Kurz gebloggt

Ganz schön gerödelt: Wie die Sparkasse Aachen ihre GuV rettet

1. Oktober 2020

Von Heinz-Roger Dohms

Wie kann es sein, dass die Sparkassen in der Einzelbetrachtung immer so schlecht wegkommen bei uns (siehe die Fraspa hier, die Haspa hier oder die Stadtsparkasse Düsseldorf hier), die aggregierten 2019er-Zahlen laut der jüngst veröffentlichten, einigermaßen unbestechlichen Buba-Ertragslage-Statistik aber weiterhin solide anmuten?

Nun, relativ einfach: Es gibt eben nicht nur die Haspas und Fraspas da draußen, sondern auch Institute wie die Sparkassen Aachen, die es trotz Zinskrise schaffen, die Erträge einigermaßen stabil zu halten, die Kosten zu zügeln – und letzten Endes bei der im Sparkassen-Sektor als zentral empfundenen Kennziffer „Betriebsergebnis in % der durchschnittlichen Bilanzsumme“ wundersamerweise immer noch auf ein Ergebnis von >1,0 zu kommen. Alles gut also? Geht so.

Denn schaut man tiefer hinein in die Zahlen (der Geschäftsbericht der Sparkasse Aachen ist seit kurzem öffentlich), dann sieht man schnell, dass sich auch solche Institute von den äußeren Umständen nicht freimachen können. Die Gesamterträge legten zwar nochmals um 1,2% zu, beim Zinsergebnis allerdings bröckelt’s (minus 3,1%). Das wiederum erfordert wiederum bei den Provisionen offenbar ein ganz schönes Rödeln (plus 7,9%), derweil sich Hinweise finden, dass das mit dem Rödeln kein Selbstgänger ist (während der Wertpapierumsatz um 7% zulegte, fiel der Wertpapiernettoabsatz trotz starker Börsen um 31%).  Letzten Ende: Fiel das „Betriebsergebnis in % der DBS“ dann eben doch von im Vorjahr noch 1,12% auf nur mehr 1,03% und sollte laut Prognose in diesem Jahr sogar auf nur noch 0,84% sinken – wohlgemerkt bei einer vorbildlichen Cost-Income-Ratio von 0,61%.

Das hätten sich die Sparkassen vor ein paar Jahren auch noch nicht träumen lassen: Dass man mit einer CIR von 0,6% nur noch auf ein relatives Betriebsergebnis von 0,8% kommt.

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