„Fintech-Frauen“-Serie (VII)

Hier kommt Jessica Holzbach, Co-Gründerin und CCO von Penta

26. Mai 2020

Von Heinz-Roger Dohms

Stimmt schon: In der deutschen Fintech-Branche herrscht ein krasses Männer-Übergewicht. Was aber nicht bedeutet, dass das auf alle Zeiten so bleiben muss. In unserer Serie „Hier kommen die Fintech-Frauen“ stellt Finanz-Szene.de jeden Tag eine spannende Managerin oder eine aufstrebende Mitarbeiterin eines deutschen Finanz-Startups vorstellen. Heute, Teil VII:

Jessica Holzbach, 30 Jahre

Jessica Holzbach, Penta

Ich bin:

Co-Founderin und CCO von Penta

Das heißt?

Ich bin als Teil des Management Teams verantwortlich für Sales, Marketing und unser Kundenmanagement. Sowie für die eher “klassischen” Banking-Prozesse.

Vorher war ich:

Nach meinem Abschluss an der EBS war ich erst einmal in der Beratung tätig, bei Bearing Point. Dort beriet ich insbesondere Banken und Versicherungen hinsichtlich der Digitalisierung Ihrer Marketing- und Kundenprozesse. Dann gründete ich mit zwei Co-Founderinnen mein erstes Start-up, ein FoodTech – das scheiterte. Kurz darauf traf ich die Gründer von Penta, die an der ersten Idee zum digitalen Unternehmenskonto arbeiteten. Da ich aus eigener Erfahrung wusste, wie schwierig es ist, ein Geschäftskonto zu eröffnen, fand ich die Idee gut – und wurde Teil des Gründerteams. Eine Entscheidung, die ich bis heute noch nie bereut habe

Wenn ich nicht in der Fintech-Branche gelandet wäre, dann …

… hätte ich trotzdem ein eigenes Unternehmen in einem anderen Tech-Bereich gegründet. Das Unternehmertum lag mir schon immer, weil ich nicht den Status quo akzeptieren möchte, sondern Dinge verändern. Das kann man am effektivsten, wenn man sie selbst in die Hand nimmt.

Warum arbeiten nicht mehr Frauen in der deutschen Fintech-Branche?

Ich denke, es liegt an der Schnittstelle zwischen Tech, Finanzen und Entrepreneurship. Das sind alles drei Bereiche, die von jeher von Männern dominiert werden – und im Fintech-Bereich treffen sie alle zusammen. In den letzten Jahren habe ich aber das Gefühl, dass der Frauenanteil langsam steigt, wenn vielleicht auch eher in den “klassischen weiblichen” Sektoren wie HR oder Marketing.

Was muss sich ändern, damit es in 2-3 Jahren deutlich mehr sein werden als heute?

Frauen müssen sichtbarer werden – das bedeutet: in den Medien, auf Konferenzen, als Expertinnen. So werden zum einen Rollenbilder geschaffen, die andere Frauen ermutigen, diesen Schritt ebenfalls zu gehen, zum anderen können sich die Frauen untereinander auch besser vernetzen, wenn man nicht erst lange Eigenrecherche betreiben muss, um sie zu finden. Die meisten Führungspositionen werden nun mal durch gute Netzwerke vergeben. Da müssen Frauen noch aufholen.

Außerdem muss der zweite Schritt des Netzwerkens gegangen werden. Das heißt, in den letzten Jahren wurden einige Frauen-Netzwerke gegründet, in denen Frauen die Gelegenheit haben sich untereinander austauschen und zu vernetzen. Diese Netzwerke müssen nun die Pforten auch für Männer öffnen, damit die weiblichen Talente nicht hinter dem Vorhang agieren, sondern auf einer großen Bühne. Es gibt nämlich auch viele Männer, die Diversität fördern möchten.

Diese Fintech-Managerin finde ich inspirierend:

Für mich ist Carolin Gabor ein absolutes Vorbild. Ich kannte sie ursprünglich nur von Netzwerk-Veranstaltungen und war beeindruckt von ihrem Auftreten. Seit wir von Penta letztes Jahr dann Finleap (wo Carolin Gabor „Managing Director“ war) als Investor gewannen, sprach ich sie mit der Bitte um ein persönliches Mentoring an. Seitdem freue ich mich jedes Mal auf den gemeinsamen Austausch. Ich lerne extrem viel von ihrer Erfahrung und nehme eine Menge Tipps und Tricks für mich selbst mit.

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