25/11/20: Visa Debit, DKB, Aareal, N26, Traxpay, Wirecard, Rubarb

25. November 2020

„Visa Debit erobert die erste große Filialbank – nämlich die HVB“, titelten wir zu vor wenigen Wochen. Jetzt weiß man: Das war erst der Anfang! Die Einnahme einer weiteren großen Filialbank konnte der Kreditkarten-Riese gestern zwar noch nicht vermelden. Dafür aber teilte Visa mit, dass die hauseigene Debitkarte demnächst den Neu- und Bestandskunden der Comdirect und im Laufe des nächsten Jahres auch den Kunden der DKB angeboten werden wird (womit die Visa Debit dann zum Portfolio der drei führenden deutschen Direktbanken zählen wird, denn die ING Diba gehört streng genommen auch bereits dazu). Eingedenk der Tatsache, dass der Visa-Rivale Mastercard bei der Verbreitung seiner Debit-Lösung ja kaum weniger aggressiv umtriebig unterwegs ist (siehe unter anderem hier), lässt sich feststellen: Es sind gerade offenbar sehr gute Zeiten für Banken, um mit Visa und Mastercard über Kartenportfolios zu verhandeln.

Schön, dass sich zur Abwechslung mal alle Medien einig sind: „Girokonto-Gebühren überdurchschnittlich stark gestiegen“, vermeldet die Süddeutsche Zeitung, „Girokonten werden überdurchschnittlich teurer“, schreibt die FAZ, „Girokonten werden immer teurer“, weiß das Handelsblatt, und selbst der des Banken-Bashings normalerweise unverdächtige Newsletter des Bundesverbands deutscher Banken stellt erschrocken fest: „Die Gebühren fürs Girokonto haben nach Angaben des Statistischen Bundesamtes von 2015 bis 2019 um 25% zugelegt.“ Nun sind die Headlines natürlich nicht falsch. Allerdings: Wer sich die Mühe macht, die zugrundeliegende Destatis-Mitteilung bis zum bitteren Ende zu lesen, der kommt zu einem aus unserer Sicht viel spannenderen (und eher kontraintuitiven) Ergebnis. Unser „Kurz gebloggt“: Finanz-Szene.de

„Eine Auflösung der Bank wäre aus Sicht des Kapitalmarktes die beste Strategie, um positiven Wert für Aktionäre zu schaffen“: Seit August hält der aktivistische Investor Petrus Advisers gut 6% an der Aareal Bank – und verschärft nun drastisch den Ton gegenüber deren Management. In einem Brief an Vorstand und Aufsichtsrat zürnt Petrus, die Kosten seien viel zu hoch, die Strategie mutlos und am Kapitalmarkt quasi durchgefallen. Verbesserungsvorschlag unter anderem: Da die Aareal Bank ja ohne ihre IT-Tochter Aareon „weniger als Null“ wert sei, wäre es doch eine Möglichkeit, das „dramatisch überdimensionierte“ Hauptquartier, bei dem es sich um einen „regelrechten Palast“ handele, zu veräußern. Eine zumindest erwähnenswerte Koinzidenz: Datiert ist der Brief auf Freitag, den 6. November. Am Sonntag, den 8. November, gab die Aareal bekannt, dass ihr Vorstandsvorsitzender Hermann J. Merkens aus gesundheitlichen Gründen für drei bis vier Monate von seinen Vorstandskollegen vertreten werde. Petrus-Brief an Aareal

News

N26 will seinen „TechHub“ in Wien von 280 auf 650 Quadratmeter ausbauen, lässt sich bei der Aufstockung des dortigen Teams aber Zeit … +++ … Zurzeit seien in dem neuen Technologie-Zentrum“ knapp 30 Mitarbeiter beschäftigt und 15 weitere Stellen ausgeschrieben. Zur Erinnerung: Voriges Jahr war von langfristig 300 Mitarbeitern die Rede gewesen (per Mail) +++ Das Frankfurter Trade-Finance-Fintech Traxpay (dessen bunte Historie Sie in unserem Archiv nachschlagen können …) hat nach NordLB, LBBW und Deutscher Bank einen weiteren Bankpartner gefunden, nämlich die KfW-Ipex (BÖZ/Paywall) +++ Der US-Investor T. Rowe Price hält jetzt >3% am Frankfurter Online-Broker Flatex Degiro (dgap) +++ Der politische und sonstige Druck auf Ernst & Young, vor dem Wirecard-U-Ausschuss Rede und Antwort zu stehen, nimmt weiter zu (Spiegel/Twitter) +++ Die Bundesbank hat sich, wie gestern bekannt wurde, im Februar 2019 gegen das umstrittene Leerverkaufsverbot bei Wirecard-Aktien ausgesprochen – allerdings wurden die Bedenken seitens der Bafin ignoriert (Handelsblatt/Paywall) +++ Die Sparda-Bank Baden-Württemberg bietet zu ihren Baufinanzierungen künftig eine Ratenschutz-Versicherung an und kooperiert dabei mit Hypoport/Europace (per Mail)

Wussten Sie schon?

… dass Finanzminister Olaf Scholz zwei Neffen namens Fabian Scholz (30 Jahre) und Jakob Scholz (27 Jahre) hat? Und dass diese beiden Neffen ein Fintech namens „Rubarb“ gegründet haben? Und dass dieses Fintech über ein siebenstelliges Funding verfügt? Und dass die Rubarb-App vom heutigen Mittwoch an in den Stores von Apple und Google Play zum Download bereitsteht?  Lustige Geschichte, nicht wahr?! Erfahren Sie hier, was Rubarb genau macht und warum ausgerechnet Olaf Scholz der perfekte Kunden für Rubarb sein könnte, auch wenn seine Neffen das so natürlich nie und nimmer sagen würden! Voilà: Finanz-Szene.de

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