Rückblick

Was zwischen den Jahren bei Banken und Fintechs passiert ist

So viele Bafin-Rüffel, wie das neue Jahr schon Tage hat. Login-Probleme bei Deutsche Bank und Postbank. Eine Volksbank, bei der gleich vier Aufsichtsräte zurücktreten. Und noch ein bisschen Kleinkram.

Eine kurze Zusammenfassung dessen, was während unserer Erscheinungspause in Ihrer Branche passiert ist, liebe Leserinnen und Leser (wobei das jenseits der Gelsenkirchen-Sache ehrlicherweise nicht viel war):

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  • Die Bafin hat M.M. Warburg wegen eines Verstoßes gegen Kapitalvorschriften ein Bußgeld von 750.000 Euro auferlegt. Begründung: Das Hamburger Institut habe für das Geschäftsjahr 2022 trotz eines Verlusts (und damit rechtswidrig) Zinserträge auf sein AT1-Kapital ausgeschüttet.
  • Flatex-Degiro muss derweil wegen zwei Verstößen gegen das WpHG (also gegen das Wertpapierhandelsgesetz) immerhin 560.000 Euro berappen. Laut Bafin hatte der Onlinebroker im Jahr 2022 für ein vermeintlich kostenloses Produkt geworben – dabei aber nicht deutlich genug auf eine regelmäßig anfallende Bearbeitungsgebühr hingewiesen.
  • Auch zwei Verbund-Player sind während unserer kleinen Winterpause mit Bußgeldern seitens der Bafin belegt worden. Nämlich erstens der Sparkassen-Acquirer Payone (95.000 Euro wegen Mängeln in der AML-Prävention), zweitens die zur DZ Bank gehörende Reisebank (45.000 Euro, unter anderem wegen eines Verstoßes gegen eine Bafin-Verfügung zu Iran-Transaktionen).
  • Die Deutsche Pfandbriefbank treibt ihren Rückzug aus dem US-Markt voran – und hat mit dem Investor Oaktree Capital einen „Significant Risk Transfer“ vereinbart, bei dem rund 2 Mrd. Euro schwere Kreditrisiken vor allem aus US-Büroimmobilien auf Oaktree übergehen.
  • Apropos: Die Pfandbriefbanken hierzulande müssen laut einer Bafin-Mitteilung ab sofort keine Deckungsregister mehr einreichen (das sind Register zur Erfassung von Vermögenswerten, die zur Deckung ausgegebener Pfandbriefe dienen). Im Zuge der geplanten Novellierung des Pfandbriefbank-Gesetzes dürfte die Vorschrift ohnehin entfallen – die Aufsicht verzichtet erst einmal bis zum 30. Juni allerdings schon jetzt darauf.
  • Bei der Deutschen Bank und der Postbank ist es zwischen den Jahren zu technischen Problemen im Online-Banking gekommen. So hatten Kunden an zumindest zwei Tagen mit teils stundenlangen Problemen beim Login sowohl auf der Website als auch in der App zu kämpfen.
  • Die Zahl der Sparkassen und Primärgenossenschaften ist bei aggregierter Betrachtung erstmals unter 1.000 gesunken, zeigt eine zeb-Erhebung (über die das „HB“/Paywall als erstes berichtete). Demnach gab es per Ende November noch 645 VR-Banken und sonstige genossenschaftliche Primärbanken (27 weniger als zu Jahresbeginn) sowie 342 Sparkassen (sieben weniger).
  • Dazu passend: Die Sparkasse Lörrach-Rheinfelden (Bilanzsumme: 3,4 Mrd. Euro) und die Sparkasse Markgräflerland (3,3 Mrd. Eur0) prüfen eine Fusion; die beiden Institute zählen zusammen rund 800 Mitarbeiter.
  • Die Führungskrise bei der VR Südbank (Bilanzsumme: rund 850 Mio. Euro), die 2024 aus der Fusion von Bodenseebank Lindau und Raiffeisenbank Westallgäu hervorgegangen war, weitet sich aus. Nachdem Ende Oktober bereits der Aufsichtsratsvorsitzende zurückgetreten war, haben sich zum Jahreswechsel vier weitere Kontrolleure zurückgezogen. In einer Mitteilung ist von „persönlichen Gründen“ die Rede.
  • Die auch als „Effenberg-Bank“, „Maverick-Volksbank“ oder „Skandal-Volksbank“ bekannte VR-Bank Bad Salzungen Schmalkalden will sich umbenennen – und zwar in „VR-Bank Nordhessen Westthüringen“, wie laut „Finanzbusiness“ aus einer Mitteilung des Instituts hervorgeht.

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