von H.-R. Dohms, B. Neubacher und H. Kohlhaus, 22. Januar 2026
Die europäischen Banken fahren ihre Investitionen ins neue Bezahlverfahren „Wero“ hoch. Laut Recherchen von Finanz-Szene wurde das Eigenkapital der Betreibergesellschaft EPI Company zum Jahreswechsel um 215 Mio. Euro aufgestockt – insgesamt sind damit seit der Gründung der European Payments Initiative bereits rund 670 Mio. Euro in das Unternehmen geflossen.
Unklar ist, welcher Stakeholder welchen Anteil an der aktuellen Kapitalerhöhung übernommen hat. Sollte die Finanzspritze entlang der bestehenden Gesellschafterstruktur erfolgt sein, hätten die Deutsche Bank, die DZ Bank und die deutschen Sparkassen jeweils 14 Mio. Euro beigesteuert (die drei deutschen Gesellschafter hielten zuletzt jeweils 6,5% an der EPI Company, siehe zur Eigentümerstruktur auch unsere Grafik hier).
Schon jetzt ist klar, dass der Aufbau von Wero einen Milliardenbetrag verschlingen wird, zumal die Banken ja nicht nur die EPI Company kapitalisieren müssen. Sondern: Darüber hinaus fallen Kosten für die Anbindung bzw. Integration von Wero sowie für den laufenden Betrieb, fürs Marketing und so weiter an. Ursprünglich hatten die Banken (so zumindest berichtete es Mitte 2021 das Handelsblatt) mit einem Gesamtaufwand von bis zu 4,2 Mrd. Euro für die ersten vier Jahre kalkuliert. Das freilich war zu Zeiten, als aus EPI ein vollumfängliches Payment Scheme mit eigenem Kartensystem und eigener Akzeptanz-Infrastruktur werden sollte – ein Plan, von dem man bald darauf abrückte (siehe hier). Mittlerweile dürfte die Kostenkalkulation also bescheidener ausfallen.
Gleichwohl: Nach überschaubaren Anlaufverlusten von 16 Mio. Euro (2022) und 28 Mio. Euro (2023) schnellte der Jahresfehlbetrag der EPI Company im Geschäftsjahr 2024 deutlich in die Höhe. Dazu trug den Finanz-Szene-Recherchen zufolge allerdings auch eine umfangreiche Abschreibung bei, die hinter den Kulissen für Unverständnis sorgt.
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