„Fintech-Frauen“-Serie (IV)

Hier kommt Carolin Gabor, die Chefin von Joonko

18. Mai 2020

Von Heinz-Roger Dohms

Stimmt schon: In der deutschen Fintech-Branche herrscht ein krasses Männer-Übergewicht. Was aber nicht bedeutet, dass das auf alle Zeiten so bleiben muss. In unserer Serie „Hier kommen die Fintech-Frauen“ stellt Finanz-Szene.de jeden Tag eine spannende Managerin oder eine aufstrebende Mitarbeiterin eines deutschen Finanz-Startups vorstellen. Heute, Teil IV:

Dr. Carolin Gabor, 42 Jahre

Ich bin:

CEO von Joonko

Das heißt?

Ich habe den besten Job aller Zeiten: ich darf – gemeinsam mit einem sehr starken Team – permanent den Status quo von Joonko hinterfragen und entwickle mit meinen beiden Mitgründern Andreas und Eric Ideen, wie wir uns in allen Bereichen (Product, Marketing, Operations, etc.) verbessern können und welche Finanzangebote wir im nächsten Schritt angehen werden. Neben der Strategieplanung von Joonko, bin ich für die Partnerakquise und Investorensuche verantwortlich und versuche zudem, immer die besten Talente für unser Team zu gewinnen.

Vorher war ich:

Bevor ich 2019 zu Joonko kam, war ich als Managing Partner bei finleap für die strategische Weiterentwicklung und viele der Portfoliounternehmen verantwortlich. Vor meiner Zeit bei finleap war ich CEO der Unternehmen Toptarif und Autohaus24. Meine Karriere habe ich bei BCG gestartet und habe 10 Jahre lang Banken und Versicherungen beraten.

Wenn ich nicht in der Fintech-Branche gelandet wäre, dann …

… wäre ich Physikerin oder Theaterschauspielerin geworden.

Warum arbeiten nicht mehr Frauen in der deutschen Fintech-Branche?

Leider strahlt die Schnittstelle aus Technologie und Finanzdienstleistungen noch immer keine besonders hohe Attraktivität für Frauen aus. Allerdings muss man sagen, dass es in der Startup-Szene, bis auf den E-Commerce-Bereich, generell keinen allzu hohen Frauenanteil gibt. Das liegt wohl daran, dass techlastige Branchen stark männerdominiert sind. Die gesamte Industrie – insbesondere die Führungsebenen der Banken und Versicherungen – zeigt sich als Männerdomäne.

Positiv ist, dass immer mehr talentierte Frauen den Sprung in die Fintech-Branche wagen. Aus der Motivation heraus, allen Fintech begeisterten Frauen eine Plattform zum Austausch zu bieten, habe ich „fintexx – women in finance“ gegründet. Unser Netzwerk zählt mittlerweile über 200 Top-Level Frauen aus ganz Europa zu seinen Mitgliedern.

Was muss sich ändern, damit es in 2-3 Jahren deutlich mehr sein werden als heute?

Investoren müssen deutlich stärker in Unternehmen mit diversen Gründerteams investieren. Dafür bedarf es auch auf Investorenseite einer Diversität in den Partnerteams. Damit wiederum das passiert, sollten die Investoren hinter den VC-Fonds nur noch in VC-Fonds mit diversen Partnerteams investieren. Ähnlich wie Goldman Sachs nur noch diverse Teams für ihre IPOs akzeptiert, könnten Ratingagenturen dazu übergehen, Finanzdienstleister ohne diverse Vorstandsteams abzustrafen. Diese Maßnahmen sind – anders als die Quote – wirtschaftlich motiviert und sicher genauso effektiv.

Diese Fintech-Managerin finde ich inspirierend:

Jessica Holzbach von Penta: Sie hat sehr jung gegründet, ist wahnsinnig gut, lernt unglaublich schnell und weiß ganz genau, wo ihre Stärken und Schwächen liegen. Sie ist Frau geblieben und überzeugt mit einer sehr authentischen, starken Durchsetzungsfähigkeit.

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