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Das gab es diese Woche sonst noch in unserer Rubrik „Produkt & Kunde“

31. März 2021

27.-31. März: Hypo-Vereinsbank (2x), Raisin, Sparda Südwest, Nets

Die Hypo Vereinsbank hat als wohl erste größere Bank hierzulande eine volldigitale Kontoeröffnungen für Firmenkunden „end-to-end“ selber gebaut. Einer der Kniffe: Informationen für den KYC-Prozess werden über Unternehmens-Datenbanken automatisch geladen. (Disclaimer der Redaktion: Ob bei anderen namhaften Instituten nicht auch schon ähnliche Verfahren im Einsatz sind, können wir nicht abschließend beurteilen; alltäglich scheinen uns volldigitale Kontoeröffnungen bei Firmenkunden aber in keinem Fall zu sein).

Von den neu eingeführten Kontogebühren bei der Sparda Südwest hatten wir Ihnen diese Woche ja schon erzählt. Ein interessanter Nebenaspekt: Das Mainzer Institut teilte Girokonto-Kunden mit laufendem Kreditvertrag mit, „für die Abwicklung einer Finanzierung“ sei „ein Girokonto in unserem Hause notwendig“. Mithin, so las es sich jedenfalls: Kreditkunden dürfen ihr plötzlich kostenpflichtiges Konto nicht kündigen. Ein unzulässiges Koppelgeschäft? Aber nein, teilte uns die Sparda Südwest auf Nachfrage mit. Die Kunden könnten ja stattdessen das neu eingeführte SpardaVerrechnungskonto nutzen. Wovon in dem Kundenschreiben gleichwohl keine Rede war.

Das Berliner Investment-Fintech Raisin dreht schon wieder (jedenfalls ein bisschen) an seinem Riester-Angebot. Die Vorgeschichte (damals hieß „Raisin Pension“ noch „Fairr“) lässt sich hier nachlesen – sie endete bekanntlich damit, dass viele Kunden mit ihren Verträgen unter Wasser standen und wegen einer zu niedrigen Aktienquote häufig immer noch stehen. Nach Finanz-Szene-Informationen sollen Kunden nun überzeugt werden, doch einfach ein neues Riester-ETF-Produkt mit längerer Laufzeit abzuschließen. Die alten Rest-Guthaben sollen übertragen werden, die Altersvorsorger hierdurch wieder in den Genuss höherer Aktienquoten kommen.

Der dänische Payment-Riese Nets (hierzulande bekannt unter dem, was früher mal Concardis war …) hat im deutschen Markt eine „Payment Service Provider“-Lösung für kleine und mittelständische Unternehmen gelauncht. Der Name (wobei wir keine Ahnung haben, ob er auch Programm ist): „Easy“.

Und nochmal HVB: Laut „Handelsblatt“ (Paywall) testet die Uncredit-Tochter einen „Voicebot“. Da mussten wir gleich an „Herbie“ denken, den Nicht-Voice-Bot der DKB. Hat man von dem eigentlich noch mal was gehört? Auch nee, er redet ja nicht.

Und hier ältere Snippets aus der Rubrik „Produkt und Kunde“

Die PSD Bank Rhein-Ruhr berechnet Privatkunden seit Dienstag einen Minuszins von 1,0%, wenn sie auf dem Tagesgeldkonto mehr als 500 000 Euro anlegen – ein neuer „Minusrekord“, denn zuvor war (jedenfalls unseres Wissens nach) noch kein deutsches Geldinstitut unter die Schwelle von -0,5% gegangen. Auf einem massiven Einlagendruck kann die Entscheidung übrigens nicht fußen. Vergangene Woche meldete die 150.400 Kunden zählende Genossenschaftsbank für 2020 „nahezu konstant gehaltene“  Kundeneinlagen von 2,72 Mrd. Euro nach 2,68 Mrd  Euro im Vorjahr.

10 Mrd. Euro will die Commerzbank mit ihrem „Klimavest“-Fonds langfristig einsammeln – so stand es in der offiziellen Mitteilung zum Launch des geschlossenen Impact-Fonds Ende Oktober (siehe unsere Analyse „Größter Produkt-Launch ever: Commerzbank lädt Öko-Bazooka“). Da liegt die Frage nah: Wie läuft es denn? Antwort: Ausweislich Klimavest-Dokumenten sind inzwischen 363 Mio. Euro zusammen. Noch nicht viel gemessen an den hehren Zielen. Andererseits: Im aktuellen Vertriebstempo wäre bis Jahresende die Milliardenmarke geknackt. Zumal demnächst dann auch Drittvertriebe den Klimavest empfehlen (und Agio wie Bestandsvergütungen kassieren) dürfen.

Erinnern Sie sich noch an Rubarb, das Fintech der Neffen von Olaf Scholz“? Jedenfalls: Diese Woche wurde uns interessanterweise und aus seriöser Quelle zugeleitet, was Rubarb im Online-Marketing pro Lead bezahlt. Wir zitieren (wobei „CPL für „Cost-per-Lead“ steht): „Attraktive Vergütung: 7,00€ CPL (ein Lead ist valide nachdem der User die ID Verification erfolgreich durchgeführt hat). Die Rubarb Verlinkungen würden durch Tracking Links ausgetauscht werden, sodass ihr für jeden neu vermittelten Kunden, der sich über den Link erfolgreich registriert, eine Vergütung erhaltet.“

Auch die Targobank dreht ein klein wenig an den Gebühren – und zwingt eine mittlere fünfstellige Zahl von Kunden zum Wechsel in ein in einigen Details teureres Girokontomodell. Betroffen sind Kunden des schon länger nicht mehr angebotenen Modells „Best Konto“. Diese sollen per 1. Mai automatisch in das sogenannte „Plus-Konto“ überführt werden. Damit verbunden sind neben einem unveränderten Grundpreis (5,95 Euro bzw. kostenlos bei > 1.000 Euro Geldeingang) zahlreiche Verteuerungen, etwa für eine Ersatz-Girocard (15,10 Euro statt gebührenfrei) oder Scheckeinreichung, Eilüberweisung, PIN-Freigabe oder ganz banal auch den Dispozinsen. Das alles passt zu ähnlichen Schritten dieser Tage bei der deutschen ING (siehe hier) oder der Comdirect (siehe hier).

Der Hamburger Einlagenbroker Deposit Solutions („Zinspilot“) hat Probleme mit einem seiner Partner-Institute: Laut „Finanztest“ (3/2021, Seite 20) kündigte die französische BGFI Bank zum 1. Februar einer ungenannten Zahl von Zinspilot-Kunden deren gut verzinste Festgeldverträge gekündigt. Die Hintergründe der Maßnahmen sind unklar, Deposit Solutions begründet die Kündigungen gegenüber „Finanztest“ mit „regulatorischen Vorgaben“.

Damit die neu und zusätzlich ausgegeben Visa-Debitkarten bei der Comdirect auch eingesetzt werden, startet die Bank eine Aktion, in der man Kunden bei einem dreimaligen Einsatz via Apple Pay oder Google Pay einmalig fünf Euro schenkt.

N26 hat sein Sparprodukt „Easyflex Savings“ seit Donnerstag auch für alle Kunden freigeschaltet – bislang war es nur Metal-Kunden zugänglich

Auch die C24 Bank bietet jetzt Unterkonten (also „Pockets“ an), mit denen Kunden separat Geld anhäufen können, für den Urlaub, das Auto oder andere Sparziele. Als erster großer Player hatte N26 ein solches Feature eingeführt, inzwischen sind etliche mobile Banken wie Vivid Money nachgezogen. Interessant: Bei der C24 Bank können Nutzer den Unterkonten auch eine eigene IBAN zuweisen, so dass sie darüber auch Geld überweisen, empfangen oder einziehen lassen können. Diese Zusatzfunktion ist allerdings teils kostenpflichtig.

Bekanntlich haben auch die Volks- und Raiffeisenbanken Apple Pay im Angebot. Blöd nur: Die „Business Cards“ der Genos sind noch immer nicht mit  der mobilen Zahllösung verknüpft, berichtet Heise. Genauso ist es übrigens auch weiterhin mit der Amazon-Visa-Kreditkarte der Landesbank Berlin – auch wenn die Nutzer der LBB-Hauskarte (also ohne Branding) längst mit Apple Pay zahlen können.

463 (!) Banken und Sparkassen kassieren mittlerweile eine Gebühr (natürlich zusätzlich zur Interchange …), wenn ihre Kunden mit Girocard oder Kreditkarte bezahlen, zeigen Zahlen des Finanzportals „Biallo“. Spitzenreiter ist demnach die Bopfinger Bank Sechta-Ries in Baden-Württemberg: Sie verlangt 75 Cent je Transaktion. Da freut sich das Provisionsergebnis. Mal sehen, wie lange der Kunde es mitmacht. (Business Insider)

Das neueste App-Update bei N26 bringt kleinere Veränderungen mit sich. Wenn es sooo genau wirklich wissen will- voilà: Caschys Blog

Wie verhindere ich als Bank, dass mein kostenloses Girokonto zum reinen Geldabhebe-Konto wird, das zwar Aufwand erzeugt, aber keinen Ertrag generiert? Die C24 Bank macht es ausweislich eines Kundenschreibens so: „Hallo Herr Xxxxxxxxx, Ihr Konto befindet sich nicht mehr im Status ‚aktive Nutzung‘, wodurch Ihnen im aktuellen Monat weniger kostenlose Bargeldabhebungen als zuvor zur Verfügung stehen. Der Status Ihres Kontos hat sich geändert, weil im letzten Monat keine zwei wiederkehrenden Lastschriften / Vertragsbuchungen von Ihrem Konto eingezogen wurden. […] Unser Tipp: Ziehen Sie mit Hilfe unseres Kontowechselservices in nur wenigen Minuten Ihre Lastschriften auf Ihr C24 Girokonto um, damit Sie künftig wieder im vollen Umfang Ihre kostenlosen Bargeldabhebungen nutzen können!“

Die DKB schraubt mit einem neuen Preis-Leistungsverzeichnis (ein bisschen) an Zinsen wie Gebühren: Guthaben auf der DKB-Visa-Card sowie dem DKB-Visa-Tagesgeld werden vom 1. April an grundsätzlich nicht mehr verzinst (zuletzt 0,01%), was die geplante Einführung des DKB-Tagesgeldkontos offenbar im Vergleich attraktiver machen soll. Für Einzahlungen an DKB-Geldautomaten werden künftig 1,5% des Betrags und mindestens 2,50 Euro fällig, beleghafte Überweisungen kosten in jedem Fall 2,95 Euro, und bei Scheckeinreichungen in Fremdwährungen können Fremdkosten weiterbelastet werden. Die Übersicht: DKB

Hier mal pars pro toto ein aktuelles Beispiel für satte Gebührenerhöhungen smarte Pricing-Strategien im genossenschaftlichen Bankensektor: Bei der Volkbank Mönchengladbach kostet das Online-Konto künftig nicht mehr 2,50 Euro im Monat sondern 5,90 Euro. Ein Plus von 136%. Flankiert wird der Schritt vom sogenannten „Hausbanken-Modell“ (Analyse dazu hier), das im Gegenzug für die die Nutzung von Produkte und Leistungen Rabatte einräumt. Neue Kontopreise

Sollten Investment-Fintechs die Mindestanlagesumme möglichst hoch hängen, um Exklusivität zu demonstrieren wie Moonfare (ab 100.000 Euro) oder Liqid (ebenfalls ab 100.000 Euro) – oder sollten sie die Schwellen lieber senken, um möglichst viele Kunden einzufangen? Der Berliner Robo Quirion geht jetzt letzteren Weg und reduziert Mindestanlagesumme von 1000 Euro auf 500 Euro.

Was gibt’s Neues von TEO, also der (siehe hier, hier und hier) noch nicht wirklich erfolgreichen neuen Banking-App der Sparda-Banken? Das hier: Die Sparda München, so entnehmen wir ihrer Homepage bietet seit dem 19. Januar „an mehreren Terminen Kunden-Webinare zu TEO an. Unsere Mitarbeiter zeigen Ihnen dort die wichtigsten TEO-Funktionen, geben wertvolle Tipps und beantworten Ihre Fragen. Die kostenlosen Online-Veranstaltungen richten sich an Kunden, die sich bereits in TEO angemeldet haben und die Anwendung nutzen, sowie an alle, die es in Kürze vorhaben.“ Soll man das jetzt gut finden, weil die Sparda München „die Menschen abholt“, wie man in der Politik sagt? Oder fragwürdig, weil eine Banking-App, für deren Nutzung es eine Online-Schulung braucht, keine gute Banking-App sein kann? Schwer zu sagen. Entscheiden Sie bitte selbst, liebe Leserinnen und Leser.

Dem neuen „Hausbank-Modell“ hatten wir uns vergangenes Jahr ja schon mal intensiver gewidmet (siehe die Artikel „Rabatte, Boni, Punkte: Wie das Girokonto neu definiert wird“ und „Kontogebühren: Die neue Masche am Beispiel der Volksbank Stuttgart“) . Leser O. hat jetzt das nächstes Institut entdeckt, dass allem Anschein nach auf das „Hausbank-Modell“ setzt, nämlich die Volksbank Warendorf (hier der Beleg).  Wobei man dazusagen muss: Leser O. hält den Begriff „Hausbank-Modell“ für einen Euphemismus. Er spricht von „Kontogebühren reloaded“.

Nicht nur die Online-Broker hatten diese Woche mit Problemen am „Frontend“ zu kämpfen – sondern auch die Consorsbank. Dort kam es am Donnerstagnachmittag laut etlichhen Nutzerbeschwerden bei „Allestoerungen.de“  zu einem rund 45-minütigen vollständigen Systemausfall. Weder Banking noch Brokerage noch die Hotline funktionierten.

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