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Das gab es diese Woche sonst noch in unserer Rubrik „Produkt & Kunde“

19. Februar 2021

13.-19. Februar: Kontogebühren, Targobank, Deposit Solutions

  • Auch die Targobank dreht ein klein wenig an den Gebühren – und zwingt eine mittlere fünfstellige Zahl von Kunden zum Wechsel in ein in einigen Details teureres Girokontomodell. Betroffen sind Kunden des schon länger nicht mehr angebotenen Modells „Best Konto“. Diese sollen per 1. Mai automatisch in das sogenannte „Plus-Konto“ überführt werden. Damit verbunden sind neben einem unveränderten Grundpreis (5,95 Euro bzw. kostenlos bei > 1.000 Euro Geldeingang) zahlreiche Verteuerungen, etwa für eine Ersatz-Girocard (15,10 Euro statt gebührenfrei) oder Scheckeinreichung, Eilüberweisung, PIN-Freigabe oder ganz banal auch den Dispozinsen. Das alles passt zu ähnlichen Schritten dieser Tage bei der deutschen ING (siehe hier) oder der Comdirect (siehe hier).
  • Der Hamburger Einlagenbroker Deposit Solutions („Zinspilot“) hat Probleme mit einem seiner Partner-Institute: Laut „Finanztest“ (3/2021, Seite 20) kündigte die französische BGFI Bank zum 1. Februar einer ungenannten Zahl von Zinspilot-Kunden deren gut verzinste Festgeldverträge gekündigt. Die Hintergründe der Maßnahmen sind unklar, Deposit Solutions begründet die Kündigungen gegenüber „Finanztest“ mit „regulatorischen Vorgaben“.
  • Damit die neu und zusätzlich ausgegeben Visa-Debitkarten bei der Comdirect auch eingesetzt werden, startet die Bank eine Aktion, in der man Kunden bei einem dreimaligen Einsatz via Apple Pay oder Google Pay einmalig fünf Euro schenkt.
  • N26 hat sein Sparprodukt „Easyflex Savings“ seit Donnerstag auch für alle Kunden freigeschaltet – bislang war es nur Metal-Kunden zugänglich

Und hier ältere Snippets aus der Rubrik „Produkt und Kunde“

  • Auch die C24 Bank bietet jetzt Unterkonten (also „Pockets“ an), mit denen Kunden separat Geld anhäufen können, für den Urlaub, das Auto oder andere Sparziele. Als erster großer Player hatte N26 ein solches Feature eingeführt, inzwischen sind etliche mobile Banken wie Vivid Money nachgezogen. Interessant: Bei der C24 Bank können Nutzer den Unterkonten auch eine eigene IBAN zuweisen, so dass sie darüber auch Geld überweisen, empfangen oder einziehen lassen können. Diese Zusatzfunktion ist allerdings teils kostenpflichtig.
  • Bekanntlich haben auch die Volks- und Raiffeisenbanken Apple Pay im Angebot. Blöd nur: Die „Business Cards“ der Genos sind noch immer nicht mit  der mobilen Zahllösung verknüpft, berichtet Heise. Genauso ist es übrigens auch weiterhin mit der Amazon-Visa-Kreditkarte der Landesbank Berlin – auch wenn die Nutzer der LBB-Hauskarte (also ohne Branding) längst mit Apple Pay zahlen können.
  • 463 (!) Banken und Sparkassen kassieren mittlerweile eine Gebühr (natürlich zusätzlich zur Interchange …), wenn ihre Kunden mit Girocard oder Kreditkarte bezahlen, zeigen Zahlen des Finanzportals „Biallo“. Spitzenreiter ist demnach die Bopfinger Bank Sechta-Ries in Baden-Württemberg: Sie verlangt 75 Cent je Transaktion. Da freut sich das Provisionsergebnis. Mal sehen, wie lange der Kunde es mitmacht. (Business Insider)
  • Das neueste App-Update bei N26 bringt kleinere Veränderungen mit sich. Wenn es sooo genau wirklich wissen will- voilà: Caschys Blog
  • Wie verhindere ich als Bank, dass mein kostenloses Girokonto zum reinen Geldabhebe-Konto wird, das zwar Aufwand erzeugt, aber keinen Ertrag generiert? Die C24 Bank macht es ausweislich eines Kundenschreibens so: „Hallo Herr Xxxxxxxxx, Ihr Konto befindet sich nicht mehr im Status ‚aktive Nutzung‘, wodurch Ihnen im aktuellen Monat weniger kostenlose Bargeldabhebungen als zuvor zur Verfügung stehen. Der Status Ihres Kontos hat sich geändert, weil im letzten Monat keine zwei wiederkehrenden Lastschriften / Vertragsbuchungen von Ihrem Konto eingezogen wurden. […] Unser Tipp: Ziehen Sie mit Hilfe unseres Kontowechselservices in nur wenigen Minuten Ihre Lastschriften auf Ihr C24 Girokonto um, damit Sie künftig wieder im vollen Umfang Ihre kostenlosen Bargeldabhebungen nutzen können!“
  • Die DKB schraubt mit einem neuen Preis-Leistungsverzeichnis (ein bisschen) an Zinsen wie Gebühren: Guthaben auf der DKB-Visa-Card sowie dem DKB-Visa-Tagesgeld werden vom 1. April an grundsätzlich nicht mehr verzinst (zuletzt 0,01%), was die geplante Einführung des DKB-Tagesgeldkontos offenbar im Vergleich attraktiver machen soll. Für Einzahlungen an DKB-Geldautomaten werden künftig 1,5% des Betrags und mindestens 2,50 Euro fällig, beleghafte Überweisungen kosten in jedem Fall 2,95 Euro, und bei Scheckeinreichungen in Fremdwährungen können Fremdkosten weiterbelastet werden. Die Übersicht: DKB
  • Hier mal pars pro toto ein aktuelles Beispiel für satte Gebührenerhöhungen smarte Pricing-Strategien im genossenschaftlichen Bankensektor: Bei der Volkbank Mönchengladbach kostet das Online-Konto künftig nicht mehr 2,50 Euro im Monat sondern 5,90 Euro. Ein Plus von 136%. Flankiert wird der Schritt vom sogenannten „Hausbanken-Modell“ (Analyse dazu hier), das im Gegenzug für die die Nutzung von Produkte und Leistungen Rabatte einräumt. Neue Kontopreise
  • Sollten Investment-Fintechs die Mindestanlagesumme möglichst hoch hängen, um Exklusivität zu demonstrieren wie Moonfare (ab 100.000 Euro) oder Liqid (ebenfalls ab 100.000 Euro) – oder sollten sie die Schwellen lieber senken, um möglichst viele Kunden einzufangen? Der Berliner Robo Quirion geht jetzt letzteren Weg und reduziert Mindestanlagesumme von 1000 Euro auf 500 Euro.
  • Was gibt’s Neues von TEO, also der (siehe hier, hier und hier) noch nicht wirklich erfolgreichen neuen Banking-App der Sparda-Banken? Das hier: Die Sparda München, so entnehmen wir ihrer Homepage bietet seit dem 19. Januar „an mehreren Terminen Kunden-Webinare zu TEO an. Unsere Mitarbeiter zeigen Ihnen dort die wichtigsten TEO-Funktionen, geben wertvolle Tipps und beantworten Ihre Fragen. Die kostenlosen Online-Veranstaltungen richten sich an Kunden, die sich bereits in TEO angemeldet haben und die Anwendung nutzen, sowie an alle, die es in Kürze vorhaben.“ Soll man das jetzt gut finden, weil die Sparda München „die Menschen abholt“, wie man in der Politik sagt? Oder fragwürdig, weil eine Banking-App, für deren Nutzung es eine Online-Schulung braucht, keine gute Banking-App sein kann? Schwer zu sagen. Entscheiden Sie bitte selbst, liebe Leserinnen und Leser.
  • Dem neuen „Hausbank-Modell“ hatten wir uns vergangenes Jahr ja schon mal intensiver gewidmet (siehe die Artikel „Rabatte, Boni, Punkte: Wie das Girokonto neu definiert wird“ und „Kontogebühren: Die neue Masche am Beispiel der Volksbank Stuttgart“) . Leser O. hat jetzt das nächstes Institut entdeckt, dass allem Anschein nach auf das „Hausbank-Modell“ setzt, nämlich die Volksbank Warendorf (hier der Beleg).  Wobei man dazusagen muss: Leser O. hält den Begriff „Hausbank-Modell“ für einen Euphemismus. Er spricht von „Kontogebühren reloaded“.
  • Nicht nur die Online-Broker hatten diese Woche mit Problemen am „Frontend“ zu kämpfen – sondern auch die Consorsbank. Dort kam es am Donnerstagnachmittag laut etlichhen Nutzerbeschwerden bei „Allestoerungen.de“  zu einem rund 45-minütigen vollständigen Systemausfall. Weder Banking noch Brokerage noch die Hotline funktionierten.

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