Exklusiv

Volks- und Raiffeisenbanken starten Dienstagfrüh mit Apple Pay

20. April 2020

Von Hendrik Dahlhoff und Heinz-Roger Dohms

Die Volks- und Raiffeisenbanken gehen an diesem Dienstag mit Apple Pay live – so jedenfalls besagen es exklusive Informationen von Finanz-Szene.de. Damit bieten (Ausnahmen: Postbank, Targobank und Santander) nun alle großen Banken und Bankengruppen hierzulande die mobile Bezahllösung des US-Tech-Giganten an. Als erste Institute waren Ende 2018 die Deutsche Bank, Comdirect, HVB, N26 und eine Handvoll weiterer Anbieter mit Apple Pay gestartet. 2019 folgten unter anderem die großen Direktbanken (DKB, ING, Consors …) und kurz vor Weihnachten die Sparkassen sowie die Commerzbank. Für Ende letzten Jahres hatte eigentlich auch der genossenschaftliche Bankensektor seinen Go-Live geplant. Dieser war dann jedoch kurzfristig verschoben worden. Die Gründe sind bis heute unklar, außer dass es Schwierigkeiten bei der “technischen Umsetzung” (Zitat BVR via Twitter) gegeben habe.

Entsprechend wurde es für die Volks- und Raiffeisenbanken höchste Zeit – zumal der bargeldlose Zahlungsverkehr im Zuge der Corona-Pandemie einen regelrechten Boom zu erfahren scheint (an quantitativen Belegen für diese These mangelt es zwar noch, die Plausbilität und die anekdotische Evidenz sprechen allerdings eindeutig dafür). Dass mobiles Bezahlen inzwischen kein Nischenthema mehr ist, hatte sich schon im Dezember beim Marktstart der Sparkassen gezeigt. Damals berichtete Finanz-Szene.de, dass sich rund eine Woche nach dem Launch schon mehr als 200.000 Kunden die neue Bezahlart aktiviert hatten. Einen ähnlichen Schnellstart erhoffen sich nun auch der Genossenschaftssektor.

Sparkassen im Apple-Pay-Rausch. Offenbar >200.000 Aktivierungen

Technisch sieht die Sache so aus, dass die Kunden der Volks- und Raiffeisenbanken – sofern Sie über ein iPhone verfügen – von Dienstag an ihre Visa- oder Mastercard bei Apple Pay hinterlegen können. Daneben gibt es auch eine Debit-Variante, wobei wir uns hier nicht ganz sicher sind, ob die ausschließlich von Mastercard oder wahlweise auch von Visa kommt.* Ziel der Genossen ist es, in den kommenden Monaten in Abstimmung mit der Deutschen Kreditwirtschaft auch eine Girocard-basierte Lösung auf den Weg zu bringen. Ob diese dann die Mastercard- bzw. Visa-Debit-Variante ablöst oder die Spielarten koexistieren sollen, konnten wie am Montag nicht mehr in Erfahrung bringen.

Unabhängig davon scheint die Apple-Pay-Umsetzung bei den Genos bemerkenswert: Während zum Beispiel die Deutsche Bank mit einer virtuellen (und kostenfreien!) Debit-Mastercard allen Kunden einen schnellen Einstieg in die Apple-Pay-Welt ermöglichte, verzichteten die Sparkassen auf eine eigene Debit-Lösung. Ähnlich ist die Lage bis heute etwa bei der DKB, wo bis heute nur die Visa-Kreditkarte in Apple Pay eingepflegt wurde und von einer Debitkarten-Umsetzung (also auch die Girocard) noch nichts in Sicht ist.

An der Umsetzung waren auf Genossenseite die DZ Bank, die Fiducia & GAD, die VR Payment, der DG Verlag und der BVR beteiligt. Ob neben den Volks- und Raiffeisenbanken auch weitere Genossenschaftsinstitute wie die Sparda-Banken und die PSD-Banken an diesem Dienstag mit Apple Pay live gehen, war für Finanz-Szene.de am Montagabend nicht mehr zu kläre. Wir gehen aber davon aus.


*In der ursprünglichen Version des Artikel hatten wir noch tendenziell auf eine alleinige Mastercard-Lösung getippt.

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