Sparkassen- und Geno-Snippets

Auch Sparkassen können Cost-Cutting! Siehe die SSK Düsseldorf

17. September 2021

Von Heinz-Roger Dohms

Die Stadtsparkasse Düsseldorf ist in unserer Berichterstattung klassischerweise diejenige Bank, die sich öffentlich gern aufplustert, operativ aber eher vor sich hin humpelt – siehe in unserem Archiv die Artikel -> Die unglaubliche Geschichte der Stadtsparkasse Düsseldorf, -> Sparkasse Düsseldorf weist 102 Mio. Euro Gewinn aus – hat aber nur 47 Mio. gemacht sowie Sparkasse Düsseldorf verschleiert seit Jahren schwere Ertragskrise.

Zur Erläuterung für alle, die es 1.) nicht mitbekommen haben und 2.) wenig Lust verspüren, sich durch unser Archiv zu graben: Die SSK Düdo verbucht seit Jahren hohe Sonderträge aus anno dazumal abgeschlossenen Private-Equity-Deals. Diese Erträge werden aber von Jahr zu Jahr kleiner. Wodurch allmählich sichtbar wird, dass die Rheinländer in ihrem Stammgeschäft nicht wirklich viel zu bieten haben.

Was man den Verantwortlichen gleichwohl zugute halten muss: Intern scheint man sich schon länger im Klaren zu sein, dass die Zeiten spätestens dann ungemütlich werden dürften, wenn die Private-Equity-Engagements endgültig ausfransen. Und so legen die Düsseldorfer beim Cost-Cutting ein Tempo vor, wie es für den Sparkassen-Sektor (so jedenfalls unser Eindruck) eher ungewöhnlich ist, siehe unsere Grafik zur Entwicklung der Personalkosten seit 2014 …

... Nun muss man betonen, dass der 2017er-Wert durch einen gigantischen Sondereffekt geprägt ist: 49 Mio. Euro wurden damals für Restrukturierungs-Maßnahmen (spricht: v.a. für den beschriebenen Jobabbau) zurückgestellt. Und: Auch in anderen Jahren waren kleinere "periodenfremde Effekt" zu verbuchen. Indes: Würde man all diese Effekte bereinigen, dann sähe die Grafik kaum weniger markant aus, als es unbereinigt der Fall ist. In Zahlen: Pi mal Daumen kommt die SSK Düdo von einen Niveau irgendwo zwischen 140 Mio. und 150 Mio. Euro – und hat sich nun Richtung 120 Mio. Euro heruntergearbeitet.

Die Tendenz? Ist intakt, glaubt man dem dieser Tage veröffentlichten 2020er-Konzernabschluss. Zitat: "Die Umsetzung der [...] Personalinstrumente führt zu einer quantitativ angemessenen Personalausstattung, so dass der Personalaufwand trotz zu erwartender tariflicher Gehaltssteigerungen in den kommenden Jahren sukzessive sinkt."

Zur Wahrheit gehört freilich auch: Die Stadtsparkasse "bezahlt" für ihre Kosteneinsparungen mit einem immensen Verlust an Mitarbeitern. Auch diesbezüglich haben wir die Zeitreihe der Jahre 2014-2020 einfach mal in eine Grafik gegossen, voilà:


Weitere Sparkassen- und Geno-Snippets aus dieser Woche

  • Immer wieder interessant, welche Sparkassen sich in den Konsortien des sektoreigenen Immobilienfinanzierers Berlin Hyp tummeln. Diese Woche zum Beispiel: Ging es um einen 230 Mio. Euro schweren Konsortialkredit für ein Wohnungsbauprojekt in Frankfurt am Main. Mit zusammen immerhin 90 Mio. Euro im Club-Deal vertreten: die Taunus-Sparkasse, die Sparkasse Göttingen sowie die Sparkasse Oberhessen.
  • Seit zwei Jahren bemühen sich die Emsländische Volksbank (Bilanzsumme: 1.698 Mio. Euro) und Volksbank Lingen (Bilanzsumme: 1.241 Mio. Euro) um eine Fusion. Nun haben sich die Organe der Emsländischen Volksbank (die sich bislang eher vorsichtig gezeigt hatten) für den Zusammenschluss ausgesprochen. NOZ (Paywall)

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