News des Tages

20/06/22: Cum-Ex erreicht Gräfin Schmettow, Das Scheitern der Bankenunion, Sparda West

20. Juni 2022

Von Heinz-Roger Dohms

Was das Scheitern der Bankenunion für die Kreditwirtschaft bedeutet: Bis zuletzt hatten die Befürworter ihr Gewicht in die Debatte geworfen. BdB-Präsident Christian Sewing etwa, der die Bedeutung der Bankenunion in praktisch jeder seiner jüngsten Reden betonte. Oder BdB-Geschäftsführer Christian Ossig, der in unserem Podcast neulich meinte, die heraufziehende wirtschaftlichen Krise mache die Vollendung des politischen Mega-Projekts eher wahrscheinlicher. Stattdessen: Hat die Eurogruppe das Thema Ende letzter Woche erwartungsgemäß (siehe schon die News von vergangenen Dienstag) und auf unbestimmte Zeit zu den Akten gelegt. Zu stark ist weiterhin der Widerstand insbesondere von Sparkassen und Genobanken gegen die Idee einer gemeinsamen Einlagensicherung (bei der es sich ja um eine notwendige Bedingung für die Bankenunion handelt) …

… Und nun? Sollen die Ziele erst einmal niedriger gehängt werden, wie aus dem Statement der Euro-Finanzminister hervorgeht. Das heißt konkret, erstens: Bevor die gemeinsame Einlagensicherung wieder auf die Agenda kommt, soll sich die Euro-Zone erst einmal um eine Verfeinerung der Mechanismen bei der Bankenabwicklung kümmern. Es heißt aber auch, zweitens (und diese Implikation scheint uns die entscheidende zu sein): Wenn jetzt, was sich ja abzeichnet, die Rezession kommt, die Kreditausfälle zunehmen und in Europa die ein oder andere Bank zu wanken beginnen könnte – dann sind transnationale Fusionen (sei es präventiv oder ex post) auch weiterhin nur eine untergeordnete Lösungsoption. Ohne gemeinsame Sicherung keine gemeinsamen Banken.

News

Die Cum-Ex-Affäre rund und HSBC Deutschland zieht immer weitere Kreise. Laut “Handelsblatt” (Paywall) verdächtigt die Staatsanwaltschaft nicht mehr nur den amtierenden AR-Chef Paul Hagen, sondern auch die frühere Vorstandschefin Carola Gräfin von Schmettow der “besonders schweren Steuerhinterziehung” +++ Schlechte Nachricht für Nuri und die Solarisbank: Die Investoren ihres ins Schlingern gerate US-Krypto-Partner Celsius Network zeigen dem “WSJ” zufolge (hinter Paywall oder Zusammenfassung hier via Decrypt) wenig Anstalten, das Unternehmen mit weiterem Funding auszustatten +++ Die Sparda West – mit rund 661.000 Kunden die zweitgrößte deutsche Sparda-Bank – schafft zum 1. Juli das Verwahrentgelt ab +++ Die BNP Paribas soll sich laut “Bloomberg” (Paywall) “kürzlich” für die teilstaatliche niederländische ABN Amro interessiert haben; die niederländische Regierung habe allerdings abgelehnt

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