News des Tages

13/09/22: VTB Europe vor der Abwicklung, Sparkassen verlieren Einlagen, Plaid kommt!

Frankfurter VTB-Tochter sieht in der eigenen Abwicklung die einzige Option: Im ersten Moment kam die gestern veröffentlichte Mitteilung der VTB Europe SE fast harmlos daher. “Das Geschäftsjahr 2021 konnte die VTB Bank […] trotz spürbarer Auswirkungen der Corona-Krise mit einem Jahresüberschuss von EUR 26,9 Mio. abschließen”, heißt es da. Und gleich weiter: “Die Geschäftsentwicklung war 2021 positiv und dies setzte sich auch in den ersten sechs Wochen des Jahres 2022 fort.” Indes: Die ersten sechs Wochen waren bekanntermaßen nur das eine …

… Das andere waren die sechs Monate, die folgten und die der Frankfurter VTB als Tochter der gleichnamigen russischen Staatsbank naturgemäß schwer zusetzten. Da war zunächst der massive Abfluss von Kundengeldern; dann war die fast kunstvolle Umfriedung des Instituts durch die Bafin; und dann war die Installierung des Abwicklungsexperten Peter Schad als AR-Chef und des Abwicklungsexperten Frank Hellwig als Sonderbeauftragter. Und genau dieser Sonderbeauftragte Hellwig wird in der gestern publizierten Mitteilung nun wie folgt zitiert: “Die VTBE befindet sich […] im Prozess einer geordneten Verwaltung und Abwicklung des Bestandsgeschäfts, andere Szenarien wie ein Verkauf […] zeichnen sich […] nicht ab.“

US-Groß-Fintech Plaid strebt auf den deutschen Markt: Von der Idee, dass “Open Banking” zur deutschen Domäne wird, ist ja nicht viel übrig geblieben. Fintecsystems gehört inzwischen zu Tink (also zu den Schweden), Finapi zu Yapily (also zu den Briten), und auch weitere ausländische API-Spezialisten wie Truelayer oder Token tummeln sich inzwischen auf dem hiesigen Markt. Dazu passt, dass nun auch der amerikanische Open-Banking-Riese (oder vielleicht besser: Open-Payments-Riese) Plaid eine deutsche Dependance aufbaut …

… Plaid? Genau, das sind die, die eigentlich für 5,3 Mrd. Dollar von Visa übernommen werden sollten, was US-Kartellbehörden allerdings zu verhindern wussten – woraufhin Plaid bei Investoren um eine Kapitalzufuhr nachsuchte und dabei viel höher bewertet wurde (nämlich mit 13,4 Mrd. Dollar) als das, was Visa zu zahlen bereit gewesen war. Als DACH-Chef haben die Amerikaner nun Michael Möglich engagiert, in vergleichbarer Position bei der britischen Neobank Monese zuletzt eher mäßig erfolgreich (zumindest hat man Monese nicht wirklich wahrgenommen hierzulande). Bei Plaid soll sich Möglich nun erst einmal um den Aufbau einer schlagkräftigen Mannschaft kümmern. Mehr Details hier: Finance Forward

Kurz-News

Dass die Commerzbank über weitere Filialschließungen nachdenkt, hatte Finanzchefin Bettina Orlopp ja schon bei einer Investorenkonferenz Ende Mai angekündigt, siehe unser damaliges Stück ->“Minimum=Optimum? Coba will zusätzliche Filialen abbauen” … +++ … Laut “Bloomberg” (via “Wirtschaftswoche”) nehmen die Überlegungen mittlerweile konkret Gestalt an. So werde vor der für den 28. September terminierten Strategieklausur intern diskutiert, die Filialzahl von derzeit 450 um weitere rund 10% auf dann noch etwa 400 zu reduzieren +++ Während andere Banken ihre Einlagen momentan hochfahren (siehe unsere News von letzten Mittwoch), zeigen sich bei den Sparkassen noch zarte, aber doch wahrnehmbare Indizien für einen Abfluss von Depositen … +++ … So haben Kunden der 49 hessischen und thüringischen Kommunalinstitute von Januar bis Juni per saldo wieder rund 50 Mio. Euro an Einlagen abgezogen, wie der hessisch-thüringische Regionalverband kundtat (HB/Print) +++ Wie dieser Tage vermeldet, ist die hiesige Dependance von J.P. Morgan Chase mit einer Bilanzsumme 281 Mrd. Euro gerade erst zur sechstgrößten deutschen Bank aufgestiegen. Und nun? Will das US-Institut infolge des Brexits weitere 200 Mrd. Dollar draufpacken (Bloomberg)

Finanz-Szene geht ab Oktober hinter die Paywall ...

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