News des Tages

12/05/22: Aareal operativ stark, KfW-Gewinn zehntelt sich, Creditshelf schwarz

Hier die drei wichtigsten Erkenntnisse aus den Q1-Zahlen der Aareal: 1.) Operativ sieht das alles eigentlich ziemlich okay aus. Der Zinsüberschuss ist im Vergleich zur Vorjahresperiode satt gestiegen (+15% auf 159 Mio. Euro), beim Provisionsergebnis hat man ebenfalls ein bisschen was draufgepackt (+8% auf 64 Mio. Euro), und der durch die expandierende IT-Tochter Aareon verursachte Kostenanstieg (+2% auf 153 Mio. Euro) wirkt moderat; 2.) Vom 200-Mio.-Euro-Russland-Exposure wusste man ja schon; das hieraus im Q1 spürbare 60 Mio. Euro Risikovorsorge erwuchsen, haut dann aber halt gleich mal rein; 3.) Infolge der steigenden Risikovorsorge wird deshalb nun ein Jahresergebnis am unteren Ende der angestrebten Spanne von 210 bis 250 Mio. Euro erwartet. Die Aktie? Minus 0,4% auf 31,72 Euro. Präsentation (PDF)

Und hier die drei wichtigsten Erkenntnisse aus den Q1-Zahlen der PBB: 1.) Die Deutsche Pfandbriefbank ist operativ merklich weniger imposant ins Jahr gestartet als die Aareal. Das kombinierte Zins- und Provisionsergebnis blieb mit 124 Mio. Euro sogar minimal hinter dem letztjährigen Wert (125 Mio. Euro) zurück; 2.) Anders als der gewerbliche Immobilienfinanzierer aus Wiesbaden hat der aus München kein Russland-Engagement zu händeln – und kam daher mit 18 Mio. Euro Risikovorsorge aus; 3.) Folglich hängt die PBB die Aareal zwar beim operativen Ergebnis ab (42 Mio. Euro verglichen mit 30 Mio. Euro), was aus Investorenperspektive allerdings nicht über die bescheidende Ertragsentwicklung hinwegtäuscht. Die Aktie? Minus 4,4% auf 11,30 Euro.

Der Live-Blog zu den Q1-Zahlen der Commerzbank: Hauptversammlungen sind nicht mehr das, was sie mal waren. Wie in anderen Lebensbereichen auch, hat man ein einstmals grundsolides analoges Leistungsversprechen (“Würstchen mit Senf”) durch ein fragwürdiges digitales Happening (“Live-Stream mit Knof”) ersetzt. Und weil unsere großen Banken überdies dazu übergangen sind, die CEO-Reden ein paar Tage vor der HV bereits in Schriftform zu veröffentlichen, kann man auf Herrn Knof im Stream auch gleich ganz verzichten und lässt sich – was viel lustiger ist – die Rede stattdessen im Home-Office von der eigenen Tochter vorlesen (H., 7 Jahre: “Unter dem Strich rechnen wir weiterhin mit einem Konzernergebnis von mehr als 1 Mrd. Euro”) …

… Mithin: Blicken wir statt zurück auf die gestrige HV doch lieber nach vorn auf die heutige Präsentation der Q1-Zahlen. Denn, nur noch mal zur Erinnerung: Die Commerzbank hatte Ende April zwar schon einen groben Einblick in ihre Dreimonats-Zahlen gewährt (siehe hier). Dabei war allerdings (siehe hier) offengeblieben, wo die sensationell hohen Erträge eigentlich herkommen. Die große Frage seitdem: Was war Sein beim Q1-Ergebnis der Coba – und was Schein? Heute Früh gibt’s die Antworten, unseren Live-Blog finden Sie ab ungefähr 7.40 Uhr hier: Finanz-Szene.de


Kurz-News

Bei der KfW hat sich der Konzerngewinn im ersten Quartal verglichen mit der Vorjahresperiode auf 60 Mio. Euro grob gezehntelt (Q1 2021: 569 Mio. Euro) … +++ … Die Staatsbank begründete den Einbruch in erster Linie mit “den negativen Folgen des Ukraine-Kriegs”, die das Bewertungsergebnis mit knapp 400 Mio. Euro belastet hätten … +++ … Das Neugeschäft lief derweil auf Hochtouren. So sagte die KfW von Januar bis März alles in allem Kredit in Höhe von 41,0 Mrd. Euro zu, verglichen mit 24,5 Mrd. Euro vor einem Jahr  (Mitteilung, BÖZ/Paywall) +++ Der Chronistenpflicht halber: Bei der Commerzbank hat die Hauptversammlung gestern sämtliche Tagesordnungspunkte gebilligt, darunter auch – allerdings nur mit knapp 60% der abgegebenen Stimmen – den Vergütungsbericht (Mitteilung) +++ Apropos vorab veröffentliche HV-Reden: Seit gestern Abend ist nun auch bekannt, was der Deutsche-Bank-Chef seinen Aktionären kommende Woche Donnerstag erzählen will …. +++ … Christian S., 52 Jahre: “Wir lagen [im ersten Quartal] bereits über dem Renditeziel von 8% für das Gesamtjahr. Und wir sind weiterhin zuversichtlich, dieses Ziel auch am Jahresende zu erreichen.” (PDF) +++ Die HVB-Mutter Unicredit befindet sich laut Informationen der Nachrichtenagentur “Bloomberg” (Paywall) in Vorgesprächen über den Verkauf ihrer Russland-Tochter +++ Das Frankfurter KMU-Kreditportal Creditshelf hat im ersten Quartal (also noch vor der Insolvenz des Refi-Partners Amsterdam Trade Bank) bemerkenswerterweise schwarze Zahlen geschrieben … +++ … Obwohl das arrangierte Kreditvolumen nur mäßig wuchs (plus 10% auf 41,3 Mio. Euro), schossen die Umsatzerlöse um 43% auf 2,37 Mio. Euro nach oben – eine Steigerung, die mit “verbesserten Margen” begründet wurde (konkret lag die Marge bei hübschen 4,0% des Kreditvolumens) … +++ … Unterm Strich blieb ein Nettogewinn von 0,5 Mio. Euro hängen, verglichen mit einem Minus von 0,7 Mio. Euro im gleichen Vorjahresquartal (Finanzbericht/Q1) +++ Bei der US-Kryptobörse Coinbase ist der Umsatz von Januar bis März um knapp 27% auf 1,17 Mrd. Euro zurückgegangen; die Aktie hat verglichen mit dem Rekordhoch im November nun 83% an Wert verloren (CNBC)

To top