09/09/20: Monedo, Investify, Mollie, Klarna, Netcetera, ING, Bitwala

9. September 2020

Die Geschichte des einst größten deutschen Finanz-Startups Kreditech haben wir  immer sehr liebevoll begleitet – vom Schicksal der beiden putzigen Gründer (hier und hier) über den lange Zeit extrem ambitionierten Cashburn (hier und hier) bis hin zur Beinahe-Insolvenz Ende 2018 (hier und hier) und der durchaus anerkennenswerten Restrukturierung, die auf die Beinahe-Insolvenz folgte (hier und hier). Insofern: Als gestern Nachmittag bekannt wurde, dass Kreditech (bzw. Monedo, wie das Hamburger Fintech seit einiger Zeit heißt) nun doch insolvent ist – da beschlich uns fast ein bisschen Wehmut … Als die Wehmut dann jedoch dem nüchternen Blick auf die Dinge wich, blieben vor allem zwei Erkenntnisse: 1.) Angesichts der unseligen Kombination aus Geschäftsmodell (Kredite an Verbraucher mit schwacher Bonität …) und äußeren Umständen (Corona …) kommt die Pleite nicht wirklich überraschend. Und 2.) Zugleich würde es uns aber auch nicht wundern, wenn es für Monedo/Kreditech nach dem Insolvenzverfahren wieder weitergeht. Die Details: Finanz-Szene.de

Exklusiv: Investify baut digitale Anlageberatung für Sparda-Banken. Apropos Fintechs, apropos Pleiten: Wo bleibt eigentlich das große Robo-Sterben, dass ja schon häufig und mit ziemlich plausiblen Argumenten prophezeit wurde? Mögliche Antwort: Vielleicht sterben manche Robo Advisor ja auch einfach deswegen nicht, weil sie bei Lichte betrachtet gar keine Robo Advisor mehr sind, sondern rechtzeitig den sog. Pivot zum Technologie-Lieferanten geschafft haben. Ein hübsches Beispiel hierfür ist das deutsch-luxemburgische Fintech Investify, das sich auf diversen Umwegen jetzt an die Sparda-Banken herangerobbt hat: Finanz-Szene.de

Bekommt am Ende jeder das, was er verdient – sprich: wir Wirecard und die anderen ihre Unicorns? Naja, zumindest war der gestrige Tag mal wieder ein aus hiesiger Perspektive sehr schmerzlicher Beleg dafür, dass man keinesfalls seine Bilanzen fälschen muss, um vom großen Payment-Boom da draußen zu profitieren. Zum einen: Netflix, Airbnb und weitere Investoren pumpen 90 Mio. Euro in den niederländischen Zahlungsabwickler Mollie und hieven das Fintech damit auf eine Bewertung von > 1 Mrd. Euro. Zum anderen: Das größte europäische Fintech, also die auch hierzulande (Sofortüberweisung, Billpay …) sehr aktiven Schweden von Klarna, wollen sich von Investoren weitere gut 500 Mio. Dollar besorgen – zu einer vorbörslichen Taxierung von (einmal festhalten, bitte) 10 Mrd. Dollar. TechCrunchReuters

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Und noch ein interessanter Deal aus dem Payment-Bereich, diesmal sogar unter deutscher Beteiligung: Giesecke&Devrient steigt mit 30% bei der Schweizer Softwarefirma Netcetera ein, einem Spezialisten u.a. für sicheres Bezahlen (Netzwoche)  +++ Was wir bereits geweissagt hatten, ist jetzt eingetreten: Bei der ING Deutschland tritt die frühere EZB-Bankenaufseherin Sigrid Kozmiensky die Nachfolge von Risikovorstand Bernd Geilen an. Dessen Position als stellvertretender Vorstandschef übernimmt Firmenkundenvorstand Joachim von Schorlemer (Mitteilung) +++ Die Commerzbank hat eine weitere Nachranganleihe („Additional Tier-1“) begeben. Volumen diesmal: 500 Mio. Euro (Mitteilung) +++ Das Handelsblatt hat „aus Finanzkreisen“ erfahren, dass sich die Berliner Bitcoin-Bank Bitwala um eine Vollbanklizenz bewirbt, es bis zur Erteilung aber „noch dauern“ könne. Zur Erinnerung: Bereits 2018 hatte der damalige Bitwala-Chef der BÖZ gesagt: „Bis Ende 2019 streben wir unsere eigene deutsche Vollbanklizenz an.“ (HB/Paywall)

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