Kurz gebloggt

Gewinn der BayernLB wird zum “Einlagensicherungs-Fall”

12. Mai 2022

Von Christian Kirchner

Als die BayernLB Ende März erstaunlich bescheidene Ziele fürs Gesamtjahr ausgab (300-500 Mio. Euro Gewinn bzw. >3% Eigenkapitalrendite, jeweils vor Steuern), da hielten wir dies für gepflegtes Understatement. Sieht ja immer gut aus, wenn’s am Ende besser kommt, als man am Anfang prognostiziert hat. Indes – die gestern vorgestellten Q1-Zahlen belehren uns eines Besseren, stützen sie doch auf unfreiwillig eindrückliche Weise den pessimistischen Ausblick.

Konkret:

  1. Der Zinsüberschuss fiel nach dem Wegfall des TLTRO-Dopings von Januar bis März um merkliche 7%
  2. Das Fair-Value-Ergebnis (ganz anders als, siehe unten, bei der Commerzbank) viertelte sich
  3. Statt wie vor einem Jahr im Startquartal 28 Mio. Euro Risikovorsorge aufzulösen, musste die BayernLB diesmal 32 Mio. Euro Risikovorsorge bilden.

Und operativ??? Ist offenkundig nicht genug Schwungmasse vorhanden, um auch dann ein klar positives Quartalsergebnis einzufahren, wenn sich die äußeren Umstände gegen einen wenden – zumal die BayernLB/DKB ja auch nicht für ultra-aggressives Kostendrücken bekannt ist (Verwaltungsaufwendungen diesmal: +2%).

Was man fairerweise hinzufügen muss: Die Bankenabgabe, die ja branchenweit inzwischen traditionell das Q1-Ergebnis verhagelt, stieg von ohnehin schon spürbaren 71 Mio. Euro auf nunmehr wirklich schmerzliche 104 Mio. Euro. Dafür allerdings sparte die Münchner Landesbank in einem uns verblüffenden Umfang bei der Einlagensicherung. Hier schlugen vor einem Jahr noch 73 Mio. Euro zu Buche. Doch diesmal? Waren’s (infolge des Wechsels der Tochter DKB aus der öffentlichen EdÖ in die private EdB) nur noch 14 (!) Mio. Euro – wodurch die BayernLB den Absturz in die roten Zahlen vermied und unterm Strich wenigstens noch ein Konzernergebnis von 18 Mio. Euro rettete.

Nun lässt sich der Effekt leider nicht annualisieren. Stattdessen geht man in München auf Gesamtjahr eher von einer Ersparnis von +/- 50 Mio. Euro aus. Und doch, diese Entlastung ist krass!!! Womit eigentlich nur noch die Frage bleibt, was denn eigentlich die DKB im Q1 gemacht hat.

Die Antwort auf diese Frage finden Sie hier: Finanz-Szene.de

NEWSLETTER

Deutschlands führender Banken-Newsletter. Jetzt abonnieren!

Share

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on xing