12/06/20: DKB, Raisin, bunq, Deutsche Bank, LBB, Stocard, LBB, SIA

12. Juni 2020

Exklusiv: DKB liebäugelt als bislang größte deutsche Retailbank mit der Einführung revolvierender Kreditkarten. Wie sollen Banken im Retailgeschäft überhaupt noch Geld verdienen? Das Einlagengeschäft – tot. Das Provisionsgeschäft –  ein ewiger Sorgenfall. Die Baufinanzierung – für viele längst der letzte Strohhalm. Was bleibt da überhaupt noch? Ach ja: das Kartengeschäft! Wie’s geht, zeigen Spezialinstitute wie die Advanzia Bank (siehe unsere Analyse neulich), die mit der massenhaften Ausgabe von Kreditkarten phänomenale Margen erzielen. Und zwar nicht nur über die Zahlungsfunktion – sondern auch und vor allem über die Kreditfunktion. Nach Informationen von Finanz-Szene.de hegt die DKB (also jene DKB, die Ihren Kunden jüngst die Girocard zugunsten der Kreditkarte madig machte) als bislang prominentestes Institut hierzulande nun ähnliche Pläne. Hier die Details: Finanz-Szene.de

Wie Raisin („Weltsparen“) mit der Übernahme des Vorsorge-Spezialisten Fairr in die Riester-Falle tappte: Der Berliner Einlagen-Broker Raisin gehört zweifelsohne zu den erfolgreichsten deutschen Fintechs. So reiht sich auch dieser Tage wieder eine Jubelmeldung an die nächste. Da waren zunächst Mitte Mai der US-Launch und die Liqid-Kooperation; es folgte der Coup mit der Hypo-Vereinsbank; und Mitte dieser Woche wurde schließlich die Partnerschaft mit Klarna verkündet, worüber sogar einige der britischen Fintech-Medien berichteten (siehe hier und hier). Indes: Wer ein bisschen genauer hinschaut, der sieht, dass Raisin jenseits solcher Meldungen momentan ein faustdickes Problem hat – was kurz gesagt so kam: Im vergangenen August übernahm Raisin das ebenfalls in Berlin ansässige Riester-Fintech Fairr. Eigentlich ein smarter Move, so dachte man. Schließlich schlummert im Altersvorsorge-Bereich durchaus Disruptions-Potenzial. Dann jedoch kam der Corona-Crash. Und noch viel schlimmer: Danach kam die Erholung! Die ganze Geschichte und wie Fairr nun sein Produkt umbaut: Finanz-Szene.de

Und hier eine Zahl, die groß klingt und es vielleicht sogar ist: Das Mannheimer Mobile-Wallet-Fintech Stocard (quasi das Vorbild für „Yunar“ von der Deutschen Bank) hat nach eigenen Angaben jetzt 50 Mio. User weltweit – und Monat für Monat kommen rund 1 Mio. neue User hinzu. Nun muss man einschränkenderweise sagen, dass „User“ (wie man auf Nachfrage erfährt) recht großzügig definiert wird, nämlich als „registrierte User“. Das ist anders als zum Beispiel bei Unternehmen wie Paypal, die nur die „aktiven Nutzer“ zählen. Indes: 2019 tätigten die (damals im Jahresschnitt schätzungsweise rund 40 Mio.) Stocard-Nutzer laut Unternehmensangaben 1,7 Mrd. Einkäufe mit der App und gaben dabei fast 40 Mrd. Euro aus. Macht 43 Einkäufe bzw. rund 1000 Euro „vermittelter“ Umsatz pro Nutzer. Das hört sich eher nicht nach „inaktiv“ an.

News

Sieht sich der N26-Herausforderer Bunq nach dem jüngsten Update seiner Banking-App einem Kunden-Aufstand gegenüber? So schreibt’s zumindest der „iPhone-Ticker“. +++ Die EZB bereitet nach „Reuters“-Informationen die mögliche Gründung einer europäischen „Bad Bank“ vor. Diese könnte die Geschäftsbanken in der Corona-Krise entlasten. (Reuters) +++ Die Deutsche Bank muss ihre Risikovorsorge im zweiten Quartal laut CFO von Moltke um rund 800 Mio. Euro aufstocken – das wären laut unserem eiligen Abgleich aber auch 170 Mio. Euro mehr, als Analysten im Schnitt erwarten (ARD-Börse) +++ Und nochmal Deutsche Bank: Das größte Geldinstitut des Landes will seinen Unternehmens-Kunden in Zukunft auch nutzungsbasierte Leasing-Modelle anbieten (FAZ/Paywall) +++ Die Landesbank Berlin (also der Issuer hinter den Kreditkarten von Amazon und ADAC) hat einen neuen Abwicklungspartner, nämlich die italienische SIA. Wenn uns nicht alles täuscht, war’s vorher Equens Wordline. (PressemitteilungTwitter)

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