Rückblick

Von N26 bis SumUp: Die Fintech-News aus unserer Pausen-Woche

18. Oktober 2021

Von Heinz-Roger Dohms

Was ist während unserer einwöchigen Pause in der (deutschen) Fintech-Branche passiert?

Ein schneller Überblick:

Mega-Funding für N26 nimmt Formen an

Zum in der Finalisierung begriffenen Mega-Funding von N26 werden immer mehr Details bekannt. Dass die Bewertung bei rund 8 Mrd. Euro liegen soll, war zuletzt ja schon verschiedentlich gemutmaßt worden. Der „Spiegel“ lieferte vergangene Woche nun auch die passende Finanzierungssumme: 700 Mio. Euro fließen dem Magazin zufolge in die Berliner Neobank. Unter den Investoren sollen sich derweil Coatue, Third Point und Dragoneer befinden, berichtet „Finance Forward“. Und noch ein Schnipsel zu N26 aus unserer einwöchigen Pause: Das Fintech hat sein Marketing merklich zurückgefahren, schaltete teilweise keine Google-Werbung mehr auf den eigenen Namen – ein ungewöhnlicher Vorgang, der angeblich mit Vorgaben der Bafin zusammenhängen soll, vorübergehend das Kundenwachstum zu beschränken.

SumUp stemmt bislang größte Übernahme durch ein (semi-)deutschen Fintechs

Dass deutsche Fintechs (siehe ja auch oben) Finanzierungen in dreistelliger Millionenhöhe erhalten – an dieses Phänomen hat man sich ja längst gewöhnt. Der deutsch-britische Miniterminal-Spezialist SumUp geht nun den sozusagen umgekehrten Weg: Für umgerechnet rund 275 Mio. Euro hat das in London und Berlin ansässige Milliarden-Fintech ein US-Unternehmen namens Fivestar übernommen, die bislang größte Übernahme durch ein (zumindest semi-)deutsches Finanz-Startup überhaupt. Fivestar ist (so wie wir es verstehen) genau wie SumUp auf kleine Händler ausgerichtet, aber nicht in erster auf Zahlungsdienste spezialisiert, sondern zum Beispiel auf Hilfe bei der Kundengewinnung. Ziel der Akquisition sei es, die Präsenz auf dem US-Markt auszubauen, sagte SumUp-Gründer Marc Christ.

Weitere Fintech-Meldungen aus unserer Pausen-Woche

  • Der „Buy now, pay later“-Hype erreicht Deutschland. So hat das erst diesen Sommer gegründete, auf Finanzierungen für Marktplätze fokussierte Berliner BNPL-Fintech Mondu in einer Seed-Finanzierung erstaunliche 14 Mio. Dollar erhalten – unter anderem vom Berliner Frühphasen-Investor Cherry Ventures. Hinter Mondu steht die Numi GmbH und dahinter wiederum die Gründer Malte Huffmann und Philipp Povel.
  • Und gleich noch eine hiesige BNPL-Erfolgsmeldung: Das ursprüngliche als Factoring-Fintech gestartete Berliner Unternehmen Billie setzt inzwischen auf „Buy now, pay later“ für Geschäftskunden – und hat hierfür nun das schwedische Riesen-Fintech Klarna als Partner gewonnen. Die Kooperation läuft darauf hinaus, dass Händler, die Klarna verwenden, für ihre Geschäftskunden künftig auch die BNPL-Methode von Billie integrieren können. Finance Fwd
  • Das Leipziger Finanz-Startup Wechselgott, das ein Geschäftsmodell verfolgt, an dem sich diverse deutsche Banken und Fintechs vergeblich versucht haben (nämlich ein „Vertragsmanager“ zur Verwaltung von Strom-, Gas- oder Versicherungsverträgen), hat ein Funding über 5,6 Mio. Euro erhalten. Zu den Investoren gehören der Maklerpool Fonds Finanz sowie die Volksbank Mittelhessen. Finance Fwd
  • Der Berliner Einlagen-Broker Raisin DS hat einen seiner bislang prominentesten Vertriebspartner gewonnen – nämlich die DKB. Die wird Kunden, die höhere Zinsen für Tages- und Festgeld anstreben, künftig an das Fintech-Unicorn weiterleiten.
  • Trade Republic hat seinen Marktstart in Spanien bekanntgegeben.
  • Der nächste Apobank-Angreifer hat gefundet, nämlich Cure Finance aus Berlin. Unter anderem von VR Ventures gibt es 1,4 Mio. Euro.
  • Das auf Technologien für Robo-Advice-Lösungen spezialisierte Kölner Fintech Investify hat eine weitere namhafte Bank als Kunden gewonnen, nämlich Triodos
  • Der Interhyp-Herausforderer Baufi24 bietet seinen Kunden künftig auch Versicherungen an – und setzt hierbei auf das Gewerbeversicherungs-Fintech Finanzchef24
  • Das einst hochgewettete, öffentlich aber nahezu unsichtbare Verbriefungs-Fintech Crosslend hat einen seltenen Einblick in seine Arbeit gegeben. Konkret haben die Berliner Leasing-Forderungen des Anbieter Bikeleasing zu einer Anleihe gegossen, in die über die Asset-Management-Tochter Meag nun der Großversicherer Ergo investiert hat. Volumen? Bis zu 100 Mio. Euro.*

*In der ursprünglichen Fassung des Artikels hatten wir geschrieben, das Volumen sei unbekannt. Einer unserer Leser-Reporter machte uns unter Verweis auf den Rating-Bericht von Scope darauf aufmerksam, dass es die besagten bis zu 100 Mio. Euro seien. Danke für den Hinweis!!!

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