-Fintech Mondu erhält 43 Mio. Dollar

Das Berliner “Buy-Now-Pay-Later”-Fintech Mondu erhält in einer weiteren Finanzierungsrunde 43 Mio. Dollar (40 Mio. Euro) – und sichert sich damit das zweitgrößte Fintech-Funding in diesem Jahr (das Größte mit 75 Mio. Euro war im Januar das Kreditkarten-Startup Moss, siehe hier). Wie im April zunächst von “Deutsche-Startups” berichtet und wie das Unternehmen nun bestätigt, führt Valar Ventures, das Vehikel von Starinvestor Peter Thiel, als neuer Kapitalgeber die Runde an (bei Moss war Valar übrigens auch schon als Lead-Investor dabei). Von den Bestandsinvestoren Cherry Ventures, FinTech Collective sowie einigen Business Angels fließt ebenfalls erneut Kapital. Insgesamt hat Mondu seit der Gründung im August 2021 somit 57 Mio. Dollar eingesammelt.

Das Funding kommt zu einem kritischen Zeitpunkt – für den BNPL-Sektor und die Berliner Fintech-Szene insgesamt: Beim schwedischen BNPL-Riesen Klarna sorgten in den vergangenen Tagen erst Berichte über eine mögliche Abwertung durch Investoren (“Downround”) für Aufregung; dann kündigte das Unternehmen auch noch an, sich von 10% seiner weltweit rund 7.000 Beschäftigten zu trennen. Auch der Standort Berlin ist von der Kündigungswelle betroffen (siehe auch -> “Die Klarna-Entlassungliste – und was sich aus ihr ableiten lässt“). Die Berliner Neobanken Kontist und Nuri hatten vergangene Woche ebenfalls Personalabbau angekündigt (siehe hier und hier).

Die Tatsache, dass Mondu in diesem Umfeld ein recht beachtliches Funding abschließen und dafür auch noch einen neuen Investor gewinnen kann, ist erstmal ein positives Zeichen für den Markt: Offenbar hegen Investoren noch keine grundsätzlichen Zweifel am Potenzial der BNPL-Geschäftsmodelle  – wobei die deutschen BNPL-Startups (Mondu ebenso wie Konkurrent Billie) auch deutlich jünger sind als Klarna und in ihrer Größe noch nicht annähernd an die Schweden herankommen. Zudem ist das von Philipp Povel, Malte Huffmann und Gil Danziger gegründete Mondu – anders als Klarna – auf den B2B-Handel spezialisiert.

Mit dem frischen Kapital (das laut Auflistung der Einzel-Investoren offenbar u.a. auch von Klarna-Führungskräften kommt) will das Unternehmen nach eigenen Angaben vor allem die Internationalisierung in Europa vorantreiben, zuerst ist der Markteintritt in Österreich geplant.

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