News des Tages

23/04/21: Volksbank in schwerer Schieflage, Sparkassen-Großfusion, Sino-HV verschoben

22. April 2021

Spektakulärer Stützungsfall im Genosektor: Dass die Volksbank Heilbronn infolge von Zinswetten unter Druck geraten und letztlich in eine Fusion mit der VR Bank Schwäbisch Hall-Crailsheim geflüchtet war – so viel hatten wir Ihnen ja berichtet (siehe hier und hier). Der in der Causa stets bestens informierte Kollege Neubacher von der „Börsen-Zeitung“ hat nun indes das ganze Ausmaß der Misere in Erfahrung gebracht. Demnach soll der BVR die Heilbronner mit einem „hohen zweistelligen Millionenbetrag“ gestützt haben, um das Institut vor dem Zusammenschluss mit Schwäbisch Hall-Crailsheim zu sanieren. Lesenswert! BÖZ (Kurzfassung)BÖZ (mit mehr Details hinter Paywall)

Im (bayerischen) Schwaben bahnt sich eine – wir zitieren die zurecht euphorisierte Augsburger Allgemeine –  „Megafusion der Sparkassen“ an. In der Tat: Sollten die Kreissparkasse Augsburg und die Sparkasse Memmingen-Lindau-Mindelheim tatsächlich zusammengehen, entstünde ein properer Player mit einer Bilanzsumme von zuletzt rund 8,5 Mrd. Euro – was in der Rangliste der größten deutschen Sparkassen einem Platz irgendwo um die 30 entspräche. Noch kurz (wobei wir hier den Angaben des „Bayerischen Rundfunks“ vertrauen) die beiden Institute in der Kurzübersicht: Die Kreissparkasse Augsburg kam zuletzt auf eine Bilanzsumme von 3,9 Mrd. Euro,  hat 489 Beschäftigte, 18 Geschäfts- und 26 SB-Stellen; die Sparkasse Memmingen-Lindau-Mindelheim hat 4,5 Mrd Euro „Bilanz“, 679 Mitarbeiter, 44 Geschäfts- und 25 SB-Stellen. Die Fusion soll im Verlauf des kommenden Jahres technisch vollzogen und dann zum 1. Januar 2022 rückwirkend eingetragen werden. Fusionsbedingten Kündigungen werde es keine geben, hieß es.

Die spannende „Ménage à trois“ zwischen der Deutschen Bank, der UBS und der Credit Suisse: Erinnern Sie sich noch an die „Mehr als nur Gerüchte“-Kiste zwischen der DWS und dem Asset Management der UBS vor zwei Jahren (siehe unsere ausführlichen damaligen Analysen hier und hier)? Jedenfalls: Im aktuellen „Manager Magazin“ ist nachzulesen, woran der Deal damals gescheitert sein soll – nämlich daran, dass die Deutsche Bank nicht bereit gewesen sei, die Hochzeit durch eine Mitgift von rund 1 Mrd. Euro zu besiegeln (Anm.: Das UBS-AM ist effizienter als die DWS und verfügt über den besseren Asset-Mix, drum wäre die Zuzahlung durchaus gerechtfertigt gewesen …). Und nun? Würde alternativ ein Deal zwischen der DWS und dem Asset Management der angeschlagenen Credit Suisse Sinn ergeben, analysiert das „MM“. Wenn nicht sogar noch mehr gehe zwischen Dt. Bank und CS … Manager Magazin (Paywall).

News

Die Auseinandersetzung um die einstige Trade-Republic-Mutter Sino (siehe unser Stück über die „Revolte bei Sino“ diese Woche) spitzt sich zu: Gestern kam die Ad-hoc, dass die für heute geplante Hauptversammlung verschoben wird (dgap) +++ Imposanter Beleg für den Neobroker-Boom: Der auch in Deutschland aktive niederländische Anbieter Bux hat eine Finanzierungsrunde über 80 Mio. Euro abgeschlossen (Mitteilung) +++ Die Frankfurter KMU-Finanzierungs-Plattform Creditshelf hat nach der Commerzbank ein weiteres Institut gefunden, das Firmenkunden an sie weiterreicht – nämlich die bekanntlich immer sehr versuchsfreudige Sparkasse Bremen. Konkret geht es um „dinglich unbesicherte Kreditangebote bis 5 Mio. Euro“, also um Finanzierungen, die eine Bank nicht zwingend auf der eigenen Bilanz haben muss +++ Die Austrian Anadi Bank (das ist der Nachfolger der skandalträchtigen Hypo Alpe Adria …) wagt sich zaghaft in den deutschen Markt und vergibt seit kurzem über die Düsseldorfer Finanzierungs-Plattform Compeon Firmenkundenkredite bis zu einer Höhe von 150.000 Euro (HB/Paywall) +++ Die dwp Bank – also der halb den Sparkassen, halb den Genos gehörende Wertpapierabwickler – hat ihren Jahresüberschuss 2020 dank des Trading-Booms auf 47,4 Mio. Euro verdreifacht (Mitteilung) +++ Die Deutsche Bank hat laut Analysten-Schätzungen im ersten Quartal rund 1,1 Mrd. Euro verdient; die Zahlen werden nächsten Mittwoch veröffentlicht (Reuters/HB, Paywall) +++ Die HSBC Deutschland hat ihren Stammsitz verkauft (siehe auch unser Stück „Banken und ein Fintech verlassen die Düsseldorfer Kö“). Zum Kaufpreis wurde nichts bekannt (BÖZ/Bloomberg, Paywall) +++ Die durch „Greensill“ und „Archegos“ zuletzt gleich doppelt gebeutelte Credit Suisse hat im Q1 einen Verlust von 252 Mio. Franken erlitten – und saugt per Wandelanleihe 1,8 Mrd. Euro Franken auf. Die Aktie: Gestern -2%, seit Anfang März: -31%. (Finews)

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