Exklusiv

Visa Debit erobert die erste große Filialbank – nämlich die HVB

3. November 2020

Von Christian Kirchner

Erinnern Sie sich noch an unsere kleine Auswertung der Kartenstrategien von 30 prominenten Retailbanken hierzulande? „Die Debits kommen“ lautete einer der Thesen – schließlich bieten bereits 12 Institute die neuartigen „Debitkarten“ von Mastercard oder Visa oder gar von beiden an. Wobei man besser sagen sollte: boten. Denn aus 12 werden jetzt 13.

Wie Finanz-Szene.de erfahren hat, plant als erste klassische Großbank hierzulande nun auch die Hypo Vereinsbank, allen ihren Girokonto-Kunden künftig eine Debitkarte von Visa anzubieten. Die Karte soll optional und vor allem gebührenfrei in den gängigen Kontomodellen ExklusivKonto, PlatinumKonto, PlusKonto und sogar dem StartKonto erhältlich sein. Das sind allesamt Konten, in denen bislang die Girocard der Standard ist. Kunden werden künftig die Option haben, sich ohne Mehrkosten für eine Girocard, eine Visa Debit oder beides zu entscheiden. Lediglich im „AktivKonto“ ist die Girocard mit 5 Euro/Jahr bepreist, die Visa Debit soll in diesem Modell künftig 15 Euro/Jahr kosten.

Wie viele potenzielle Debit-Kunden sich Visa damit genau erschließt, ist unklar: In den eigenen Geschäftsberichten sprach die HVB bis 2017 von „rund 2,5 Millionen Kunden“ – danach brach die Berichterstattung ab. In den Tiefen des vorletzten „Nachhaltigkeitsberichts“ der HVB-Mutter Unicredit auf Seite 138 ist von 1,6 Millionen Kunden im Geschäftsbereich „Commercial Banking“ die Rede (siehe auch hier). Doch einerlei, ob es nun anderthalb oder zweieinhalb Millionen Kunden sind oder irgendwas dazwischen: Visa darf die Hypo Vereinsbank als Prestige-Mandat verbuchen. Die Kartenriesen machen Ernst bei Ihrem Vorhaben, ihre Debitkarte hierzulande als Alternative zur Girocard zu etablieren (wobei interessanterweise auch Visa im Vergleich zu Mastercard kräftig aufholt).

Die Einführung nährt auch die Theorie, dass den „Maestro“- und „V-Pay“-Systemen von Mastercard bzw. Visa kein allzu langes Leben mehr beschieden sein könnte. Denn die HVB führt nicht nur die Visa Debit ein, sondern nimmt zugleich die (ebenfalls bislang optional angebotene) reinrassige V-Pay-Karte aus dem Sortiment, wie Finanz-Szene.de bereits vor zwei Wochen gemeldet hatte.

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