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24/03/21: Deutsche Banken profitieren von EZB-„Geschenk“, Abgang bei Creditshelf, Neuer N26-CPO

24. März 2021

„EZB schenkt deutschen Banken eine Milliarde“ – so lautet die Überschrift eines gestern veröffentlichten Artikels des geschätzten Kollegen André Kühnlenz in der schweizerischen „Finanz und Wirtschaft“. Klingt ein bisschen reißerisch. Scheint allerdings den Kern der Sache trotzdem zu treffen. Denn: Wie die Recherche überzeugend darlegt, haben die hiesigen Geschäftsbanken im Zinsgeschäft mit der ausführenden Bundesbank trotz negativen Einlagenzinses mitnichten ein Defizit, sondern im Gegenteil ein Plus von 1,1 Mrd. Euro erwirtschaftet (welches allerdings erst nach und nach bis 2022 verbucht werden wird). Maßgeblich für diese Entwicklung: Die Freibeträge auf die Negativzinsen sowie die Effekte der längerfristigen EZB-Finanzierungsgeschäfte (TLTRO). Über diese hatten sich zuletzt allein die fünf größten hiesigen Banken mehr als 110 Mrd. Euro zu Zinsen teils bis zu minus 1% geliehen. Der Effekt als solcher dürfte Ihnen nicht ganz unbekannt sein, liebe Leserinnen und Leser (siehe hier und hier) – aber nun haben wir zu der These eben erstmals auch harte Zahlen.

News

Oha, beim für seine üppigen C-Level-Gehälter bekannten Frankfurter KMU-Finanzierer Creditshelf scheidet Vorstand Mark Währisch zum 30. April aus. Dagegen wurden die Verträge mit seinen Kollegen Tim Thabe und Daniel Bartsch verlängert +++ N26 hat einen neuen „Chief Product Officer“ (die vorherige war ja gegangen, danach hatte CEO Stalf das Produktressort interimsmäßig mitverantwortet). Er heißt Gilles BianRosa, entstammt der „Consumer Electronics“-Branche und war ausweislich seiner Lebenslaufs früher mal Produktchef bei Samsung Electronics +++ Laut Refinitiv-Daten sind im ersten Quartal im deutschen Investmentbanking bislang umgerechnet 841 Mio. Dollar vereinnahmt worden, der beste Wert seit Beginn der Aufzeichnungen … +++ … Der Marktanteil der Deutschen Bank habe sich hierbei auf 8,1% belaufen – womit das Institut hinter JP Morgan (10,7%) und Morgan Stanley (8,4%) auf die höchsten Erträge aller hierzulande tätigen Institute gekommen sei … (Handelsblatt/Paywall) +++ … Während die starken Gesamtzahlen allerdings in erster Linie aus dem Aktiengeschäft kamen, brach im M&A-Geschäft der Wert der angekündigten Transaktionen mit deutscher Beteiligung im Vergleich zum Vorjahr um 65 % auf 19,2 Mrd. Dollar ein. (BÖZ/Paywall) +++ Die Aufsicht durch die EZB kostet die Geldhäuser im Euro-Raum für das vergangene Jahr 514,3 Mio. Euro – deutlich weniger als die geplanten 603,7 Mio. Euro. Als Grund wurden u.a. corona-bedingt geringere Reisekosten angeführt (Twitter) +++ Apropos, soll keiner sagen, die EZB tue nichts für ihr Geld: So hat Chefaufseher Andrea Enria gestern bei einer Anhörung vor dem Europaparlament betont, dass seine Leute bei der Bestellung neuer Bankvorständein Zukunft direkt informiert werden wollen (FAZ) +++ Der Bafin-Verwaltungsrat hat die für Anfang dieser Woche geplante Entscheidung über den Aufbau von 158 zusätzlichen Stellen vertagt, berichtet das „Handelsblatt“ (Paywall) +++ Laut einer „Bloomberg“-Rundfrage bieten diverse namhafte deutsche Geldhäuser (beispielhaft genannt wurden die Deka, die Helaba, die LBBW und die DZ Bank) ihren Mitarbeitern neuerdings kostenlose Corona-Schnelltests an oder planen die zu tun (Bloomberg/Handelsblatt) +++ Der US-Neobroker Robinhood (also das Vorbild für Anbieter wie Trade Republic hierzulande) hat seinen Börsengang eingeleitet, wie diese Nacht mitgeteilt wurde. Zur angestrebten Bewertung wurde zunächst nichts bekannt, sie dürfte allerdings im zweistelligen Milliardenbereich liegen  FT (Paywall)CNBC

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