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21/09/22: Berenberg schreibt 2022 ab, Nächste Geno-Großbank, Solaris hält an Verwahrentgelt fest

Berenberg schreibt das laufende (und eigentlich auch schon das kommende) Geschäftsjahr ab: Unter den vielen deutschen Banken, bei denen es 2021 eigentlich ganz gut gelaufen ist (zum Beleg unsere gestrige Analyse), war ja auch eine, bei der gerade geradezu unverschämt gut gelaufen ist – siehe Ende Januar unser Stück -> “83% Eigenkapital-Rendite! Berenberg kann vor Kraft kaum laufen”. Freilich: Wer sich, wie die Hanseaten, so sehr aufs Investmentbanking fokussiert, dass man es fast schon Ikarus-Banking nennen könnte, der nimmt zwangsläufig in Kauf, dass sehr, sehr guten Jahren auch mal schlechtere folgen …

…. Womit wir also bei 2022 wären: Wie sehr Börsen-Baisse und IPO-Flaute die Hamburger Traditionsbank getroffen haben, ließen bereits die beiden Entlassungswellen zunächst in New York (siehe unser Scoop hier) und dann in London (siehe hier) erahnen. Im Gespräch mit der “Wirtschaftswoche” (Paywall) räumte Berenberg-Chef Hendrik Riehmer dieser Tage nun ein, dass Berenberg “in diesem Jahr wohl nur sehr wenig Geld verdienen” werde. Plus: Auch der Ausblick für 2023 sei “sicher nicht bombastisch”. Konsequenz: Die Kosten habe man zuletzt auf das Niveau von 2019 heruntergedimmt, so Riehmer. In Zahlen (auf Basis des Einzelabschlusses): Im vergangenen Jahr war Berenberg auf den Monat runtergerechnet mit einem Verwaltungsaufwand von knapp 34 Mio. Euro unterwegs. 2019 dagegen? Waren es 28 Mio. Euro.

Kurz-News

Die Deutsche Bank bekommt in einem ihrer wichtigsten Geschäftsfelder prominente Konkurrenz. So hat die US-Investmentbank Universalbank Goldman Sachs gestern angekündigt, ins europäische Transaction Banking einsteigen zu wollen. Die entsprechende Einheit werde in Frankfurt angesiedelt +++ +++ Die Solarisbank (an Einlagen momentan nicht wirklich interessiert) hält als eine von wenigen namhaften Banken hierzulande am Verwahrentgelt fest – hebt aber immerhin den Freibetrag von 100.000 Euro auf 250.000 Euro an, wie aus einer Kundenmitteilung des Frontend-Partners Penta hervorgeht  +++ In Baden-Württemberg könnte die nächste genossenschaftliche Primärbank mit zumindest annähernd elfstelliger Bilanzsumme entstehen … +++ … So wollen laut einem Bericht der “Badischen Neuesten Nachrichten” (Paywall) die Volksbank Kraichgau (Bilanzsumme: 6,2 Mrd. Euro) und die Volksbank Bruchsal-Bretten (3,3 Mrd. Euro) “in Sondierungsgespräche eintreten, die zu einer Verschmelzung führen können” +++ +++ Die zwölftgrößte deutsche Sparkasse – nämlich die Nassauische Sparkasse – bekommt einen neuen Vorstandschef. Er heißt Marcus Nähser, ist 54 Jahre alt, kommt von der Kreissparkasse Heilbronn (wo er momentan noch das Firmenkundengeschäft verantwortet) und soll im kommenden Frühjahr die Nachfolge des langjährigen Naspa-Chefs Günter Högner antreten. Denn der? Geht in Ruhestand +++ Der Endlos-Prozess zwischen der Deutschen Bank und den früheren Postbank-Aktionären findet auch weiterhin kein Ende. So deutete der BGH gestern an, dass sich als nächstes nun doch wieder das OLG Köln mit der Causa befassen soll (dpa/SZ) +++ Die Liechtensteinische Landesbank launcht im deutschen Markt eine digitale Vermögensverwaltung namens “wiLLBe”. Anlagefokus: Nachhaltigkeit. Vertriebsweg: Online-Direktvermarktung +++ Unicredit-Chef Andrea Orcel hat das grundsätzliche Interesse seines Instituts, mit der Hypo-Vereinsbank hierzulande auch anorganisch zu wachsen, bekräftigt … +++ … “Eine signifikante Erhöhung unseres Marktanteils in Deutschland wäre gut für die Unicredit als Ganzes“, sagte der Manager in einem Interview mit dem “Handelsblatt” (Paywall) … +++ … Zugleich schränkte Orcel allerdings ein, dass Übernahmen aufgrund der volatilen Aktienmärkte und der drohenden Rezession aktuell “schwierig” seien

Finanz-Szene geht ab Oktober hinter die Paywall ...

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