Exklusiv

Sparkassen führen Geldabheben per NFC ein – und piesacken N26

8. September 2021

Von Christian Kirchner

Zuerst glaubten wir an ein Pilotprojekt, als die Sparkasse Witten am Wochenende mitteilte, sie habe Automaten in Betrieb genommen, an denen sich Geld per Kontaktlos-Funktion abheben lässt. Doch weit gefehlt! Wie eine kleine Recherche ergab, will die S-Finanzgruppe in den kommenden Wochen und Monaten bundesweit tausende solcher NFC-fähigen Geldautomaten und Multibanking-Terminals freischalten. Ein veritables Roll-out also. Heißt: Geld lässt sich an vielen Sparkassen-Automaten dann nicht mehr nur mit der Karte, sondern auch mit dem Handy abheben.

Dazu muss man wissen: Schon in den vergangenen Jahren hatte die „Finanz Informatik“ – also der zentrale IT-Dienstleister der Sparkassen-Finanzgruppe – die örtlichen Institute gebrieft,  immer dann, wenn ein Automat oder Terminal regulär ausgewechselt wird, auf die NFC-Lesefähigkeit der Endgeräte zu achten. Tatsächlich haben viele Geräte die Kontaktlos-Funktion daher schon länger. Allerdings bloß in der Theorie. In der Praxis verzichteten die Sparkassen bislang auf die Aktivierung – obwohl in etlichen anderen europäischen Ländern das Geldabheben per Smartphone (oder eben per „Karte draufhalten“) seit Jahren üblich ist.

Nun also die die Freischaltung. Allerdings nur eine bedingte – was strategisch durchaus interessant ist. Einstweilen wird sich an den Automaten nämlich nur mit der Sparkassen-Card (also mit der Girocard der Sparkassen) Geld ziehen lassen. Fremdkarten und auch hauseigene Kreditkarten werden nicht unterstützt, eine bemerkenswerte Privilegierung. Und eine mit Folgen, wenn man zum Beispiel auf die Berliner Neobank N26 schaut.

Diese hatte im Frühjahr den Versand einer physischen Karte gebührenpflichtig. Und zwar unter anderem mit dem Argument (neben dem unausweichlichen „Öko“-Argument), man könne doch auch mit der virtuellen Karte per NFC Geld abheben. Bei den Cash-Partnern im Einzelhandel mag das funktionieren. Bei den ersten Sparkassen-Geldautomaten heißt es aber nun erst einmal: Fremdkunden müssen draußen bleiben.

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