von Christian Kirchner, 27. März 2026
In der Bafin regieren also jetzt die Banker. Präsident Mark Branson, bekanntlich ein früherer Credit-Suisse-Manager. Und Nikolas Speer, ehemals Commerzbank, ehemals HSBC Deutschland – und seit einem Jahr das, was man den „obersten deutschen Bankenaufseher“ nennt (korrekterweise müssten wir „Exekutivdirektor Bankenaufsicht“ sagen). Ist das der Grund, warum jetzt dauernd von aufsichtlichen Erleichterungen, ja bisweilen sogar von einer regulatorischen „Revolution“ die Rede ist? Höhlen die Banker die Bankenaufsicht jetzt von innen aus?
Nein, diese Lesart wäre natürlich Quatsch. Denn in Wirklichkeit geht der regulatorische Shift ja weit über Deutschland, weit über die Bafin hinaus. Der Auslöser dieses Wandels oder wenigstens der Verstärker, klar, war die Trump-Wahl. Aber auch jenseits von Trump hat sich die Art und Weise, wie über Regulatorik gedacht und gesprochen wird, in den letzten Jahren verschoben. Die Finanzkrise liege doch fast 20 Jahre zurück, heißt es in den Banken. Und gebe es nicht mittlerweile genügend Belege, dass man die Branche eher zu viel als zu wenig domestiziert habe??? (Trotz Rezession sind die Kreditausfälle überschaubar; wenn mal eine Bank umkippt, dann eine ganz kleine; und vor Cyber-Vorfällen wird zwar immer gewarnt – wirklich passiert ist in den letzten Jahren aber wenig.)
Jedenfalls, ob man’s gut oder schlecht findet, fest steht, dass bei der Bafin einiges in Bewegung geraten ist. Im Großen (Stichwort: Leverage Ratio) genauso wie im Kleinen (Stichwort: MaRisk-Novelle). Und so freuen wir uns wie Bolle, dass sich der eingangs erwähnte Nikolas Speer die Zeit genommen hat, in „Finanz-Szene – Der Podcast“ zu all den drängenden Themen im Spannungsfeld von Banking, Aufsicht und Regulierung ausführlich Stellung zu nehmen. So viel vorweg: Über Banker spricht der (Ex-)Banker Speer dabei nicht nur freundlich.
Auf geht’s:
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