„Fintech-Frauen“-Serie

Hier kommt: Birte Sewing, Chief Operating Officer von Finleap

12. Mai 2020

Von Heinz-Roger Dohms

Stimmt schon: In der deutschen Fintech-Branche herrscht ein krasses Männer-Übergewicht. Was aber nicht bedeutet, dass das auf alle Zeiten so bleiben muss. In unserer Serie „Hier kommen die Fintech-Frauen“ will Finanz-Szene.de von heute an jeden Tag eine spannende Managerin oder eine aufstrebende Mitarbeiterin eines deutschen Finanz-Startups vorstellen. Heute, Teil I:

Dr. Birte Sewing, 40 Jahre

Ich bin:

Chief Operating Officer von Finleap

Das heißt?

Seit November 2019 gehöre ich als Chief Operating Officer (COO) und Geschäftsführerin dem Management-Teams von Finleap an. Ich verantworte als COO das Netzwerk sowie die Partnerbeziehungen der Finleap-Gruppe weltweit. Außerdem treibe ich strategische Theme, wie z.B. die internationale Expansion weiter voran und verantworte die Investor Relations. Darüber hinaus bin ich Vorsitzende bzw. Mitglied im Aufsichtsrat/Beirat der Bafin-lizenzierten Finleap-Portfoliounternehmen Solarisbank, Element, Elinvar und Crosslend.

Vorher war ich:

Vor meinem Wechsel zu Finleap habe ich für den Versicherer Ergo ein gänzlich neues Geschäftsfeld für Investmentprodukte aufgebaut und global verantwortet. Davor war ich Managing Director bei der Deutschen Bank. Mein erster, für mich wichtiger Schritt in meiner berufliche Laufbahn war bei McKinsey, wo ich globale Unternehmen im Bereich Financial Services beraten habe. Hier wurde meine Begeisterung für die Industrie geweckt.

Wenn ich nicht in der Fintech-Branche gelandet wäre …

… dann würde ich versuchen, meine Passion – neue Ideen zu entwickeln, Teams aufzubauen und Geschäftsmodelle im Bereich Finanzindustrie neu zu definieren – anders umzusetzen. In der Fintech-Branche bewegt sich jedoch so viel, dass ich froh bin, an der digitalen Zukunft der Finanzindustrie mitzuwirken. Ich denke, ich bin hier richtig,

Warum arbeiten nicht mehr Frauen in der deutschen Fintech-Branche?

Im Allgemeinen gibt es sowohl in Financial Services und auch bei Technologie-Unternehmen zu wenig Frauen in Führungspositionen. Es verändert sich langsam zum Positiven, jedoch haben wir noch einen langen Weg vor uns. Wir müssen hier gezielt Frauen fördern und in der Entwicklung unterstützen, um die Diversität in den Teams zu erhöhen.

Was muss sich ändern, damit es in 2-3 Jahren deutlich mehr Frauen sein werden als heute?

Ein gutes Netzwerk ist sehr wichtig. Schon Schulen und Universitäten spielen dabei eine bedeutende Rolle und sollten bereits in einem frühen Stadium junge Frauen gezielt dabei unterstützen, solche Netzwerke aufzubauen. Natürlich haben aber auch Unternehmen eine wichtige Aufgaben, Mitarbeiter*innen zu fördern, weiterzuentwickeln und langfristig zu binden. Diverse Teams sind für mich ein wichtiger Hebel, um erfolgreich und innovativ zu sein und zu bleiben. Dabei geht es nicht nur um Frauen oder Männer. Es ist wichtig, Talente aus unterschiedlichen Bereichen, sei es von Startups oder aus klassischen Finanzunternehmen, mit Tech- oder Business-Hintergrund, zu gewinnen und zu entwickeln.

Diese Fintech-Managerin finde ich inspirierend:

Menschen, die drei, vier Schritte weiter denken und so Ideen für die Zukunft entwickeln – auch wenn der Weg dahin (noch) nicht klar ist –  inspirieren mich. Ob in Fintech oder einer anderen Industrie, Frau oder Mann, ist dann für mich weniger wichtig. Gerade am Anfang meiner Karriere und jetzt auch in den ersten Monaten im Finleap-Umfeld konnte ich dies erleben!

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