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Kann es sein, dass die „1822direkt“ so etwas wie die Norisbank der Helaba ist?

„Wenn eine Katze sieben Leben hat, dann hat die Norisbank gefühlte siebenundzwanzig“, leiteten wir vor einigen Monaten einen Artikel über die so ein bisschen in Vergessenheit geratene Online-Tochter der Deutschen Bank ein (siehe –> Der Fall Norisbank – wenn 30% Cost-Income-Ratio das „New Normal“ sind).

Nun wissen wir zwar nicht genau, wie viele Leben die „1822direkt“, also die Online-Tochter der Frankfurter Sparkasse, hat. Trotzdem mussten wir, als wir gestern die Jubelarien zur Abschieds-Bilanz-PK von Fraspa-Chef Ingo Wiedemann verfolgten („Erfolgreichstes Geschäftsjahr in der Geschichte der Frankfurter Sparkasse“, „Wirtschaftlich stärkstes Jahr ihres Bestehens“, „Vorstandschef übergibt geordnetes Haus“), etwas unvermittelt an die „1822direkt“ bzw. an die Norisbank denken.

Denn: Kann es sein, dass die Helaba vergangene Woche vor allem deshalb ein ordentliches Ergebnis vorlegen konnte, weil die Frankfurter Sparkasse am gestrigen Montag ein richtig gutes Ergebnis vorlegen konnte? Und kann es sein, dass die Frankfurter Sparkasse gestern vor allem deshalb ein richtig gutes Ergebnis vorlegen konnte, weil sie für den Moment mit der „1822direkt“ eine norisbankeske Gelddruckmaschine im Keller hat?

Führen wir uns die Fraspa-Zahlen kurz vor Augen:

  • Bei einem nur moderaten Anstieg des Verwaltungsaufwands (+4% auf 314 Mio. Euro) und einem hübschen Zuwachs im Provisionsgeschäft (+6% auf 129 Mio. Euro) hüpfte das Ergebnis vor Bewertung um ein Fünftel auf 219 Mio. Euro. Das war nicht nur neuer Rekord – sondern es war mit 0,95% der durchschnittlichen Bilanzsumme auch ein Wert, wie er bei anderen Sparkassen zwar seit der Zinswende üblich ist, wie ihn die Fraspa aber noch nie (oder jedenfalls lange nicht mehr) erreicht hat.
  • Genau genommen kam das Ergebnis allerdings weniger aus Provisionsergebnis und Kostendisziplin – sondern aus dem um 11% auf 388 Mio. Euro (=1,68% der DBS) gestiegenen Zinsüberschuss.
  • Dieser Anstieg wiederum resultierte aus einem um gut ein Drittel (bzw. auf 24-Monatssicht um gut die Hälfte) gesunkenen Zinsaufwand von nur mehr 246 Mio. Euro.
  • Bei alldem spielt offenkundig eine Rolle, dass die Fraspa auf der Passivseite (Kundeneinlagen inzwischen angewachsen auf 20,8 Mrd. Euro; Einlagenüberhang inzwischen angewachsen auf knapp 10 Mrd. Euro) aktuell ordentlich Marge macht.
  • Und das wiederum könnte damit zusammen hängen, dass die „1822direkt“ (ähnlich wie die Norisbank) ein womöglich höchst lukrativer Einlagensammler ist.

Äußern zum Beitrag der „1822direkt“ für den Geschäftserfolg der Frankfurter Sparkasse (und damit der Helaba) wollten sich die Beteiligten gestern nicht. Sie wollten sich einfach nur freuen. Was ja völlig legitim ist.

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Warum’s mit der Milliarde schwer wird – 15 flotte Takes zum Helaba-Ergebnis

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