Die Grafik (#5)

Naming & Shaming: Unsere Grafik zum Aggro-Kurs der Bafin

9. März 2022

Von Christian Kirchner

Dass die Bafin mittlerweile fast jede Woche eine Bank an den Pranger stellt– daran hat man sich ja gewöhnt. Aber gleich zwei an einem Tag? Das ist selbst in der Ära Branson noch nicht vorgekommen. Mithin, halten wir fest:

  • Gestern, 11.32 Uhr: “Stadtsparkasse Bad Pyrmont: Bafin ordnet zusätzliche Eigenmittelanforderungen an.”
  • Und dann um 16.21 Uhr: “Solarisbank: Bafin legt zusätzliche Eigenmittelanforderungen fest.”

Nun würde es vermutlich lohnen, die beiden Fällen mal ein bisschen tiefer aufzubohren. Denn insbesondere an der Solarisbank scheint der gute Mark Branson ja einen regelrechten Narren gefressen zu haben. Rückblick: Ende Januar hatte die Bonner Finanzaufsicht das Berliner Fintech schon einmal öffentlich gescholten (siehe ->Bafin schickt Solarisbank einen Sonderaufpasser ins Haus). Und nun? Gibt’s den zweiten Rüffel (der wie schon der erste auf einer Sonderprüfung aus dem Jahr 2020 zu fußen scheint) also gleich hinterher – garniert mit der Formulierung, es seien “zahlreiche organisatorische Mängel festgestellt” worden, die eine “nicht ordnungsgemäße Geschäftsorganisation” belegten. Das ist vom Wording her ein anderer Härtegrad als zuletzt beispielsweise bei Varengold oder der Raiffeisenbank Hochtaunus (“Ordnungsmäßigkeit nicht in allen Bereichen gegeben”).

Indes – jenseits der gestrigen Einzelfälle ist es vor allem das Gesamtbild, das erstaunt. Eine kleine Recherche von Finanz-Szene.de belegt nämlich: Die Bafin erlässt inzwischen signifikant mehr Maßnahmen gegen Banken als noch vor zwei, drei Jahren. Und gerade in den letzten Wochen geht der Trend dabei klar zum “Naming and Shaming”.

Hier unsere in eine Grafik gegossene Auswertung

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