Aufsichts-Ticker

Sämtliche Aufsichts-News aus Oktober und November 2025

In unserem Aufsichts-Ticker verfolgen wir die alltäglichen Scharmützel zwischen der Bafin und den deutschen Banken (und Fintechs!) – und darüber hinaus berichten wir, wie sich die regulatorischen Rahmenbedingungen für die Branche entwickeln. 

Hier unser Ticker für Oktober und November 2025:

–––

Exklusiv: Müssen Banken mit Immobilien-Aktivitäten jetzt ihre Satzungen ändern?

Eine auffällige Satzungsänderung bei der Sparda Hessen wirft ein Schlaglicht auf die regulatorischen Implikationen der Immobilien-Aktivitäten deutscher Banken. Nach Informationen von Finanz-Szene hat das genossenschaftliche Institut seine Statuten kürzlich um eine weitere Tätigkeit (neben den typischen Tätigkeiten wie Kredit- oder Einlagengeschäft) erweitert – nämlich um den Erwerb, den Verkauf und die Übertragung „von Immobilien aller Art“. Dabei gehe es sowohl um die Vermietung also auch um die Verwaltung von eigenen Immobilien, ist in der veränderten Satzung zu lesen. Ein Einzelfall? Oder steckt mehr dahinter? Hier entlang: FS Premium

––––––––––––––––––––––––

Was die EU-Einigung bei der PSD3 für Banken und Fintechs bedeutet

––––––––––––––––––––––––

Kurz getickert

  • Die Bafin will bei der Kontrolle der Geschäftsberichte von Banken und Sparkassen im kommenden Jahr einen besonderen Fokus auf Aussagen zur gesamtwirtschaftlichen Lage legen. Allem Anschein nach sind die Aufseher zuletzt vermehrt auf Fälle gestoßen, in denen Institute bei Themen wie Konjunktur oder Zinsentwicklung eher freihändige (und tendenziell optimistische) Einschätzungen vornehmen. Die Bafin verlangt nun explizit, dass Bankvorstände einen „objektivierten Maßstab“ anlegen, wenn sie im Lagebericht die etwaigen Folgen makroökonomischer Veränderungen beschreiben.
  • Dass die Bafin im Zuge ihrer aufsichtlichen Erleichterungen auch das Inhaberkontroll-Verfahren entrümpelt – das hatten wir ja schon berichtet (und zwar in unserem Aufsichts-Ticker aus dem Mai). Dieser Woche nun ist die entsprechende Verordnung veröffentlicht worden. Bitte sehr: Bundesgesetzblatt
  • Die Bafin lässt wissen, dass sie wegen „wiederholter Mängel in der Geschäftsorganisation“ eine Verwarnung gegen zwei Geschäftsleiter einer Sparkasse ausgesprochen habe. Um welches Institut es sich handelt, blieb offen 
  • Die Bafin entsendet (was wir in unserer Exklusiv-Berichterstattung im September schon vorweggenommen hatten) einen Sonderbeauftragten in die C24 Bank – und macht der Neobank darüber höhere Kapitalvorgaben. Zur Begründung verwiesen die Aufseher unter anderem auf „gravierende Mängel insbesondere in der Geldwäscheprävention“.
  • Nach der Kreissparkasse Köln begibt sich, wie der Platow-Brief (Paywall) berichtet, nun auch die Sparkasse KölnBonn unter die EZB-Bankenaufsicht (zum Hintergrund empfehlen wir aus 2023 unseren Deep Dive –> Geheimprojekt: Wie sich der Sparkassen-Sektor auf die EZB-Aufsicht vorbereitet)

––––––––––––––––––––––––

So haben die deutschen Banken bei der SREP-Überprüfung der EZB abgeschnitten

––––––––––––––––––––––––

Kurz getickert

  • Als nach eigenen Angaben erste genossenschaftliche Primärbanken haben die Volksbank Raiffeisenbank Bayern Mitte und die Volksbank Mittlerer Schwarzwald eine Micar-Lizenz erhalten – sie dürfen also künftig regulierte Krypto-Services anbieten, von der Verwahrung bis zum Handel. Was genau die Institute mit der Bafin-Erlaubnis anstellen wollen, bleibt zwar vage (es gehe um die „Integration von klassischem Banking und neuen Technologien“, heißt es in einer Mitteilung).Verwiesen wird jedoch auf eine enge Kooperation mit der DZ Bank, die in den nächsten Monaten bekanntlich ihr Krypo-Angebot für Privatkunden ausrollen will.

––––––––––––––––––––––––

„Loan to Value“ statt „Beleihungswert“ – Banken scheitern an neuer Baufi-Statistik

Simplere Kapitalregeln, weniger Stresstests, nationale Ausnahmen – seit Monaten kündigt die deutsche Finanzaufsicht eine regulatorische Erleichterung nach der anderen an. Parallel allerdings (und öffentlich bislang unbemerkt) haben sich die Bundesbank auf der einen sowie Banken und Sparkassen auf der anderen Seite bei der Umsetzung einer bestehenden Richtlinie regelrecht ineinander verhakt. Es geht um die neue Statistik zur Finanzierung von Wohnimmobilien, kurz: „WIFSta“. Für diese sollen die Geschäftsbanken der Aufsicht eigentlich detaillierte Angaben zu ihren Engagements in der privaten Baufinanzierung liefern. Bislang allerdings geschieht dies allem Anschein nach eher schlecht als recht. So hat sich die Bundesbank laut Informationen von Finanz-Szene jüngst bei der Deutschen Kreditwirtschaft (also der Dachorganisation der großen Bankenverbände) beschwert. Tenor: Die von Banken und Sparkassen zur Verfügung gestellten Daten seien mangelhaft. Insidern zufolge wurde der Branche eine Frist von vier Monaten eingeräumt. Bis Mitte Februar müssen die Institute ihre „WIFSta“-Meldungen also überarbeitet haben. Doch schaffen sie das überhaupt? Hier die vertrackte Gemengelage: FS Premium

––––––––––––––––––––––––

Partner-Blog

Warum operationelle Risiken für Banken neu klassifiziert werden müssen: Ein Cyberangriff legt eine Bank für drei Tage lahm. Der Schaden: 15 Mio. Euro. Ein Mitarbeiter verkauft „grüne“ Finanzprodukte, die gar nicht nachhaltig sind. Wieder Millionenverluste durch Greenwashing-Vorwürfe. Das Problem: Das 20 Jahre alte System zur Klassifizierung operationeller Bankrisiken gerät bei solchen Fällen an seine Grenzen – weshalb die EBA nun ein grundlegendes Update anstrebt. Die wichtigsten Änderungen im Überblick: Finanz-Szene (frei zugänglich)

––––––––––––––––––––––––

Kurz getickert

  • Die Deutsche Bank braucht sich ab November erstmals seit Jahren mit keinem Sonderbeauftragten mehr herumzuschlagen. Nachdem die Bafin im letzten Herbst das Mandat des Geldwäsche-Beauftragten auslaufen ließ, zieht sie laut SZ (Paywall) jetzt jenen Sonderbeauftragten ab, den sie im Zuge der missglückten Postbank-Migration entsandt hatte.
  • Die Bafin statuiert an der Ten31 Bank (siehe –> Wenn die Aufsicht aggro wird – die Geschichte hinter der bayerischen Saustall-Bank) das nächste Exempel. Nachdem die Aufseher den langjährigen Vorstandschef Matthias von Hauff mündlich abberufen hatten, untersagen sie dessen an der Bank beteiligten Holding nun die Ausübung ihrer Stimmrechte. Begründung: Im Zuge eines Anteilsverkaufs habe die Gesellschaft „das erforderliche Inhaberkontroll-Verfahren umgangen“.

––––––––––––––––––––––––

Linktipp

  • Ob der Fall auch für deutsche Banken relevant ist, sei mal dahingestellt. Interessant finden wir aber so oder so, dass die EZB-Bankenaufsicht gestern erstmals eine sich täglich erhöhende Geldbuße wegen nicht eingehaltener ESG-Vorgaben öffentlich gemacht hat, und zwar gegen das spanische Geldinstitut Abanca. Mitteilung

––––––––––––––––––––––––

Banken-Lobby: Auch mittelgroße Banken sollen von „Kleinbank-Regime“ profitieren

In der Debatte um ein neues „Kleinbanken-Regime“ macht sich die Deutsche Kreditwirtschaft dafür stark, dass neben kleinen auch mittelgroße Institute von den geplanten Vorteilen profitieren sollen. Hintergrund: Bafin und Bundesbank haben bekanntlich Pläne vorgelegt, wonach Institute mit weniger als 10 Mrd. Euro Bilanzsumme künftig von der Berechnung risikogewichteter Kapitalanforderungen befreit werden sollen. Die Deutsche Kreditwirtschaft verweist in einer Stellungnahme nun allerdings darauf, dass in anderen europäischen Ländern deutlich höhere Schwellenwerte gelten – in der Schweiz sind es umgerechnet 18 Mrd. Euro, in Großbritannien umgerechnet sogar 23 Mrd. Euro.

Würden diese Werte auf Deutschland übertragen, profitierten im Extremfall grundsätzlich sogar Institute wie die IKB (Bilanzsumme: 14,1 Mrd. Euro) oder die Groß-Sparkasse in Hannover (21,0 Mrd. Euro) von den regulatorischen Ausnahmen. Wie realistisch dieses Ansinnen ist, bleibt freilich abzuwarten. So gab Standard & Poor’s neulich zu bedenken, dass im kleinteiligen deutschen Bankenmarkt sogar schon bei einer 10-Mrd.-Schwelle fast ein Fünftel aller Branchen-Aktiva in den Genuss der regulatorischen Erleichterungen käme – während es im eidgenössischen und britischen Bankenmarkt nicht einmal 5% seien (siehe hier).

––––––––––––––––––––––––

Kurz getickert

  • Wie die Kreissparkasse Köln gegenüber dem Platow-Brief (Paywall) wissen lässt, dürfte die Bilanzsumme in diesem Jahr die notorische Grenze von 30 Mrd. Euro erreichen – der entsprechende Wechsel unter die EZB-Bankenaufsicht sei für 2027 geplant

––––––––––––––––––––––––

Warum die Bafin-Sanktion gegen die deutsche J.P. Morgan dermaßen hoch ausfällt

––––––––––––––––––––––––

Partner-Blog

Zwischen IReF, KI und Datenintegration – wie Banken ihr Meldewesen neu aufstellen: Finanzkrise, Schuldenkrise, Corona, Krieg – nach den Schocks der letzten Jahre arbeiten die Regulatoren weiter an den Regelwerken des Finanzsystems. Die zentralen Bausteine dabei sind die Transformation des Meldewesens und dessen engere Vernetzung mit dem Risikomanagement. Wie das für Banken und Sparkassen funktionieren kann: Finanz-Szene (frei zugänglich)

––––––––––––––––––––––––

Ein Fall für die Bafin?! Wie es zum Blitzcrash bei der PBB-Aktie kam

Nichts gegen Tobias Lukesch, den wackeren Analysten von Kepler Cheuvreux. Aber dass Lukesch (so jedenfalls las sich ein etwas unglücklich formulierter Medienbericht gestern) mit seinem am Dienstagmorgen vorgenommenen Downgrade der PBB-Aktie deren 17%-Blitzcrash am Montagnachmittag ausgelöst haben könnte – das wäre der Ehre dann doch ein bisschen zu viel. Interessanterweise scheint es aber trotzdem einen Zusammenhang zwischen dem Lukesch-Downgrade (und weiteren, durchweg negativen Analysten-Kommentaren vom gestrigen Tage) und dem plötzlichen Kurssturz vom Vortag zu geben. Und womöglich wird die Ereigniskette, wie sie sich mittlerweile grob rekonstruieren lässt, den ein oder anderen Marktteilnehmer da draußen in Erklärungsnot bringen – und vielleicht ja die Bank selbst auch. Hier entlang: FS Premium

––––––––––––––––––––––––

Schlag gegen Kreditkarten-Betrüger – deutsche Payment-Provider kompromittiert

Das Bundeskriminalamt und die Generalstaatsanwaltschaft Koblenz sind am gestrigen Dienstag in einer international koordinierten Aktion gegen mutmaßliche Betrugs- und Geldwäschenetzwerke vorgegangen. Dabei wurden nach Angaben von BKA und Bafin zahlreiche Objekte unter anderem in Deutschland durchsucht, mehrere Personen seien festgenommen worden. Den Beschuldigten werde vorgeworfen, Kreditkartendaten von Geschädigten aus 193 Ländern genutzt zu haben, um fast 20 Mio. Abonnements über Schein-Webseiten abzuschließen. Zur Abwicklung von Zahlungen sollen die Beschuldigten vier große deutsche Zahlungsdienstleister kompromittiert haben. Die Namen der Payment-Unternehmen wurden zunächst nicht genannt (aber so viele kommen da ja nicht infrage). Den „tatsächlich eingetretenen Schaden“ beziffern BKA und Finanzaufsicht auf einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag. Neben der Bafin war auch die für Geldwäsche-Verdachtsfälle zuständige Financial Intelligence Unit in die Ermittlungen involviert, hieß es am Abend.

––––––––––––––––––––––––

Linktipp

  • Die Bafin hat ihre „Fit & Proper“-Anforderungen an Bankvorstände aktualisiert. Und weil viele von Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, ja beides sind (also Bankvorstand und „Fit & Proper“) oder zumindest beides werden wollen, empfehlen wir einfach mal die Lektüre: Bafin-Rundschreiben (PDF)

––––––––––––––––––––––––

Kurz getickert

  • Die zuletzt auch von einigen deutschen Banken eingesetzten synthetischen Verbriefungen („Synthetic Significant Risk Transfers“) wecken das Misstrauen der EZB-Bankenaufsicht. Laut Bloomberg (Paywall) wollen die Aufseher die Institute dazu anhalten, stärker auf „Cash-SRTs“ zu setzen, bei denen die Kredite die Bilanz tatsächlich verlassen.
  • Die EZB reduziert im Zuge ihrer jährlichen SREP-Überprüfung auch bei der Deutschen Bank die Eigenkapital-Anforderungen. Allerdings sinkt in deren Fall der „P2R“-Zuschlag lediglich um 5 Basispunkte auf immer noch stramme 2,85% (zum Vergleich: Bei der Commerzbank sind es 2,15%).
  • Im EU-Parlament regt sich weiterer Widerstand gegen den digitalen Euro. Laut dem zuständigen Berichterstatter Fernando Navarrete sollten die Pläne für die neue Währung nur dann vollumfänglich umgesetzt werden, wenn privatwirtschaftliche europäische Alternativen fehlten (HB/Paywall)
  • Die EZB will laut Bloomberg (Paywall) an ihrem Zeitplan für die Einführung des digitalen Euro festhalten – und auch wenn das Projekt aktuell im Trilog von EU-Kommission, EU-Rat und EU-Parlament feststeckt. Hieße: 2029 würde es dann tatsächlich losgehen
  • Die Bafin hebt die Meldeschwelle an, ab der (Bank-)Vorstände und andere Insider den Handel mit Wertpapieren des eigenen Unternehmens melden müssen. Bislang lag die Grenze bei 20.000 Euro, künftig sind es 50.000 Euro.
  • Die Bafin rüffelt binnen kürzester Zeit schon den dritten Deutschland-Ableger chinesischer Banken. Betroffen diesmal ist die Niederlassung der Agricultural Bank of China, die wegen Mängel in ihrer Geschäftsorganisation zusätzliche Eigenmittel vorhalten soll.
  • Gute Nachricht für die hiesige Open-Banking-Szene: Die FIDA-Regulierung (um die es zu Jahresbeginn ja große Aufregung gegeben hatte, siehe –> Totgesagte leben kürzer: Wie – und ob – es bei FIDA weitergeht) hat es ins EU-Arbeitsprogramm für das kommende Jahr geschafft. Allerdings wird das Thema einstweilen unter „Pending“ geführt. Die Details und der weitere Zeitplan bleiben also abzuwarten.
  • Als nächstes hiesiges Geldinstitut hat nun auch die aufs Depotgeschäft spezialisierte Münchner V-Bank eine MiCAR-Lizenz für den Kryptohandel ergattert.
  • Die Bafin räumt den Anbietern von Turbo-Zertifikaten eine längere Schonfrist ein. Im Mai hatte die Aufsicht mitgeteilt, den Vertrieb der umstrittenen Produkte beschränken zu wollen – eine entsprechende Allgemeinverfügung sollte bald erlassen werden (siehe –> Bafin geht gegen Turbo-Zertifikate vor – welche Banken es besonders trifft). Das hat die Bafin nun zwar tatsächlich getan. Statt der üblichen drei Monate bekommen die Marktteilnehmer (dazu gehören Emittenten genauso wie Anbieter und Intermediäre) allerdings vom heutigen Donnerstag an acht Monate lang Zeit, um die neuen Vorgaben umzusetzen; Stichtag ist mithin der 16. Juni 2026. An den Restriktionen als solchen ändert sich nichts: Banken und Broker müssen Retailanlegern künftig eine standardisierte Risikowarnung anzeigen und zumindest alle sechs Monate das Basiswissen ihrer Kunden abfragen. Zudem werden Vergünstigungen wie reduzierte Ordergebühren oder Neukundenboni verboten.
  • Die Oldenburgische Landesbank hat sich einen weiteren Rüffel seitens der Bafin eingefangen – samt zu begleichender Geldbußen in Höhe von insgesamt 910.000 Euro. Nachdem die Aufseher dem Spezialfinanzierer zuletzt unter anderem Mängel in der Bewertung von Kreditsicherheiten vorgeworfen hatten (siehe Ende September unser Stück –> Was hinter dem neuerlichen Bafin-Schelte für die OLB steckt), stört sich die Bafin diesmal an der „nicht ordnungsgemäßen“ Abwicklung von Wertpapierorders. Zudem beklagt sie ebenfalls im Zusammenhang mit Anlageprodukten eine mangelnde Transparenz bei Kosten und Rückvergütung. Die Kritik bezieht sich auf Vorgänge in den Jahren 2020 und 2021; die Probleme seien seit längerem vollständig abgearbeitet, teilte die OLB gestern mit.
  • Die Bafin-Sonderprüfung bei der Varengold Bank (bzw. bei der Noch-Varengold-Bank) steht nach gut drei Jahren vor dem Abschluss. Auch die Bestellung des Sonderbeauftragten ende zum 31. Oktober, teilt das Hamburger Institut mit.
  • Die Deutsche Sparkassen Leasing kassiert die aufsichtliche Quittung für den schweren Cyber-Security-Vorfall vor zwei Jahren (siehe damals –> Was beim Cyber-Angriff auf die Deutsche Leasing wirklich passiert ist). Wie die Bafin gestern mitteilte, hat sie bei einer Sonderprüfung „diverse schwerwiegende und gewichtige Mängel“ im IT-Bereich der Sparkassen-Tochter festgestellt – eine sehr weitreichende Formulierung, die auf Defizite der höchsten Kategorie „F4“ schließen lässt. Insbesondere im Management von Identitäten und Rechten hätten sich Schwachstellen gezeigt.

––––––––––––––––––––––––

Wie sich bei der LBBW (und anderen Landesbanken) das Eigenkapital stapelt

––––––––––––––––––––––––

Exklusiv: 227 Mio. € weniger! So regnet die neue Sparkassen-Sicherung bei LBBW und Co. rein

Auf die Landesbanken und die Deka kommen bekanntlich milliardenschwere Zusatzbelastungen zu. Hintergrund ist der neue Sicherungsfonds der Sparkassen-Finanzgruppe, den die EZB-Bankenaufsicht nach der zähen Rettung der NordLB eingefordert hatte. Berechnungen von Finanz-Szene zeigen nun, wie der neue Fonds die Ergebnisse der Landesbanken (und der Deka) in diesem Jahr belastet – und in den nächsten Jahren belasten dürfte. Der Reihe nach: Bis 2032 müssen Sparkassen und Landesbanken jeweils 2,6 Mrd. Euro in den Fonds einzahlen – insgesamt also 5,2 Mrd. Euro. Ziel ist eine zusätzliche Reserve von 0,5% der Gesamtrisikoposition, damit künftige Stützungsaktionen schneller abgewickelt werden können. Für die Landesbanken und die Deka bedeutet das jährliche Zahlungen von zusammen rund 325 Mio. Euro, wovon etwa 227,5 Mio. Euro direkt auf die Ergebnisse durchschlagen. Erste Zahlen zum Jahr 2025 zeigen jetzt, wie sich die Belastungen verteilen: FS Premium

––––––––––––––––––––––––

Immobilien-Crash – bei badischer Problem-Sparkasse explodiert die Risikovorsorge

––––––––––––––––––––––––

Kurz getickert

  • Über die Einführung des Digitalen Euro wird nun doch nicht mehr in diesem Jahr, sondern voraussichtlich erst im kommenden Frühjahr entschieden. Wie gestern in Brüssel verlautete, ist die entscheidende Abstimmung im Währungsausschuss des Europäischen Parlaments jetzt für Mai 2026 vorgesehen. Ungeachtet der Verzögerung will die EZB – die bei dem Projekt die operative Führung innehat – an ihrem grundsätzlichen Fahrplan zum Digitalen Euro festhalten. Die anstehende zweite Testphase soll darum zeitnah beginnen.

––––––––––––––––––––––––

Sämtliche Aufsichts-News aus September 2025

Rechtehinweis

Die Artikel von Finanz-Szene sind urheberrechtlich geschützt und nur für den jeweiligen Premium-Abonnenten persönlich bestimmt. Die Weitergabe – auch an Kollegen – ist nicht gestattet. Wie Sie Inhalte rechtssicher teilen können (z.B. via Pressespiegel), erfahren Sie hier.

Danke für Ihr Verständnis. Durch Ihr Abonnement sichern Sie ein Stück Journalismus!

To top