Kurz gebloggt

Wie lange will Trade Republic noch ein Kostenlos-Broker sein?

1. September 2021

Von Heinz-Roger Dohms

Folgt die Abkehr vom Fintech-Umsonst-Banking  (siehe auch die Beispiele -> N26, -> Penta und -> Holvi) eigentlich in allen Fällen einem langfristigen strategischen Kalkül? Oder spielt manchmal auch der sogenannte Huch-Effekt eine Rolle? Im Sinne von: „Huch, ohne Einnahmen kann man ja gar nichts verdienen …

Schwer zu sagen. Fest jedenfalls steht: Wer, wie das Hamburger Fintech Tomorrow (Image: das „Öko-N26“), einst das Best-Case-Szenario „1 Mio. Kunden bis Frühjahr 2022“ entworfen hat – im Spätsommer 2021 aber erst 85.000 Kunden angelangt ist … Dem bleibt gar nichts anderes übrig, als die Kunden freundlich zur Kasse zu bitten. Und genau das soll jetzt ja auch passieren, siehe unsere gestrige News  -> Auch die Neobank Tomorrow streicht ihr kostenloses Girokonto.

Wobei, um die Neobanken soll es heute Früh ja gar nicht gehen. Sondern: um die Neobroker!

Da nämlich wird’s jetzt so richtig interessant. Wie Sie mitbekommen haben werden, liebe Leserinnen und Leser, erwägt Paypal (wie ja zu Jahresanfang schon mal gemunkelt) den Einstieg ins Aktien-Brokerage, siehe u.a. diese Meldung her bei „The Verge“. Ob der 6%-ige Kursverlust beim US-Neobroker Robinhood (übrigens: Hierzulande verlor Flatex immerhin auch 2,2%) allein auf die Paypal-Pläne zurückzuführen sind, sei allerdings mal dahingestellt. Denn: Ebenfalls gestern hat die US-Börsenaufsicht SEC mitgeteilt (siehe die CNBC-Meldung hier), über das Verbot der vor allem für Neobroker wichtigen Rückvergütungen nachzudenken (wer das Prinzip noch nicht kennt, den verweisen wir auf unseren Klassiker -> Das Geschäftsmodell des Null-Gebühren-Brokers Trade Republic).

Was heißt das nun? Immerhin stört sich ja nicht nur die SEC, sondern erklärtermaßen auch die europäischen Börsenaufsicht Esma an „Payment for order flow“ genannten Rückvergütungen.

Unsere Vermutung: Gut möglich, dass der Abkehr vom (siehe oben) Umsonst-Banking früher oder später auch die Abkehr vom Umsonst-Brokerage folgt. Was für die Trade Republics dieser Welt perspektivisch betrachtet übrigens kein Nachteil sein muss. Zumal wenn man (wie Trade Republic …) die Ein-Millionen-Marke bei den Kunden tatsächlich längst geknackt hat.

Wertpapier-Boom ebbt ab. Wie hart trifft’s Trade Republic?

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