Snippets aus den Verbünden

Was diese Woche (sonst noch) im Sparkassen- und Genosektor los war

6. August 2021

Von Heinz-Roger Dohms*

Im Genosektor steht aller Voraussicht nach die nächste Fusion an, und zwar in Bayern: So wollen die Raiffeisenbank Schwabmünchen und die Raiffeisenbank Stauden einen Zusammenschluss zumindest sondieren, meldet die Augsburger Allgemeine (Paywall). In der BVR-Rangliste steht Schwabmünchen (Bilanzsumme: 397 Mio. Euro) auf Rang 504,  Stauden (Bilanzsumme: 296 Mio. Euro) auf Platz 571. Addiert man die Bilanzsummen, käme Platz 372 dabei raus.

Die PSD Banken haben inzwischen 19 Partner für ihr gemeinsam mit der Schwäbisch-Hall gegründetes Immobilien-Serviceportal „PIA“ gefunden. Neben sechs Instituten aus der eigenen Gruppe sind auch zwölf Volksbanken (darunter Mittelhessen und Südwestfalen) sowie eine Sparda-Bank mit von der Partie, erbrachte eine Nachfrage der „Börsen-Zeitung“ (Paywall).

Dass die infolge von Zinswetten unter Druck geratene (und letztlich in eine Fusion geflüchtete) Volksbank Heilbronn im April mit einem „hohen zweistelligen Millionenbetrag“ gestützt werden musste, das war ja bekannt (siehe hier oder hier). Nun hat der geschätzte wie Kollege Bernd Neubacher von der Börsen-Zeitung (Paywall) auch die genaue Zahl ausgegraben: 74 Mio. Euro – so groß war das Rettungspaket insgesamt, dass die Sicherungseinrichtung im BVR im Frühjahr schnürte, wie aus dem Bundesanzeiger hervorgeht. Dort werden auch die einzelnen Elemente des Pakets aufgedröselt. Demnach bestanden die Stützungsmaßnahmen aus Garantien über 38,7 Mio. Euro, aus Garantien für Kreditausfälle in den Folgejahren in Höhe von 24,3 Mio. Euro sowie aus der Übernahme möglicher künftiger Belastungen in Höhe von 11,43 Mio. Euro … macht exakt 74,43 Mio. Euro.

Die Sparkassen-Finanzgruppe Hessen-Thüringen wie auch der Sparkassenverband Baden-Württemberg haben während unserer Sommerpause einen mäßig optimistischen Ausblick aufs laufende Geschäftsjahr gegeben. So erwarten die 49 Sparkassen in Deutschlands Mitte zwar ein steigendes Ergebnis vor Steuern – das allerdings vor dem Hintergrund, dass sich das Betriebsergebnis 2020 mit -50,3% halbiert hatte, von knapp 1,5 Mrd. Euro auf 724 Mio. Euro. Im Südwesten erreichte man vergangenes Jahr immerhin 1,54 Mrd. Euro, für 2021 erwarten die 50 Sparkassen dort allerdings einen Rückgang auf 1,37 Mrd. Euro – das wäre ein Minus von 11%.

Die Frankfurter Volksbank hat ein mehrjähriges Investitionsprogramm beschlossen und will im ersten Schritt bis Ende 2022 rund 6 Mio. Euro in die Modernisierung ihrer 15 Geschäftsstellen in Frankfurt sowie im Hochtaunuskreis stecken (die nur einen Teil des riesigen Netzes ausmachen, über das die Nummer 6 unter Deutschlands Volksbanken inzwischen gebietet). 6 Mio. Euro ist nicht die Welt, klar, aber in Zeiten, in denen andere Häuser Filialen schließen, doch recht bemerkenswert!

Auf Twitter hat ein User namens Chris einen Überblick gegeben, welche Sparkassen die neue Sparkassen-Card mit Debitcard-Funktion (von Mastercard) anbieten. Demnach handelt es sich – grob sortiert von Nord nach Süd sowie von West nach Ost – um die Nord-Ostsee Sparkasse, die Sparkasse Stade-Altes Land, die Sparkasse Vorpommern, die Sparkasse Westmünsterland, die Sparkasse Münsterland Ost, die Sparkasse an der Lippe, die Sparkasse Bergkamen-Bönen, die Sparkasse UnnaKamen, die Sparkasse Paderborn-Detmold, die Stadtsparkasse Düsseldorf, die Stadtsparkasse Dessau, die Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien, die Sparkasse Siegen, die Kreissparkasse Mayen, die Sparkasse Fürth, die Sparkasse Landsberg-Dießen und die Sparkasse Bad Tölz-Wolfratshausen. Macht insgesamt 17.

Was diese Woche (sonst noch) im Sparkassen- bzw. Genosektor los war


*unter Mitarbeit weiterer Redaktionskollegen

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