von Bernd Neubacher, 26. Januar 2026
Klar, die Connaisseure kannten diese Banken auch schon vor deren Zusammenbruch. Aber das normale Publikum? Hatte das je von der Noa Bank gehört (implodiert im Jahr 2010)? Oder von der FX Direkt Bank (2012), der Maple Bank (2016), der Derobank (2018), der Greensill Bank (2021), der North Channel Bank (2023)?
Was jedenfalls auffällt: Dafür, dass die deutsche Bankenbranche die letzten anderthalb Dekaden (also die Phase seit der Finanzkrise) grosso modo relativ unbeschadet überstanden hat, musste die private Einlagensicherung dann doch relativ oft einspringen. Allerdings – und das fällt fast noch mehr auf: Sie musste das nicht bei irgendwelchen Berenbergs oder Donner & Reuschels und nicht einmal bei M.M. Warburg. Sondern ausschließlich bei nahezu unbekannten Nischenplayern oft ausländischer Provenienz.
Wobei vor allem die Pleite der Bremer Greensill Bank regelrechte Schockwellen durch den privaten Bankensektor rollen ließ. Schließlich kostete die Finanzspritze den BdB im Greensill-Fall krasse 3,3 Mrd. Euro. Mit der Folge, dass die Mitgliedsinstitute eine Sonderumlage entrichten mussten und der Verband sein Sicherungssystem einer gründlichen Renovierung unterzog.
Jedenfalls – und damit jetzt zurück in die Gegenwart. Die Pleite der Greensill Bank hat letztlich alle kalt erwischt, den BdB genauso wie die Bafin. Und darum greifen Verband und Aufsicht jetzt offensichtlich umso entschlossener ein, wenn sich wieder mal eine nischige Auslandsbank auf einen allzu sportlichen Expansionskurs begibt.
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