23/10/20: HVB, V-Pay, Commerzbank, N26, Hypoport, Penta, Targobank

23. Oktober 2020

Von Christian Kirchner

HVB nimmt klammheimlich die „V Pay“-Karte aus dem Angebot. Wo ist zwischen der Girocard, der Kreditkarte und all den neumodischen „Mastercard Debits“ und „Visa Debits“ eigentlich noch Platz für die guten, alten Zwitterkarten, also für „Maestro“ und „V Pay“? Zumindest für „V Pay“ ist nun kein Platz mehr!, lautet die Botschaft der Hypo Vereinsbank. So ist der Mischling aus Girocard und Visa-Karte von der Website der Unicredit-Tochter ebenso verschwunden wie aus den Leistungs-Beschreibungen zu den Girokonto-Modellen. Ein HVB-Sprecher bestätigt auf Nachfrage: „Wir werden ‚V Pay‘ fließend im Übergang durch andere/weitere Debitlösungen ersetzen.“

Nachdem wir uns letzte Woche aus gegebenem Anlass die Großinvestoren der Deutschen Bank näher angeschaut hatten, erreichte uns die Anregung, ob wir dasselbe nicht auch mal (notfalls halt ohne gegebenen Anlass) mit der Commerzbank machen können. Nichts leichter als das!, dachten wir uns da. Und haben mal ein bisschen hineingebohrt ins Aktionariat der gelbsten aller gelben Banken. Also: Welcher Über-3%-Investor hat wann, in welchem Umfang und aus welchen Motiven in die Coba investiert? Und wie viel pro Aktie zahlte eigentlich der Bund? Ein rascher Überblick: Finanz-Szene.de

Ähem, dürfen wir Ihnen (selbst wenn die Taunusbanker jetzt das Gesicht verziehen) auch heute noch mal ganz, ganz kurz mit N26 kommen? Weil: Nach unserem Strafzins-Artikel vom Mittwoch hat die Berliner Challenger-Bank den hauseigenen Blog genutzt, um den Kunden den überraschenden Schritt zu erklären. Nun ist der Beitrag als solcher zwar nicht so wahnsinnig erhellend (Tenor: Die Zeiten sind schlecht, aber dank guter Produkte wird bald alles gut), er enthält aber ganz am Ende einen interessanten Satz, der da lautet: „Darüber hinaus arbeiten wir auch intensiv daran, unseren Kunden die Möglichkeit zu geben, mehr aus ihrem Geld mit entsprechenden Aktien- und Trading-Optionen zu machen.“ Anders gesagt: N26 plant also irgendeine Antwort auf die Gratisbrokers und Trade Republics und Justtrades und Flatexens da draußen. Da simmer gespannt!

News

Die Hypoport-Aktie ist nach der „Das war keine Gewinnwarnung“-Ad-hoc von Mittwochabend gestern weiter abgerutscht. Der Tagesverlust gestern (bezogen auf den regulären Handel) betrug 18%, was einem vernichteten Börsenwert von 640 Mio. Euro entspricht +++ Ex-Coba-Chef Martin Blessing soll in den Verwaltungsrat der schweizerischen Cembra Money Bank einziehen, die diese Woche in anderem Kontext ja schon mal bei uns Thema war (Handelszeitung) +++ Im Cum-Ex-Skandal hat das Landgericht Köln nun auch eine Anklage gegen vier (teils ehemalige) Mitarbeiter von M.M. Warburg zugelassen (HB/Paywall) +++ Bei dem „indischen Interessenten“, der der Deutschen Bank die „Postbank Systems AG“ abkaufen will und dessen Namen wir gestern Früh noch nicht sagen konnten, handelt es sich um Tata (Bloomberg/Paywall) +++ Die Apobank hat einen neuen Firmenkundenchef, nämlich Patrick Miljes, der von der Hamburg Commercial Bank kommt (Finance) +++  Auch die Berliner Fintech-Bank Penta bietet ihren Kunden jetzt Zinsangebote von Raisin (per Mail) +++ Eine Miniatur für die Pricing-Afficionados:  Bei der Targobank kostet das Premium-Konto nun unabhängig von der Guthabenhöhe 2,95 Euro pro Monat. Bislang war es bei > 50.000 Euro Gesamtguthaben kostenlos. (eigene Informationen) +++ Das von früheren Adyen-Managern gegründete Payment-Startup Silverflow  hat bei seiner Seed-Finanzierung 2,6 Mio. Euro eingeworben, u.a. von Ex-Concardis-Chef Mosen und Ex-Pay.On-Chef Rinderer (per Mail) +++ Goldman Sachs zahlt 2,9 Mrd. Dollar, um sich mit US-Justizbehörden im 1MDB-Skandal zu vergleichen (Spiegel)

Wussten Sie schon?

… dass die Einführung von Samsung Pay unseren Freunden von der Schufa ein bisschen Mehrarbeit bescheren könnte? Wie sich aus diversen Debatten auf Social Media und in Internet-Foren ergibt (und wie die hinter Samsung Pay stehende Solarisbank auf Nachfrage bestätigt), führt die vollwertige Einrichtung der neuen Bezahlmethode zu mindestens zwei Schufa-Einträgen mit insgesamt bis zu 9.000 Euro Verfügungsrahmen bzw. Kreditlimit. Wie das Ganze konkret abläuft, haben wir hier mal kurz für Sie aufgedröselt: Finanz-Szene.de

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