N26 gibt erstmals Hinweis auf die Zahl der Premium-Konten

4. Februar 2022

Von Heinz-Roger Dohms

Eigentlich schien der Käs’ gegessen – denn nachdem im Bundesanzeiger neulich schon die Ergebnisse der N26 Bank GmbH aufgeschlagen waren, versprachen die 2020er-Ergebnisse der N26 GmbH (also der Gruppe) keine neuen Offenbarungen. Trotzdem haben wir uns die gestern Nachmittag per Pressemitteilung veröffentlichten Zahlen einfach mal durchgelesen – und siehe da: Ein paar Erkenntnisse ließen sich dann doch daraus ziehen!

Und zwar …

  1. 45% der Provisionserträge stammten aus Kontoführungsgebühren für Premium-Konten (was allein deshalb schon interessant ist, weil bislang als Staatsgeheimnis galt, wie sich die Einnahmen von N26 verteilen). Machte 44 Mio. Euro. Nun wissen wir zwar nicht, wie hoch die durchschnittlichen Gebühren pro Kunden waren. Auf Basis der damaligen Preisstruktur darf man allerdings davon ausgehen, dass 12,50 Euro pro Monat (also 150 Euro pro Jahr) einen realistischen, wenn auch groben Schätzwert darstellen. Das hieße, dass N26 im Jahresschnitt rund 300.000 Premium-Kunden gehabt hätte. Was rund 12% der “ertragsrelevanten” Kunden und 5% der “kommunizierten” Kunden gewesen wären (zur Kunden-Definition von N26 siehe hier) …
  2.  N26 hat die “andere Verwaltungsaufwendungen” (d.h.: ohne Personal-, aber inklusive Marketingausgaben) im Corona-Jahr dramatisch zurückgefahren, nämlich um knapp ein Drittel auf nur noch 114,1 Mio. Euro …
  3. Trotz dieser Einschnitte stand 2020 unterm Strich ein abermals brutaler Jahresfehlbetrag von 151 Mio. Euro, verglichen mit 217 Mio. Euro ein Jahr zuvor. Was hieran verwundert: Das “Handelsblatt” (Paywall) hatte vor einem Jahr unter Berufung auf N26-CEO Valentin Stalf berichtet, der 2020er-Verlust habe “vor allem angesichts weiter hoher Investitionen bei 110 Mio. Euro” gelegen. Eine, wie man jetzt weiß, eindeutig falsche Angabe, die damals den Eindruck entstehen ließ, N26 sei es gelungen, die Verluste zu halbieren (falls es sich um ein Missverständnis oder um eine vorläufige, später korrigierte Zahl gehandelt haben sollte, dann hätte man das Ganze ja irgendwann mal geraderücken können …). Nochmal zum Mitschreiben: Auf 110 Mio. Euro summierten sich laut den jetzt veröffentlichten Zahlen allein die Verluste in Kerneuropa. Zählt man die Verluste komplett (Und warum sollte man das nicht tun? Zumal es sich bei der damaligen Vergleichsgröße von 217 Mio. Euro natürlich auch um die gesamten Verluste handelte …), dann waren es 151 Mio. Euro.
  4. N26 hat gestern versprochen, bis Jahresmitte seine 2021er-Zahlen zu veröffentlichen – was bedeutet, dass sich die Berliner, die ja bekanntermaßen an die Börse wollen, erstmals zu einer zeitigen Publizität durchringen. Freut uns selbstverständlich!

Die zehn wichtige Erkenntnisse aus den neuen N26-Zahlen

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